Fried­ber­ger Stra­ßen­kämp­fe

Friedberger Allgemeine - - Friedberg - VON THO­MAS GOSS­NER Stra­ßen­na­men gth@augs­bur­ger-all­ge­mei­ne.de

Hit­zi­ge De­bat­ten um Stra­ßen­na­men ha­ben in Fried­berg Tra­di­ti­on. So­gar über­ört­li­che Zei­tun­gen be­rich­te­ten 1949 über merk­wür­di­ge Vor­gän­ge in dem klei­nen Städt­chen am Lech­rain. Denn Stra­ßen, die zu­vor nach den Phi­lo­so­phen Fried­rich Nietz­sche und Im­ma­nu­el Kant hie­ßen, wur­den 1949 nach Fried­ber­gern um­be­nannt – nach dem Ka­min­kehrer­meis­ter Karl Som­mer, dem Stif­ter ei­nes Grund­stücks, so­wie nach Alois Sper­rer, dem Mit­be­grün­der der Bau­ge­nos­sen­schaft.

Dass Jo­hann Gott­lieb Fich­te als Drit­ter im Bun­de der Phi­lo­so­phen die Säu­be­rungs­ak­ti­on über­stand, hing nach An­ga­ben von Spöt­tern nur da­mit zu­sam­men, dass die Rats­her­ren bei der Fich­te­stra­ße von ei­nem Baum aus­gin­gen. Aber auch die gibt es in­zwi­schen nicht mehr. Sie wur­de be­kannt­lich dem von den Na­zis hin­ge­rich­te­ten Pal­lot­ti­ner­pa­ter Franz Rei­nisch ge­wid­met.

Um ei­ne Ak­ti­on zum Welt­frau­en­tag 2001 han­del­te es sich da­ge­gen, als über Nacht aus der Lud­wig­stra­ße die Lo­la-Mon­tez-Stra­ße und aus der Herr­gotts­ruh- die Ma­ria-Hil­fStra­ße wur­de. Im­mer­hin – das Frau­en­fo­rum stieß sei­ner­zeit ei­ne Dis­kus­si­on an, die ein Jahr­zehnt spä­ter in ei­nen Grund­satz­be­schluss des Stadt­ra­tes mün­de­te, Män­ner und Frau­en künf­tig glei­cher­ma­ßen zu be­rück­sich­ti­gen.

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