Ein Bus­si fürs Ba­by

Phelps siegt und siegt und siegt

Friedberger Allgemeine - - Olympische Spiele 2016 -

Rio de Janei­ro Auch ein Micha­el Phelps ist nachts um halb zwei ein­fach nur ei­nes: mü­de. Nach sei­nen Olym­pia­sie­gen 20 und 21 gab der Aus­nah­me­schwim­mer zu: „Ich bin so fer­tig, ich kann nicht mal rich­tig den­ken.“Wie­der ein­mal hat­te er im Olym­pic Aqua­tic Cent­re für emo­tio­na­le und sport­li­che Hö­he­punk­te ge­sorgt. Der Olym­pia-Re­van­che über 200 Me­ter Schmet­ter­ling folg­te ein Sieg mit der ame­ri­ka­ni­schen Frei­stil­staf­fel über 4 x 200 Me­ter.

Nach der Me­dail­len­ver­ga­be für den Er­folg des äl­tes­ten Olym­pia­sie­gers in ei­ner Schwimm-Ein­zel­dis­zi­plin woll­te er un­be­dingt zu den wich­tigs­ten Men­schen in sei­nem Le­ben. Der 31-Jäh­ri­ge er­klomm die Stu­fen des Fo­to­gra­fen­po­dests bis zu sei­ner Fa­mi­lie.

Er küss­te sei­ne Ver­lob­te Ni­co­le John­son, gab der Ma­ma ein Bus­si – und dann über­reich­te ihm Ni­co­le John­son das drei Mo­na­te al­te Ba­by Boo­mer. Phelps nahm sei­nen Spröss­ling in den Arm, küss­te den Soh­ne­mann ein paar Mal. „Ich woll­te ihn län­ger hal­ten. Es war gut, dass er wach war, nor­ma­ler­wei­se schläft er die gan­ze Zeit.“Über 200 Me­ter Schmet­ter­ling setz­te er sich in 1:53,36 Mi­nu­ten mit vier Hun­derts­tel­se­kun­den Vor­sprung auf den Ja­pa­ner Ma­sa­to Sa­kai durch. Lon­don-Olym­pia­sie­ger Chad le Clos wur­de Vier­ter. Es war ein Akt der Ge­nug­tu­ung für Phelps, auch wenn er zu höf­lich oder vi­el­leicht zu mü­de war, das so zu for­mu­lie­ren. Der Süd­afri­ka­ner le Clos hat­te Phelps 2012 ei­ne bit­te­re Nie­der­la­ge zu­ge­fügt. Da­nach folg­ten de­spek­tier­li­che Äu­ße­run­gen über Phelps’ zwi­schen­zeit­li­chen Le­bens­wan­del. Die Ant­wort gab er im Be­cken von Rio. 25 Me­dail­len bei Olym­pi­schen Spie­len lau­tet nun die un­fass­ba­re Best­mar­ke. Und Phelps star­tet noch drei­mal.

Fo­to: Micha­el Kappeler, dpa

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