Mit ge­fälsch­ten Kre­dit­kar­ten Al­ko­hol ge­kauft

Zwei Män­ner hat­ten die Da­ten der Ma­gnet­strei­fen ma­ni­pu­liert. Of­fen­bar ge­hö­ren sie zu ei­nem Ring von Be­trü­gern

Friedberger Allgemeine - - Augsburg - VON MICHA­EL SIE­GEL

Sie müs­sen zwei­ein­halb oder so­gar über drei Jah­re ins Ge­fäng­nis, da dürf­te es für zwei Be­trü­ger nicht son­der­lich ins Ge­wicht ge­fal­len sein, dass sich ih­re Ge­richts­ver­hand­lung über ei­ne St­un­de ver­spä­te­te, weil es ei­ne Un­klar­heit bei der Be­stel­lung ei­ner Schöf­fin ge­ge­ben hat­te.

Die Ver­hand­lung stand im Zu­sam­men­hang mit ei­ner Rei­he wei­te­rer Ver­fah­ren, bei de­nen sich ins­ge­samt sie­ben Per­so­nen we­gen Be­trugs mit ge­fälsch­ten Kre­dit­kar­ten ver­ant­wor­ten muss­ten.

Die bei­den an­ge­klag­ten 29- und 33-jäh­ri­gen Män­ner woll­ten zwi­schen Mai und Au­gust 2015 bei fünf Tank­stel­len im Be­reich Augs­burg und Dasing vor al­lem Zi­ga­ret­ten und al­ko­ho­li­sche Ge­trän­ke ein­kau­fen. Sie wa­ren da­bei laut An­kla­ge je­weils mit ei­ner an­de­ren Per­son un­ter­wegs.

Die an der Kas­se vor­ge­leg­ten Ar­ti­kel hat­ten ei­nen Wert von 250 bis 650 Eu­ro. Be­zahlt soll­te an­schlie­ßend mit der ma­ni­pu­lier­ten Kre­dit­kar­te wer­den. Der Ma­gnet­strei­fen der Kar­te war da­zu ver­bots­wid­rig mit den Da­ten ei­ner an­de­ren Kre­dit­kar­te über­schrie­ben wor­den. Die Fäl­schung der Kre­dit­kar­te wur­de von den Tank­stel­len­päch­tern erst im Nach­hin­ein er­kannt. Aber: Ein Scha­den ist den Päch­tern nicht ent­stan­den, da die Kre­dit­kar­ten in vier Fäl­len be­reits ge­sperrt wa­ren, es al­so gar nicht zum Kauf kam. In ei­nem wei­te­ren Fall wur­de der Scha­den an der Tank­stel­le von der Bank über­nom­men.

Vor­sit­zen­der Rich­ter Fa­bi­an Espen­schied, Staats­an­wäl­tin Me­la­nie Os­ter­mei­er so­wie die Rechts­an­wäl­te der bei­den An­ge­klag­ten, Bernd Scha­rin­ger und Flo­ri­an En­gert, tra­fen in der Sit­zungs­un­ter­bre­chung ei­ne so­ge­nann­te Ver­stän­di­gung. Auf­grund die­ser ge­stan­den die bei­den An­ge­klag­ten die ih­nen zur Last ge­leg­ten Vor­wür­fe, da­für re­du­zier­te sich für sie das in Aus­sicht ge­stell­te Straf­maß.

Für ei­ne Haft­stra­fe nur zur Be­wäh­rung reich­te es den­noch nicht, was laut Rich­ter Espen­schied an der An­zahl der Be­trugs­fäl­le lag. Denn je­der ein­zel­ne von ih­nen ist be­reits mit ei­ner Min­dest­stra­fe von zwei Jah­ren Haft be­wehrt, wenn der An­ge­klag­te ge­werbs­mä­ßig oder als Mit­glied ei­ner Ban­de han­delt.

Der 33-jäh­ri­ge An­ge­klag­te wur­de schließ­lich „we­gen Fäl­schung von Zah­lungs­kar­ten mit Ga­ran­tie­funk­ti­on in Tatein­heit mit Be­trug in Tat­mehr­heit mit Fäl­schung von Zah­lungs­kar­ten mit Ga­ran­tie­funk­ti­on je­weils in Tatein­heit mit ver­such­tem Be­trug in zwei tat­mehr­heit­li­chen Fäl­len“zu ei­ner Ge­samt­frei­heits­stra­fe von drei Jah­ren und drei Mo­na­ten ver­ur­teilt.

Der 29-jäh­ri­ge An­ge­klag­te er­hielt we­gen der glei­chen De­lik­te, aber in we­ni­ger nach­ge­wie­se­nen Fäl­len, zwei Jah­re und sechs Mo­na­te Haft. Die bei­den Män­ner, die zu der Ver­hand­lung aus der Un­ter­su­chungs­haft vor­ge­führt wor­den wa­ren, muss­ten so­mit mit et­was Ver­spä­tung, aber noch für ei­ni­ge Zeit in die Zel­le zu­rück.

War­um den Ver­käu­fern kein Scha­den ent­stand

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