Ikea und das En­de des ewi­gen Um­tausch­rechts

Vor zwei Jah­ren mach­te das Mö­bel­haus Schlag­zei­len mit der An­kün­di­gung, ein­mal ge­kauf­te Wa­ren im­mer wie­der zu­rück­zu­neh­men. Künf­tig soll aber ei­ne Frist von nur noch ei­nem Jahr ge­nü­gen. Was Kun­den jetzt wis­sen müs­sen

Friedberger Allgemeine - - Wirtschaft -

Hof­heim Der Mö­bel­händ­ler Ikea nimmt nach zwei Jah­ren sein zeit­lich un­be­grenz­tes Rück­ga­be­recht wie­der zu­rück. Die Kun­den ha­ben bei Ein­käu­fen ab dem 1. Sep­tem­ber 2016 noch ein Jahr Zeit, um Wa­re oh­ne An­ga­be von Grün­den zu­rück­zu­ge­ben und den Kauf­preis er­stat­tet zu be­kom­men.

Da­mit wer­de das Rück­ga­be­recht in den deut­schen Fi­lia­len mit ei­ner glo­ba­len Ikea-Richt­li­nie ver­ein­heit­licht, teil­te das Un­ter­neh­men mit. Die Frist von 365 Ta­gen lie­ge im­mer noch über dem in der Bran­che Üb­li­chen und ge­be dem Kun­den Si­cher­heit ge­gen Fehl­käu­fe.

„Wir ha­ben fest­ge­stellt, dass un­se­re Kun­den gar kei­nen Be­darf für ei­ne so lan­ge Frist ha­ben“, sag­te der bei Ikea Deutsch­land für die Kun­den­zu­frie­den­heit ver­ant­wort­li­che Ma­na­ger Klaus Cho­le­wa. „Weit über 90 Pro­zent der Kun­den, die ei­nen Ar­ti­kel um­tau­schen wol­len, kom­men in den ers­ten zwei bis drei Mo­na­ten nach dem Kauf. Wir müs­sen da­her kei­ne Pro­zes­se für et­was vor­hal­ten, was gar nicht be­nö­tigt wird.“

Von ei­nem Miss­brauch der im Au­gust 2014 ein­ge­führ­ten un­be­grenz­ten Rück­ga­be woll­te Cho­le­wa nicht spre­chen. Zu­sätz­lich ent­stan­de­ne Kos­ten kön­ne er nicht be­zif­fern. „Zu Be­ginn hat­te es Ein­zel­fäl­le ge­ge­ben, in de­nen Kun­den Wa­ren zu­rück­ge­bracht ha­ben, die of­fen­sicht­lich schon jah­re­lang im Kel­ler ge­le­gen hat­ten. Da­bei galt die un­be­grenz­te Rück­ga­be­re­gel aus­schließ­lich für Wa­ren, die seit dem 25. Au­gust 2014 ge­kauft wor­den wa­ren. Das ha­ben wir da­mals si­cher­lich nicht klar ge­nug kom­mu­ni­ziert“, sag­te er.

Nach ei­ner An­lauf­pha­se sei die Re­kla­ma­ti­ons­quo­te wie­der auf das vor­he­ri­ge Ni­veau zu­rück­ge­fal­len. Vor dem Au­gust 2014 hat­te Ikea sei­nen Kun­den ei­ne drei­mo­na­ti­ge Rück­ga­be­frist ein­ge­räumt.

„Am häu­figs­ten wer­den Ar­ti­kel in ei­nem Wert von knapp über zehn Eu­ro zu­rück­ge­ge­ben – al­so meis­tens Spon­tan­käu­fe, die zu Hau­se dann doch nicht so ge­fal­len. Bei So­fas oder Kü­chen ha­ben wir weit we­ni­ger Fäl­le“, sag­te Cho­le­wa. Noch ori­gi­nal­ver­pack­te Wa­ren ge­hen bei Ikea wie­der in den Ver­kauf. Die üb­ri­gen wer­den je nach Zu­stand in den Fund­gru­ben der Wa­ren­häu­ser an­ge­bo­ten, an so­zia­le Pro­jek­te ge­spen­det oder re­cy­celt. Letz­te­res gilt ins­be­son­de­re für be­nutz­te Ma­trat­zen.

Der nächs­te Ikea-Ka­ta­log mit der neu­en Rück­ga­be­re­gel soll En­de Au­gust er­schei­nen. Das un­be­grenz­te Rück­ga­be­recht gilt dann nur noch für Pro­duk­te, die zwi­schen dem 25. Au­gust 2014 und 31. Au­gust 2016 ge­kauft wur­den. Zu­ge­schnit­te­ne Wa­ren, Pflan­zen und Ar­ti­kel aus der Fund­gru­be sind dar­über hin­aus auch wei­ter­hin von der Rück­ga­be­re­gel aus­ge­schlos­sen.

Fo­to: Da­vid Ebe­ner, dpa

Wer ab dem kom­men­den Mo­nat et­was bei Ikea kauft, muss sich auf neue Rück­ga­be­re­geln ein­stel­len.

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