Die Lei­chen sind frei­ge­ge­ben

Bei­de Tä­ter kön­nen jetzt be­stat­tet wer­den

Friedberger Allgemeine - - Bayern -

Würz­burg/Mün­chen Die Lei­chen des Axt-At­ten­tä­ters von Würz­burg und des Amok­schüt­zen von Mün­chen kön­nen be­stat­tet wer­den. Das Lan­des­kri­mi­nal­amt (LKA) und die Staats­an­walt­schaf­ten von Mün­chen und Würz­burg ga­ben ges­tern be­kannt, dass die Lei­chen zur Be­stat­tung frei­ge­ge­ben sei­en. Ein LKASpre­cher sag­te zur Lei­che des Münch­ner Amok­läu­fers, die Bei­set­zung sei „Sa­che der Fa­mi­lie“. Des­halb könn­ten die Be­hör­den über das Pro­ze­de­re kei­ne Aus­kunft ge­ben. Die Ob­duk­ti­on der Lei­che wur­de laut Ober­staats­an­walt Tho­mas St­ein­kraus-Koch am 23. Ju­li 2016 durch­ge­führt. Zu den ge­naue­ren Um­stän­den des To­des der Op­fer des Amok­laufs woll­te sich das LKA aus Pie­täts­grün­den nicht äu­ßern. Der Amok­schüt­ze hat­te am 22. Ju­li beim Olym­pia-Ein­kaufs­zen­trum in Mün­chen neun Men­schen er­schos­sen. An­schlie­ßend tö­te­te er sich selbst.

Für die Lei­che des Würz­bur­ger At­ten­tä­ters ist nach Aus­sa­ge von LKA und Land­rats­amt die Stadt Och­sen­furt zu­stän­dig. Dort sei der At­ten­tä­ter zu­letzt ge­mel­det ge­we­sen. Der zu­stän­di­ge Ge­schäfts­lei­ter der Stadt sag­te al­ler­dings, bei ihm sei noch kei­ne of­fi­zi­el­le Mit­tei­lung ein­ge­gan­gen, dass die Lei­che frei­ge­ge­ben sei und die Stadt sie be­stat­ten sol­le. Ge­mäß Baye­ri­schem Be­stat­tungs­ge­setz ist die Wohn­sitz­ge­mein­de nur zu­stän­dig, wenn es kei­ne An­ge­hö­ri­gen gibt, die ei­ne Be­stat­tung über­neh­men. Ob es An­ge­hö­ri­ge gibt, ist noch of­fen.

An­ge­hö­ri­ge wand­ten sich an die Bot­schaft in Ka­bul

Laut Staats­an­walt­schaft ha­ben sich zwei mut­maß­li­che An­ge­hö­ri­ge an die deut­sche Bot­schaft in Ka­bul ge­wandt und ei­ne Über­füh­rung des Leich­nams nach Af­gha­nis­tan be­an­tragt. Ein for­ma­ler An­trag sei noch nicht in Würz­burg an­ge­kom­men. Ein Spre­cher des Aus­wär­ti­gen Amts in Ber­lin woll­te mit Hin­weis auf den Da­ten­schutz nicht be­stä­ti­gen, dass ein An­trag ge­stellt wur­de.

Die hat­te oh­ne Nen­nung von Qu­el­len be­rich­tet, dass die Be­hör­den auf ei­ne an­ony­me Be­stat­tung des At­ten­tä­ters hin­ar­bei­ten. Die Ver­ant­wort­li­chen such­ten be­reits fie­ber­haft „nach ei­ner Stadt, die grö­ßer ist als Würz­burg“. Dort sei mehr An­ony­mi­tät ge­währ­leis­tet. Der 17-Jäh­ri­ge hat­te vor drei Wo­chen in ei­nem Re­gio­nal­zug in Würz­burg mit ei­ner Axt und ei­nem Mes­ser fünf Men­schen schwer ver­letzt. In ei­nem Vi­deo be­kann­te er sich zur Ter­ror­mi­liz IS.

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