„Mis­si­on er­füllt, Welt­spit­ze be­stä­tigt“

Deut­sche Mann­schaft si­chert sich im klei­nen Fi­na­le ge­gen Po­len die Bron­ze­me­dail­le

Friedberger Allgemeine - - Olympische Spiele 2016 -

Rio de Janei­ro Da­gur Si­gurds­son schwang den Arm wie bei ei­ner Luft­gi­tar­ren-WM. Mit dem un­ge­wohnt emo­tio­na­len Aus­bruch des Is­län­ders schon vor dem Schluss­pfiff ent­lu­den sich beim Bun­des­trai­ner An­span­nung und Freu­de über die Krö­nung ei­nes wun­der­ba­ren Jah­res. 203 Ta­ge nach dem EM-Ti­tel fei­er­ten die deut­schen Hand­bal­ler mit Olym­pia-Bron­ze in Rio de Janei­ro end­gül­tig die Rück­kehr in die Welt­spit­ze. Dank ei­ner fa­mo­sen Ab­wehr­ar­beit be­sieg­te der Eu­ro­pa­meis­ter am Sonn­tag den WM-Drit­ten Po­len mit 31:25 (17:13) und hol­te die ver­dien­te Me­dail­le. Gold si­cher­te sich ges­tern Abend Dä­ne­mark mit ei­nem 28:26-Sieg ge­gen Frank­reich.

„Das ist ein un­glaub­lich schö­ner Mo­ment. Ich bin un­glaub­lich stolz“, sag­te Si­gurds­son. Nach acht Spie­len im Zwei-Ta­ge-Rhyth­mus war auch bei ihm der Ak­ku al­le. „Man ist auch mü­de und ein biss­chen leer. Das war ein lan­ger Weg. Des­we­gen bin ich un­glaub­lich glück­lich, dass es mit so ei­nem Er­geb­nis zu En­de ge­gan­gen ist“, sag­te er.

Für ei­ne deut­sche Män­nerMann­schaft ist dies die fünf­te Olym­pia-Me­dail­le nach Gold 1936 und 1980 so­wie Sil­ber 1984 und 2004. Da­mit ha­ben al­le deut­schen Mann­schaf­ten, die in Rio ver­tre­ten wa­ren, auch Edel­me­tall ge­won­nen.

Vor rund 10 000 Zu­schau­ern war­fen als bes­te deut­sche Schüt­zen To­bi­as Reich­mann sie­ben und Uwe Gens­hei­mer sechs To­re. „Mis­si­on er­füllt, Welt­spit­ze be­stä­tigt, die WM vor Au­gen“, sag­te De­le­ga­ti­ons­lei­ter Bob Han­ning schon mit Blick auf die Welt­meis­ter­schaft im kom­men­den Jahr in Frank­reich. „Es ist ein un­fass­bar schö­nes Ge­fühl für die Mann­schaft, die un­glaub­lich viel in­ves­tiert hat in die­ses Tur­nier.“

Die Spie­ler selbst konn­ten ihr Glück kaum fas­sen. Nach­dem sie auf dem Par­kett im Kreis tanz­ten, um­arm­ten sie sich im­mer wie­der. „Wir ha­ben ein groß­ar­ti­ges Tur­nier ge­spielt. Wir sind zu­rück in der Welt­spit­ze, dar­auf kön­nen wir sehr stolz sein. Wir ha­ben die rich­ti­ge Re­ak­ti­on ge­zeigt. Ich hof­fe und den­ke, dass wir in vier Jah­ren die bes­te Mann­schaft der Welt sind. Gold ist 2020 rea­lis­tisch“, sag­te Tor­hü­ter Andre­as Wolff, der wie bei der EM auch im olym­pi­schen Bron­ze-Spiel zu gro­ßer Form auf­ge­lau­fen war.

Die Eu­ro­pa­meis­ter hat­ten nur eins im Sinn: Ge­schich­te soll­te sich nicht wie­der­ho­len. Denn vor 40 Jah­ren stan­den sich Deutsch­land und Po­len bei den Olym­pi­schen Spie­len in Mon­tre­al schon ein­mal ge­gen­über. Hand­ball-Le­gen­de Hei­ner Brand und sei­ne Kol­le­gen ver­lo­ren da­mals mit 18:21. In Rio saß Brand, der als Spie­ler und Trai­ner Welt­meis­ter wur­de, auf der Tri­bü­ne und drück­te dort sei­nen sport­li­chen En­keln die Dau­men.

Das Halb­fi­nal-Aus durch das 28:29 in letz­ter Se­kun­de ge­gen Frank­reich hat­ten die deut­schen Hand­bal­ler er­staun­lich schnell ab­ge­hakt und bes­ser ver­kraf­tet als die Po­len ihr 28:29 nach Ver­län­ge­rung ge­gen Dä­ne­mark. Im klei­nen Fi­na­le lie­ßen Ka­pi­tän Gens­hei­mer und sei­ne Kol­le­gen nie Zwei­fel da­ran auf­kom­men, dass sie die er­sehn­te Me­dail­le ho­len: „Wir sind über­glück­lich, dass wir die Bron­ze­me­dail­le ge­won­nen ha­ben. Das war al­les, was wir heu­te woll­ten. Wir kön­nen sehr, sehr stolz dar­auf sein, dass wir nach der Nie­der­la­ge wie­der so auf­ge­tre­ten sind und uns für das ge­sam­te Tur­nier be­lohnt ha­ben.“

Fo­to: Lu­kas Schul­ze, dpa

Bun­des­trai­ner Da­gur Si­gurds­son hat mit den deut­schen Hand­bal­lern die Bron­ze­me­dail­le ge­won­nen.

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