Welt­pre­mie­re für Opern­fans in Mering

Beim Pa­pier­thea­ter-Fes­ti­val ste­hen im Sep­tem­ber an drei Ta­gen 13 Auf­füh­run­gen auf dem Pro­gramm. Die Zau­ber­flö­te wird mit Li­vemu­sik vom Kam­mer­or­ches­ter be­glei­tet. Auch aus Dä­ne­mark sind Vor­füh­rer da­bei

Friedberger Allgemeine - - Mering | Merching - VON PE­TER STÖBICH

Mering Fe­ri­en sind ein Fremd­wort für Chris­ti­ne Schenk und Ben­no Mitsch­ka vom Me­rin­ger Pa­pier­thea­ter. Denn nach der Som­mer­pau­se ha­ben die Be­trei­ber der Mi­nia­turOpern­büh­ne an der Augs­bur­ger Stra­ße ein Pro­jekt ge­plant, das im gan­zen Land­kreis ein­ma­lig ist: „Un­ser ge­mein­nüt­zi­ger Ver­ein Ope­ra in stel­lis or­ga­ni­siert die welt­weit ers­ten Opern­fest­spie­le für Pa­pier­thea­ter“, kün­digt das Paar an.

Es hat al­le Hän­de voll zu tun für die 13 Auf­füh­run­gen vom 7. bis 9. Ok­to­ber: De­ko­ra­ti­on und Wer­be­fly­er ge­stal­ten, Ein­la­dun­gen ver­schi­cken, Es­sen und Mu­sik or­ga­ni­sie­ren, nicht zu­letzt wol­len Schenk und Mitsch­ka mit ih­ren Söh­nen Be­ne­dikt und Ma­xi­mi­li­an selbst mit­spie­len. Bei der Pla­nung kam die Schlie­ßung des Bür­ger­zen­trums Schloss­müh­le auf­grund sta­ti­scher Pro­ble­me höchst un­ge­le­gen, denn dort hät­ten ei­ni­ge Gast­spie­le aus­wär­ti­ger Büh­nen statt­fin­den sol­len. „Zum Glück kön­nen wir jetzt in die Luit­pold­schu­le aus- wei­chen“, freut sich Mitsch­ka; wei­te­re Spiel­or­te sind das Papst-Jo­han­nes-Haus und das klei­ne Opern­haus „Multum in par­vo“. Seit es sei­nen Spiel­be­trieb im Sep­tem­ber 2014 er­öff­net hat, kom­men Zu­schau­er re­gel­mä­ßig so­gar bis aus In­gol­stadt und Mün­chen, um sich von die­ser be­son­de­ren Kunst­form be­zau­bern zu las­sen. „Es ist uns ein gro­ßes An­lie­gen, auch jun­ge Leu­te für die Oper zu be­geis­tern“, sagt Chris­ti­ne Schenk. Ihr Thea­ter ist seit Kur­zem Mit­glied bei der Re­gio Augs­burg und pro­fi­tiert auch vom Sha­ke­speare-Jahr, denn 2016 jährt sich der To­des­tag des eng­li­schen Dra­ma­ti­kers und Dich­ters Wil­li­am Sha­ke­speare zum 400. Mal.

Mit Mo­zarts Zau­ber­flö­te nimmt die Me­rin­ger Büh­ne nach den Som­mer­fe­ri­en ih­ren Spiel­be­trieb wie­der auf. Die Vor­stel­lun­gen fin­den am 9. und 10. Sep­tem­ber je­weils um 19 Uhr, am 11. Sep­tem­ber mit Brunch um 11 Uhr statt. Am 18. Sep­tem­ber um 11 Uhr wird es mit „Mac­beth“von Gi­u­sep­pe Ver­di ei­ne Pre­mie­re so­wie ei­ne in­ter­es­san­te Aus­stel­lung mit Ku­lis­sen und Sze­nen ge­ben. Trick­rei­che Com­pu­ter­tech­nik, mo­der­ne LED-Be­leuch­tung und Ne­bel­ma­schi­ne – al­les ist wie in ei­nem gro­ßen Thea­ter, nur die Fi­gu­ren und der Zu­schau­er­raum sind we­sent­lich klei­ner. „Doch un­ser tech­ni­scher Auf­wand steht dem ei­nes ech­ten Opern­hau­ses kaum nach“, stellt das Paar fest, „al­lein in der Zau­ber­flö­te gibt es ein Dut­zend Büh­nen­bil­der mit 94 Fi­gu­ren.“

Die Fest­spie­le am Frei­tag, 7. Ok­to­ber, wer­den um 18 Uhr in der Luit­pold­schu­le er­öff­net. Das dä­ni­sche „Pa­pir­tea­tret Me­klen­borg“zeigt die Richard-Strauss-Oper „Der Ro­sen­ka­va­lier“. Tags dar­auf ste­hen gleich meh­re­re Auf­füh­run­gen auf dem Spiel­plan: Um 11 Uhr spielt das Pa­pier­thea­ter an der Augs­bur­ger Stra­ße Mac­beth, um 14.30 Uhr bringt ei­ne Frank­fur­ter Büh­ne in der Luit­pold­schu­le Puc­ci­nis „Ma­dame But­ter­fly“und um 16 Uhr zeigt ein Nürn­ber­ger Thea­ter eben­falls in der Schu­le „Zar und Zim­mer­mann“von Al­bert Lort­zing. Je­weils um 18 Uhr geht es am Sams­tag, 8. Ok­to­ber, in drei Räu­men der Schu­le wei­ter mit „Frau Lu­na“von Paul Lincke, „Or­pheus in der Un­ter­welt“von Jac­ques Of­fen­bach und „Ma­dame But­ter­fly“. Für die Zu­schau­er gibt es an­schlie­ßend ein ge­mein­sa­mes Es­sen, das Be­die­nun­gen in Ko­s­tü­men der 1920er-Jah­re ser­vie­ren wer­den. Da­zu pas­send hat Ben­no Mitsch­ka ei­ne spe­zi­el­le De­ko­ra­ti­on ent­wor­fen, die auf das Luft­schiff „Graf Zep­pe­lin“und den Ori­ent­ex­press Be­zug nimmt. Die wei­te­ren Vor­stel­lun­gen: Frau Lu­na und Or­pheus im Dop­pel­pack am Sonn­tag, 9. Ok­to­ber, um 11 Uhr in der Schu­le, zur sel­ben Zeit am sel­ben Ort mit an­schlie­ßen­dem Brunch Ro­sen­ka­va­lier, Zar und Zim­mer­mann so­wie „Die Fa­vo­ri­tin“von Gae­ta­no Do­ni­zet­ti. Den krö­nen­den Ab­schluss des Fes­ti­vals bil­den zwei Auf­füh­run­gen im Papst Jo­han­nes-Haus: „Um 14.30 und um 16 Uhr spie­len wir die Zau­ber­flö­te“, kün­digt Mitsch­ka an. Da­bei wird die Mu­sik, nicht wie sonst, aus der Kon­ser­ve kom­men, son­dern live vom Kö­nigs­brun­ner Kam­mer­or­ches­ter ge­spielt – für al­le Opern­fans si­cher ein ganz be­son­de­res Er­leb­nis.

Um 19 Uhr gibt es im Papst Jo­han­nes-Haus dann noch ei­nen ukrai­ni­schen Abend mit Aus­zü­gen aus ei­ner Oper von My­ko­la Leon­to­vich. Kar­ten für die Ver­an­stal­tun­gen zwi­schen zehn und 20 Eu­ro sind ab so­fort im Pa­pier­thea­ter am Me­rin­ger Kreis­ver­kehr er­hält­lich.

Fo­to: Ben­no Mitsch­ka

Die Zau­ber­flö­te wird beim Opern-Fes­ti­val in Mering im Papst Jo­han­nes-Haus auf­ge­führt. Da­bei wird die Mu­sik live vom Kö­nigs­brun­ner Kam­mer­or­ches­ter ge­spielt.

Fo­to: Pe­ter Stöbich

Für ihr Opern-Fes­ti­val ent­wer­fen Chris­ti­ne Schenk und Ben­no Mitsch­ka ori­gi­nel­le De­ko­ra­tio­nen.

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