Alb­traum für Schön­born im Fünf­kampf

Pferd ver­wei­gert, Me­dail­le weg

Friedberger Allgemeine - - Olympische Spiele 2016 -

Rio de Janei­ro Lan­ge nach dem ent­schei­den­den Wett­kampf im Rei­ten flos­sen bei Le­na Schön­born noch ein­mal Trä­nen der Ent­täu­schung. Der Ge­dan­ke an ihr Pech mit dem Pferd und die zwei­te Olym­pia-Ent­täu­schung nach 2012 mach­ten die Mo­der­ne Fünf­kämp­fe­rin nach­denk­lich und trau­rig. „Das war ziem­lich un­wirk­lich. Ich hat­te so ei­ne Si­tua­ti­on so lan­ge nicht“, sag­te die 30-Jäh­ri­ge. Aus­ge­rech­net bei Olym­pia in Rio hat­te das ihr zu­ge­los­te Pferd vier­mal ver­wei­gert. Der Nul­lPunk­te-Ritt zer­stör­te in kur­zer Zeit al­le Me­dail­len­träu­me.

„Null Punk­te, das hat­te ich zu­letzt vor acht Jah­ren viel­leicht“, fass­te die Olym­pia­sie­ge­rin von 2008 spä­ter zu­sam­men. „Schlim­mer geht es nicht mehr.“Bis zum Rei­ten, der drit­ten der fünf Dis­zi­pli­nen, lag Schö­ne­born aus­sichts­reich im Ren­nen um die Me­dail­len. Doch mit dem De­sas­ter im Rei­ten wa­ren al­le Chan­cen da­hin. Im Mo­der­nen Fünf­kampf wer­den die Pfer­de zu­ge­lost. Schö­ne­born be­kam in Rio die 13 Jah­re al­te Stu­te Le­gen­de. Schon im ers­ten Durch­gang mit ei­ner an­de­ren Rei­te­rin ver­wei­ger­te das Pferd zwei­mal, die Kol­le­gin warn­te Schö­ne­born noch. Doch auch bei ihr re­bel­lier­te das Pferd mehr­mals. „Ich konn­te nichts ma­chen. Das war das Frus­trie­ren­de“, sag­te sie.

Dass ihr das aus­ge­rech­net in Rio pas­siert, ist be­son­ders hart für die 30-Jäh­ri­ge. In all ih­ren Wett­kämp­fen stand sie zu­letzt auf den Trepp­chen, war mit gro­ßen Zie­len zu Olym­pia ge­reist.

Ob sie 2020 in To­kio ei­nen neu­en An­lauf für die zwei­te Olym­pia-Me­dail­le nimmt, ist frag­lich. So ent­täu­schend der Wett­kampf in Rio für Schö­ne­born ver­lief, so sehr über­rasch­te ih­re Team­kol­le­gin An­ni­ka Schleu po­si­tiv. Von Po­si­ti­on 19 lief die Ber­li­ne­rin im letz­ten Wett­kampf noch bis auf Rang fünf vor.

Män­ner Vor dem letz­ten Wett­kampf hat­te auch Patrick Do­gue als Vier­ter noch Chan­cen. Nach der letz­ten Teil­dis­zi­plin aus Lau­fen und Schie­ßen ver­gab der Pots­da­mer die mög­li­che Me­dail­le um 9,03 Se­kun­den, wur­de Sechs­ter. „Ich bin trotz­dem voll zu­frie­den. Da kann man nicht me­ckern.“

Fo­to: imago

Nach 44 Jah­ren hol­te ein deut­scher Speer­wer­fer wie­der Gold: Der 24-jäh­ri­ge Tho­mas Röh­ler war mit 90,93 Me­tern er­folg­reich.

Le­na Schön­born

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