Fahr­ver­bo­te nicht aus­wei­ten

Friedberger Allgemeine - - Erste Seite - VON VE­RE­NA MÖRZL ve­re­na.mo­erzl@augs­bur­ger-all­ge­mei­ne.de

Es ist der fal­sche An­satz, Fahr­ver­bo­te über Ver­kehrs­de­lik­te hin­aus aus­zu­wei­ten. Selbst wenn Ge­rich­te deut­schen Au­to­lieb­ha­bern da­mit hart zu­set­zen könn­ten, bleibt doch am En­de des Mo­nats vie­len nicht viel vom Ge­halt üb­rig. Da trifft es Tä­ter um­so här­ter, wenn sie ei­ne Geld­stra­fe zah­len müs­sen.

Kä­me als Ne­ben­stra­fe, ob­wohl kein Ver­kehrs­de­likt vor­liegt, ein Fahr­ver­bot hin­zu, könn­te das vie­le Men­schen in ih­rer be­ruf­li­chen Exis­tenz ge­fähr­den. Denn wer nicht mehr fah­ren darf und so nur schwer zur Ar­beit kommt, muss im schlimms­ten Fall mit ei­ner Kün­di­gung rech­nen. Und was auch un­ge­recht wä­re: Stadt­be­woh­ner ha­ben es nach Ver­hän­gung ei­nes Fahr­ver­bots leich­ter als Men­schen auf dem Land. Sie kön­nen auf öf­fent­li­che Ver­kehrs­mit­tel aus­wei­chen.

Klar ist: Wer Ge­set­ze ver­letzt, muss mit Sank­tio­nen rech­nen. Aber Tä­ter, die sich durch Geld­und Frei­heits­stra­fen nicht be­ein­dru­cken las­sen, sind auch durch Fahr­ver­bo­te schwer zu dis­zi­pli­nie­ren. Des­halb müs­sen sol­che Stra­fen Ver­stö­ßen im Stra­ßen­ver­kehr vor­be­hal­ten blei­ben. Sonst könn­ten Ju­ris­ten auf die Idee kom­men, Tä­tern als Stra­fe das ge­lieb­te Smart­pho­ne weg­zu­neh­men. Das Bei­spiel zeigt: Sol­che Ide­en füh­ren in die Ir­re.

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