Zum Glück gibt es we­ni­ger Ta­bu­the­men

Friedberger Allgemeine - - Augsburg - VON UTE KROGULL Neue Selbst­hil­fe­grup­pe kru@augs­bur­ger-all­ge­mei­ne.de

Selbst­hil­fe­grup­pen gibt es seit Lan­gem, doch in den letz­ten Jah­ren zeich­net sich ein Wan­del ab. Frü­her be­schäf­tig­ten sich die Teil­neh­mer oft mit Krank­hei­ten, au­ßer­dem gab es an­ony­me Ge­sprächs­krei­se für Al­ko­hol­ab­hän­gi­ge. In­zwi­schen nimmt die Zahl der Initia­ti­ven zu, die sich mit so­zia­len oder psy­chi­schen Pro­ble­men be­schäf­ti­gen. Das ist nicht un­be­dingt nur ein Zei­chen da­für, dass die Häu­fig­keit die­ser Pro­ble­me zu­nimmt. Viel­mehr wer­den auch vie­le The­men ent­ta­bui­siert – zum Glück. Frü­her sprach kaum je­mand of­fen über sei­ne De­pres­sio­nen, Män­ner schon gar nicht. Schwie­rig­kei­ten in­ner­halb der Fa­mi­lie wur­den tot­ge­schwie­gen, Süch­te ba­ga­tel­li­siert. Noch im­mer schä­men sich Men­schen für ihr Schick­sal. Aber in dem ge­schütz­ten Kreis der Selbst­hil­fe­grup­pen wa­gen sie es im­mer häu­fi­ger, sich aus­zu­tau­schen. Das kann nicht nur see­li­sche Er­leich­te­rung brin­gen, son­dern auch wert­vol­le Rat­schlä­ge.

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