Mül­ler for­dert Mar­shall­plan für Afri­ka

Ent­wick­lungs­mi­nis­ter: „Eu­ro­pa hat kom­plett ver­sagt“

Friedberger Allgemeine - - Erste Seite - VON ANDREA KÜMPF­BECK

Da­kar „Eu­ro­pa hat die Lö­sun­gen“, sagt Bun­des­ent­wick­lungs­mi­nis­ter Gerd Mül­ler mit Blick auf den Flücht­lings­strom aus Afri­ka. Er for­dert ei­nen „Mar­shall­plan“in Hö­he von zehn Mil­li­ar­den Eu­ro für den Kon­ti­nent. Nur so könn­ten die Flucht­ur­sa­chen be­kämpft wer­den und nur so könn­te man die jun­gen Men­schen von der ge­fähr­li­chen Rei­se nach Eu­ro­pa ab­hal­ten, sagt er un­se­rer Zei­tung am Ran­de ei­ner Rei­se durch West- und Zen­tral­afri­ka. Denn Eu­ro­pa ha­be in der Flücht­lings­po­li­tik bis­her kom­plett ver­sagt.

Seit Be­ginn des Som­mers kom­men wie­der mehr Men­schen übers Mit­tel­meer in Ita­li­en an – auf der Flucht vor Ar­mut, Hun­ger und Per­spek­tiv­lo­sig­keit. „Ent­wick­lungs­hil­fe al­lein kann die Pro­ble­me nicht lö­sen“, sagt Mül­ler. Auch die Wirt­schaft müs­se sich durch klu­ge In­ves­ti­tio­nen ein­brin­gen. Als An­reiz for­dert der CSU-Po­li­ti­ker steu­er­li­che Er­leich­te­run­gen für Un­ter­neh­men.

Mül­ler ver­weist auf das Ent­wick­lungs­län­der-Steu­er­ge­setz von 1963, das In­ves­ti­tio­nen deut­scher Fir­men in Ent­wick­lungs­län­dern steu­er­lich pri­vi­le­giert und Ri­si­ken ab­ge­si­chert hat­te. Dies sei vor al­lem für mit­tel­stän­di­sche Un­ter­neh­men wich­tig, be­tont Mül­ler. 1981 wur­de die För­de­rung ab­ge­schafft, un­ter an­de­rem weil die ärms­ten Län­der kaum pro­fi­tiert ha­ben, son­dern vor al­lem in Schwel­len­län­dern in­ves­tiert wur­de. Bis Herbst will Mül­ler ei­nen „Afri­ka-Plan“vor­le­gen. »Po­li­tik

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