Boll-Team kämpft um ei­ne Me­dail­le

Nach der Halb­fi­nal-Nie­der­la­ge ge­gen Ja­pan ha­dert der deut­sche Fah­nen­trä­ger mit sei­ner Leis­tung. Heu­te geht es ge­gen Süd­ko­rea um Bron­ze

Friedberger Allgemeine - - Olympische Spiele 2016 - VON PE­TER DEININGER Fo­to: Wit­ters

Rio de Ja­nei­ro Es soll ei­ne Me­dail­le her wie bei den Olym­pi­schen Spie­len 2008 in Pe­king (Sil­ber) und 2012 in Lon­don (Bron­ze). Die ers­te Chan­ce in Rio ha­ben Deutsch­lands Tisch­ten­nis-Män­ner al­ler­dings ver­passt. Als Bas­ti­an Ste­ger von Wer­der Bre­men mit sei­nem Schlag den Tisch ver­passt, lässt sich Jun Mi­zu­t­a­mi auf den Bo­den fal­len, die Fans auf der Tri­bü­ne fei­ern ihn auf der Tri­bü­ne en­thu­si­as­tisch. Ja­pan be­siegt Deutsch­land im Halb­fi­na­le mit 3:1 – vor al­lem dank des Welt­rang­lis­ten­fünf­ten Mi­zu­t­a­mi, der nach sei­ner Bron­ze­me­dail­le im Ein­zel nur so vor Selbst­be­wusst­sein strotzt und mit sei­ner Ag­gres­si­vi­tät auch Ti­mo Boll (Düs­sel­dorf) zu schaf­fen macht.

„Viel­leicht hät­te er mehr Druck emp­fun­den, wenn ich den ers­ten Satz nach der deut­li­chen Füh­rung ge­won­nen hät­te“, mut­maßt Boll. Der deut­sche Fah­nen­trä­ger bei der Er­öff­nungs­fei­er schaut ver­dros­sen drein. „Ich ha­be seit lan­gem mal wie­der das Ge­fühl, nicht das Ma­xi­mum her­aus­ge­holt zu ha­ben. Ich bin we­sent­lich mehr ent­täuscht als nach dem Aus im Ein­zel.“

Boll ver­liert sein Spiel mit 0:3. Da Ovt­cha­rov sei­ne Auf­tak­tpar­tie ge­gen Ma­ha­ru Yo­shi­mu­ra mit 3:0 ge­wann, hat das Dop­pel vor­ent­schei­den­de Be­deu­tung. „Wenn du das ge­winnst, bist du so gut wie auf dem Po­di­um“, meint Ovt­cha­rov. Aber Ti­mo Boll und Bas­ti­an Ste­ger sind im Mann­schafts­wett­be­werb in Rio noch oh­ne Sieg, die Asia­ten da­ge­gen tra­di­tio­nell ei­ne Macht in der Zwei­sam­keit. Ste­ger/Bolt ver­lie­ren dann auch mit 1:3 ge­gen Ni­wa/Yo­shi­mu­ra. Der An­fang vom En­de: „Es war uns schon klar, dass Bas­ti­an ge­gen Mi­zu­t­a­mi kei­ne Chan­ce ha­ben wür­de“, be­tont Ovt­cha­rov. Es dau­ert nur 24 Mi­nu­ten, dann steht es 0:3 und die Nie­der­la­ge ge­gen Ja­pan ist be­sie­gelt. Der Olym­pia­Gast­ge­ber von 2020 in To­kio ist daDi­mi­trij bei, sich in der Welt­klas­se zu eta­blie­ren. „Bis zum Ni­veau der Chi­ne­sen ist es zwar noch ein wei­ter Weg, aber die Ja­pa­ner ha­ben ne­ben ih­rer ers­ten Mann­schaft noch zahl­rei­che Ta­len­te in der Hin­ter­hand. Ein 13-Jäh­ri­ger steht un­ter den ers­ten 50 der Welt­rang­lis­te“, weiß Ovt­cha­rov. „Deutsch­land lebt von sei­ner Er­fah­rung, aber das al­lein ge­nügt nicht. Wir müs­sen ge­gen Süd­ko­rea auch gro­ßes Tisch­ten­nis zei­gen.“

Zu die­sem Zeit­punkt ist das zwei­te Halb­fi­na­le noch gar nicht ge­spielt, doch al­le ge­hen da­von aus, dass Chi­na auch in die­ser Par­tie wie­der sei­ne do­mi­nan­te Rol­le be­stä­tigt. So kommt es dann auch.

Des­halb tref­fen Ti­mo Boll und sei­ne Kol­le­gen heu­te im klei­nen Fi­na­le auf die Ko­rea­ner

Boll hat sich ei­ne Stra­te­gie für die Vor­be­rei­tung zu­recht­ge­legt. „Wir müs­sen erst die Ent­täu­schung ver­dau­en und dann viel­leicht ein biss­chen Dop­pel trai­nie­ren.“Da­mit der Traum von ei­ner Me­dail­le doch noch in Er­fül­lung geht. Die deut­schen Frau­en ha­ben es vor­ge­macht. Sie hat­ten vor dem Fi­na­le in der Nacht zum heu­ti­gen Mitt­woch Sil­ber si­cher.

Ti­mo Boll und die deut­sche Mann­schaft wol­len sich heu­te den Traum von ei­ner olym­pi­schen Me­dail­le er­fül­len.

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