Mit ge­fälsch­ter Quit­tung zum Ge­richt

45-Jäh­ri­ge will ei­ner Haft ent­ge­hen

Friedberger Allgemeine - - Friedberg - VON GERLINDE DR­EX­LER

Aichach-Friedberg Mit ei­ner ge­fälsch­ten Un­ter­schrift ver­such­te ei­ne 45-jäh­ri­ge Augs­bur­ge­rin, um ei­ne Haft­stra­fe her­um­zu­kom­men. Sie war we­gen Dieb­stahls zu ei­ner Be­wäh­rungs­stra­fe ver­ur­teilt wor­den und soll­te 200 Eu­ro dem Op­fer Wie­der­gut­ma­chung zah­len. Das Geld ha­be er bis heu­te nicht ge­se­hen, sag­te der Be­trof­fe­ne nun aber vor dem Aich­a­cher Amts­ge­richt aus. Die An­ge­klag­te hat­te sei­ne Un­ter­schrift auf ei­ner Quit­tung schlicht ge­fälscht. Des­halb saß sie nun we­gen Ur­kun­den­fäl­schung auf der An­kla­ge­bank – nicht zum ers­ten Mal. Sie hat schon ei­ne Rei­he von Ver­ur­tei­lun­gen, vor al­lem we­gen Dieb­stahls, und saß des­we­gen auch hin­ter Git­tern.

Vor Ge­richt be­stritt sie en­er­gisch, die Un­ter­schrift auf der Quit­tung in Hö­he von 75 Eu­ro ge­fälscht zu ha­ben. Das Geld war Teil der Sum­me zur Wie­der­gut­ma­chung, zu der sie im Fe­bru­ar 2015 ver­ur­teilt wor­den war. Da­mals hat­te sie mit ei­ner Be­kann­ten mit der Eu­ro­scheck­kar­te des 40-Jäh­ri­gen 225 Eu­ro am Geld­au­to­ma­ten ab­ge­ho­ben und war da­bei er­wischt wor­den.

Die An­ge­klag­te ha­be ihn schon öf­ter auf­ge­for­dert, Quit­tun­gen über er­hal­te­ne Zah­lun­gen zu un­ter­schrei­ben, be­rich­te­te das Op­fer vor Ge­richt: „Ich ha­be ge­sagt, dass ich das ger­ne ma­che, aber vor­her Geld se­hen möch­te.“Staats­an­walt Ben­ja­min Jung­hans fand das Vor­ge­hen der An­ge­klag­ten „ei­nen be­son­ders dreis­ten Ver­such der Täu­schung“. Er plä­dier­te für ei­ne vier­mo­na­ti­ge Haft­stra­fe.

Die Ver­tei­di­ge­rin for­der­te Frei­spruch. Sie fand, dass die Un­ter­schrift auf der Quit­tung ei­ne ge­wis­se Ähn­lich­keit mit der des 40-Jäh­ri­gen auf­wei­se. Die­se aus dem Ge­dächt­nis zu fäl­schen, be­kom­me man nicht so leicht hin, ar­gu­men­tier­te sie. Die Quit­tung hat­te sie beim Amts­ge­richt ein­ge­reicht, um zu be­wei­sen, dass sie ih­re Be­wäh­rungs­auf­la­gen er­füllt. „Das schlägt dem Fass den Bo­den aus“, sag­te Rich­ter Wal­ter Hell. Dreist sei so­gar noch mil­de aus­ge­drückt. Er ver­ur­teil­te die 45-Jäh­ri­ge we­gen Ur­kun­den­fäl­schung zu ei­ner vier­mo­na­ti­gen Haft­stra­fe.

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