Ex­port ver­liert an Schwung

Deut­sche Fir­men füh­ren we­ni­ger aus

Friedberger Allgemeine - - Wirtschaft -

Wies­ba­den Der deut­sche Ex­port hat im ers­ten Halb­jahr an Schwung ver­lo­ren. Nach An­ga­ben des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes gin­gen Wa­ren im Wert von 603,2 Mil­li­ar­den Eu­ro ins Aus­land. Das wa­ren 1,4 Pro­zent mehr als im Vor­jah­res­zeit­raum. In den ers­ten sechs Mo­na­ten 2015 hat­te der da­mals schwa­che Eu­ro den deut­schen Ex­port­un­ter­neh­men noch ein kräf­ti­ges Plus von 7,7 Pro­zent ge­gen­über dem Vor­jah­res­zeit­raum be­schert. Der Au­ßen­han­dels­ver­band BGA spricht von ei­nem „kraft­lo­sen“ers­ten Halb­jahr. „An­ge­sichts ei­nes un­si­che­ren und ri­si­ko­rei­chen welt­wirt­schaft­li­chen Um­felds sind wir mit die­sem Er­geb­nis aber nicht un­zu­frie­den“, sag­te BGA-Prä­si­dent An­ton Bör­ner. Welt­bank und In­ter­na­tio­na­ler Wäh­rungs­fonds ha­ben ih­re Pro­gno­sen für das glo­ba­le Wachs­tum ge­senkt.

An­ge­trie­ben wur­de das deut­sche Ex­port-Ge­schäft die­ses Jahr bis­her vor al­lem von Aus­fuh­ren in Län­der der EU, die von Ja­nu­ar bis Ju­ni um 3,3 Pro­zent zu­leg­ten. Po­si­ti­ve Im­pul­se ka­men Bör­ner zu­fol­ge un­ter an­de­rem aus Groß­bri­tan­ni­en. „Mit dem Br­ex­it-Vo­tum ist hier je­doch mit ei­ner Ab­küh­lung zu rech­nen.“Die Nach­fra­ge aus Län­dern au­ßer­halb der Uni­on sank ge­gen­über dem ers­ten Halb­jahr 2015 da­ge­gen um 1,2 Pro­zent. Der rie­si­ge chi­ne­si­sche Markt schwä­chelt, eins­ti­ge Hoff­nungs­trä­ger wie Bra­si­li­en ste­cken in der Re­zes­si­on. Po­si­tiv ent­wi­ckel­te

Un­si­cher­heit auf­grund der La­ge in der Tür­kei

sich da­ge­gen die Nach­fra­ge in den USA. Mit Sor­ge be­trach­tet die Bran­che die Ent­wick­lung in der Tür­kei nach dem ge­schei­ter­ten Putsch En­de Ju­li. Zwar ge­stal­te sich der Han­del mit dem Land am Bo­spo­rus der­zeit pro­blem­los, „die po­li­ti­schen Un­si­cher­hei­ten ha­ben je­doch zu ei­nem Stopp bei In­ves­ti­tio­nen ge­führt“, sag­te Bör­ner.

Zugleich war­tet die Bran­che auf ei­ne Wie­der­be­le­bung des ira­ni­schen Mark­tes nach dem En­de des Atom­kon­flikts. Der Han­del ha­be we­gen der Zu­rück­hal­tung der Kre­dit­in­sti­tu­te bei Iran-Ge­schäf­ten noch nicht in ge­wünsch­tem Ma­ße an Fahrt auf­ge­nom­men. Im Ju­ni wuch­sen die deut­schen Ex­por­te bin­nen Jah­res­frist um 1,2 Pro­zent, die Im­por­te leg­ten um 0,3 Pro­zent zu.

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