Der Hoch­ge­schwin­dig­keits-Fuß­bal­ler

FCA Neu­zu­gang Ge­org Teigl hat ei­nen un­glaub­lich star­ken An­tritt. Der Ab­wehr­spie­ler er­zählt, war­um er so schnell ist und wie hart die ers­ten acht Wo­chen für ihn wa­ren

Friedberger Allgemeine - - Sport Regional - VON WOLF­GANG LANGNER

Knapp acht Wo­chen ist er jetzt hier. Ge­org Teigl hat in die­ser Zeit hart ge­ar­bei­tet. Klar, von nichts kommt nichts und Teigl der vom Bun­des­li­ga-Auf­stei­ger RB Leip­zig zum FC Augs­burg ge­wech­selt ist, will in sei­ner „neu­en Hei­mat“was er­rei­chen. „Das Trai­ning in der Vor­be­rei­tung ist we­sent­lich här­ter, als im ver­gan­ge­nen Jahr in Leip­zig. Wir ha­ben vie­le Ein­hei­ten hin­ter uns und Trai­ner Dirk Schus­ter hat vie­le gu­te, neue Rei­ze ge­setzt, aber wir hat­ten bis­her auch we­nig freie Ta­ge“, meint der 25-jäh­ri­ge.

Doch Teigl ist Rea­list. Denn sei­ne Po­si­ti­on ist be­setzt. Pro­mi­nent be­setzt. Als rech­ter Ver­tei­di­ger ist Ka­pi­tän Paul Ver­ha­egh beim FCA kaum weg­zu­den­ken. Doch Teigl könn­te sich durch­aus ei­ne Al­ter­na­ti­ve vor­stel­len: „Vor mei­ner Zeit in Leip­zig ha­be ich ja auch öf­ter auf der Rechts­au­ßen­po­si­ti­on ge­spielt.“Das könn­te in der kom­men­den Sai­son auch ei­ne Op­ti­on für ihn sein, zu­mal FCA-Ma­na­ger Ste­fan Reu­ter schwärmt: „Sei­ne Schnel­lig­keit ist ei­ne Waf­fe von ihm.“Und vor al­lem als Au­ßen ist Schnel­lig­keit ge­fragt.

Auch im Trai­ning ist es im­mer wie­der zu be­ob­ach­ten, dass Teigl meist ei­nen Tick schnel­ler un­ter­wegs ist, als sei­ne Kol­le­gen. Wie schnell er auf 100 Me­ter un­ter­wegs ist, dass weiß Teigl nicht, aber er weiß, von wem er die Schnel­lig­keit ge­erbt hat: „Mein Va­ter war wahr­schein­lich noch schnel­ler als ich. Von ihm ha­be ich das wohl ge­erbt.“

Sein Va­ter, Kurt Teigl, war in sei­ner Ju­gend Leicht­ath­let und hol­te ei­ni­ge ös­ter­rei­chi­sche Ti­tel. Spä­ter wech­sel­te er zu den Bob­fah­rern und war eben­falls ziem­lich er­folg­reich. Bei den olym­pi­schen Win­ter­spie­len 1988 in Cal­ga­ry kam Kurt Teigl im ös­ter­rei­chi­schen Vie­rer-Bob auf Platz sechs. Ein Jahr zu­vor ge­wann er in die­ser Sport­art eben­falls im Vie­rer-Bob den Ge­s­amt-Welt­cup.

Ge­org Teigl muss al­so gu­te Ge­ne ha­ben. Au­ßer­dem ist er ge­bür­ti­ger Wie­ner und da gab es ja ein­mal ei­ne Fern­seh­se­rie zwi­schen 1975 und 1979 mit Kult-Schau­spie­ler Karl Mer­katz in der Haupt­rol­le: „Ein ech­ter Wie­ner geht nicht un­ter“. Doch al­lein gu­te Ge­ne oder Wie­ner Schmäh hel­fen Teigl nicht wei­ter. Das weiß er auch: „Ich kom­me aus der 2. Bun­des­li­ga. Das ist jetzt schon ei­ne an­de­re Si­tua­ti­on. Da muss man sich erst rein­kämp­fen.“Wie sei­ne künf­ti­ge Rol­le im Team ge­nau aus­sieht, weiß er nicht. Ein Vier­au­gen­ge­spräch mit Dirk Schus­ter gab es bis­her nicht. Ner­vös wird Teigl aber nicht: „Das war ja bis­her auch nicht un­be­dingt nö­tig.“Sei­ne Ein­satz­zei­ten in den Test­spie­len be­kam Teigl im­mer. Zu­letzt beim 4:0-Sieg über den FC Süd­ti­rol im Rah­men des Trai­nings­la­gers lös­te er nach 63 Mi­nu­ten Ka­pi­tän Ver­ha­egh ab.

In Leip­zig lief es für ihn in der Sai­son nicht mehr so rund. Sein Trai­ner Ralf Rang­nick hat­te ihn in der Win­ter­pau­se mehr oder we­ni­ger aus­sor­tiert, ob­wohl er in sei­ner ers­ten Sai­son beim Brau­seKlub als rech­ter Ver­tei­di­ger ge­setzt war. Teigl muss­te für Lu­kas Klos­ter­mann Platz ma­chen, der mo­men­tan mit der deut­schen U23 in Rio für die Olym­pia­mann­schaft spielt. „Es macht ja nicht glück­lich, wenn das Ver­trau­en fehlt und man spürt, dass der Klub nicht hin­ter mei­ner Per­so­na­lie steht“, sag­te Teigl vor acht Wo­chen, als er vom FCA ver­pflich­tet wur­de. Doch Leip­zig ist Ver­gan­gen­heit. Teigl hat sich in Augs­burg ein­ge­wöhnt und hat ei­ne Woh­nung im Bis­marck­vier­tel be­zo­gen. Hier kann er es gut aus­hal­ten: „Ich füh­le mich hier sehr wohl und bin ger­ne mal in der Stadt un­ter­wegs.“Be­such aus der Hei­mat Ös­ter­reich hat er bis­her noch nicht be­ver­gan­ge­nen kom­men, aber er ist da­von über­zeugt, dass sich dies bald än­dern wird: „Wenn die Bun­des­li­ga­spie­le be­gin­nen, wer­den auch ab und zu mal mei­ne El­tern kom­men und si­cher­lich auch ein paar Freun­de. Zu fah­ren ist es ja nicht so weit.“Wenn man Teigl auf sei­ne Er­war­tun­gen an­spricht, hält er den Ball flach: „Ich will mit dem FCA in der Li­ga blei­ben und wer­de na­tür­lich hier um ei­nen Stamm­platz kämp­fen.“

Fo­to:

Ge­org Teigl (links) ist schnell un­ter­wegs. Im Trai­nings­la­ger in Süd­ti­rol muss­te das auch der Ja­pa­ner Ta­ka­shi Usa­mi (rechts) zur Kennt­nis neh­men.

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