Deut­sche Rei­ter oh­ne Edel­me­tall

Statt­des­sen holt der 58-jäh­ri­ge Bri­te Nick Skel­ton Gold

Friedberger Allgemeine - - Olympische Spiele 2016 -

Rio de Janeiro Die Freun­din von Chris­ti­an Ahl­mann schlug die Hän­de vor dem Ge­sicht zu­sam­men, als der ent­schei­den­de Feh­ler pas­sier­te. Der krö­nen­de Ab­schluss blieb den Spring­rei­tern ver­wehrt. Ahl­mann und Daniel Deu­ßer ver­pass­ten das Edel­me­tall als i-Tüp­fel­chen für die glän­zen­de Rei­ter-Bi­lanz und ka­men ge­mein­sam nur auf Rang neun. „Das ist jam­mer­scha­de“, kom­men­tier­te Bun­des­trai­ner Ot­to Be­cker: „Da war mehr drin, um­so är­ger­li­cher ist es.“

Nach ma­kel­lo­sem An­fang patz­ten Ahl­mann und Deu­ßer in der zwei­ten Run­de des Fi­na­les. Der 41 Jah­re al­te Spring­rei­ter aus Marl kas­sier­te mit Ta­lou­bet eben­so ei­nen leich­ten Ab­wurf wie der 35-jäh­ri­ge Deu­ßer mit First Class. „Das wa­ren Flüch­tig­keits­feh­ler“, ana­ly­sier­te der Bun­des­trai­ner. „Sie ha­ben sonst gut ge­rit­ten, die Pfer­de sind klas­se ge­sprun­gen.“Gra­tu­lie­ren muss­ten die deut­schen Rei­ter dem 58 Jah­re al­ten Bri­ten Nick Skel­ton, der sich im Ste­chen mit Big Star Gold hol­te. Sil­ber und Bron­ze gin­gen an den Schwe­den Pe­der Fre­de­ric­son mit All in und den Ka­na­di­er Eric La­ma­ze mit Fi­ne La­dy.

Die deut­schen Rei­ter hat­ten zu­vor viel Grund zum Fei­ern ge­habt und vor dem Ab­schluss der Sprin­ger bei je­der Olym­pia-Ent­schei­dung in Rio de Janeiro min­des­tens ei­ne Me­dail­le ge­holt. Ins­ge­samt schaff­ten sie es sechs­mal auf das Po­dest.

„Wir wa­ren na­he dran“, klag­te Ahl­mann. Am Pferd ha­be es nicht ge­le­gen, sag­te der Rei­ter zum ent­täu­schen­den En­de des Olym­pia­Aus­flugs. „Er hat­te noch die rich­ti­ge Fri­sche“, lob­te Ahl­mann sei­nen Hengst. Auch Deu­ßer är­ger­te sich über ei­nen ver­meid­ba­ren Feh­ler, sag­te aber mit Ver­weis auf Te­am­Bron­ze: „Ins­ge­samt bin ich zu­frie­den.“Und er lob­te sein Pferd. „Er war sehr kon­zen­triert und fo­kus­siert“, sag­te der 35-Jäh­ri­ge über sei­nen Wal­lach. Trotz der zu­sätz­li­chen Run­de durch das Ste­chen in der Te­am­wer­tung wirk­te der Wal­lach top­fit.

Mit ei­nem Schreck hat­te das Fi­na­le für die deut­schen Fans be­gon­nen, weil Meredith Micha­els-Beer­baum ei­nen Black­out er­leb­te und auf­ge­ben muss­te. Die 46-Jäh­ri­ge aus The­ding­hau­sen hat­te be­reits am ers­ten Sprung mit Fi­bo­nac­ci ei­nen Ab­wurf und wä­re da­bei fast von ih­rem Pferd ge­fal­len. „Mit so et­was hat­te ich nicht ge­rech­net“, gab die Rei­te­rin zu: „Gott sei Dank gibt es nur die Ent­täu­schung und kei­ne Ver­let­zung. Das Pferd ist ge­sund und fit.“Die Rei­te­rin aus The­ding­hau­sen zeig­te sich ein­sich­tig: „Ich woll­te wohl zu viel. Ich ha­be zu spät ge­merkt, dass die Dis­tanz zum ers­ten Hin­der­nis nicht stimmt.“

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