Das Sin­gold­sand-Fes­ti­val ist ein Er­folgs­hit

Mu­sik Stars von mor­gen auf der Büh­ne, Kunst­wer­ke auf dem Ge­län­de und Par­ty im Fluss. Ganz Schwab­mün­chen ist ein­be­zo­gen, um ei­ne Ver­an­stal­tung auf die Bei­ne zu stel­len, wie es sie sel­ten gibt

Friedberger Allgemeine - - Region Augsburg - VON CHRIS­TI­AN KRUPPE

Schwab­mün­chen Ein Mu­sik­fes­ti­val in ei­ner Kle­in­stadt ist an sich nichts Be­son­de­res. Doch das Sin­gold­san­dFes­ti­val in Schwab­mün­chen ist an­ders. Es hat ei­ne Er­folgs­ge­schich­te hin­ter sich, wur­de vom Mi­ni-Fest zum an­ge­sag­ten Event. Und die Or­ga­ni­sa­to­ren be­wie­sen im­mer wie­der ei­ne gu­te Na­se bei der Mu­sik­aus­wahl. Sie hol­ten in dem ei­nen Som­mer Bands, die im nächs­ten plötz­lich übe­r­all im Ra­dio zu hö­ren wa­ren. Das Fes­ti­val steigt in Zen­trums­la­ge, or­ga­ni­siert und durch­ge­führt von Schwab­münch­ner Ju­gend­li­chen. Eh­ren­amt­lich.

Am Frei­tag und Sams­tag, 26. und 27. Au­gust, steigt die sechs­te Auf­la­ge des in­zwi­schen weit über die Gren­zen der Re­gi­on hin­aus be­lieb­ten Events. Wo bei der ers­ten Auf­la­ge im Jahr 2011 noch rund 1500 Be­su­cher ei­ne Be­ach­par­ty fei­er­ten, wer­den in die­sem Jahr fast 4000 Be­su­cher er­war­tet – pro Tag. Die Gäs­te be­kom­men ei­ni­ges ge­bo­ten. „Wir ha­ben in die­sem Jahr das bes­te Li­neUp al­ler Zei­ten“, sagt Patrick Jung, der un­ter an­de­rem für die Aus­wahl der Bands zu­stän­dig ist. Auf drei Büh­nen spielt die Mu­sik. Am Frei­tag er­öff­nen ab 17 Uhr die Augs­bur­ger Ro­cker von Sleeping Tree das Fes­ti­val. Sie ha­ben ih­ren Auf­tritt bei ei­nem Band­wett­be­werb im Früh­jahr ge­won­nen. Auch am Sams­tag be­ginnt ei­ne Sie­ger­band. Ab 15.30 Uhr steht mit St­a­cia die Sie­ge­rin des dies­jäh­ri­gen Augs­bur­ger „Band des Jah­res“-Wett­be­werbs auf der Büh­ne. Doch nicht nur New­co­mer ste­hen auf den Büh­nen. Mit der An­ti­lo­pen Gang, Bo­na­par­te und Gra­ham Can­dy tre­ten Künst­ler auf, die sich nicht mehr zu den „No-Na­mes“zäh­len las­sen. Eben­so Iso­la­ti­on Ber­lin. Die In­die-Pop-Band war in die­sem Jahr für den Echo-Kri­ti­ker­preis no­mi­niert. Dass die Fes­ti­val-Ma­cher ei­ne gu­te Na­se bei der Aus­wahl der Künst­ler ha­ben, zeigt das Bei­spiel der Bay-Folk-Band Im­pa­la Ray, die im Vor­jahr auf der Strand­büh­ne stand und nun von na­he­zu al­len Ra­dio­sta­tio­nen ge­spielt wird.

Aber nicht nur die her­aus­ra­gen­de Be­set­zung der drei Büh­nen macht das Fes­ti­val zu et­was Be­son­de­rem. Ein­zig­ar­tig ist auch die La­ge des Ge­län­des und was die jun­ge Leu­te dar­aus ma­chen. Mit­ten in Schwab­mün­chen, auf dem Eis­platz, wird ge­fei­ert. Die­ser wird mit ei­ni­gen Last­wa­gen­la­dun­gen Sand zu ei­nem Strand, mit gro­ßer Büh­ne und Ver­kaufs­bu­den. „Das Ge­län­de soll an die­sen bei­den Ta­gen zum Wohn­zim­mer der Stadt wer­den“, sagt Ot­to Gro­the vom De­ko­ra­ti­ons­team. Hin­ter dem Eis­platz liegt die Gey­er­burg. Das ehe­ma­li­ge Ge­fäng­nis dient als Back­stage-Be­reich und Ku­lis­se zu­gleich. Auf der Ost­sei­te der Burg war­te ein Bier­gar­ten samt klei­ner Büh­ne. Dort spie­len un­ter an­de­rem die Folk­grup­pe Ship & An­chor oder der Un­ter­all­gäu­er Gi­tar­ren-Vir­tuo­se Adi Hau­ke.

Auf der an­de­ren Sei­te der Burg steht die See­büh­ne, di­rekt vor ihr fließt ein Arm der Sin­gold und trennt die­se Büh­ne vom Pu­bli­kum. Im vo­ri­gen Jahr hat­te der Schwab­münch­ner Bau­hof den Sei­ten­arm ge­rei­nigt und des­sen Un­ter­grund be­fes­tigt. Die Fes­ti­val­be­su­cher fei­er­ten dann auch im Bach vor der Büh­ne. Per­fek­tio­niert wird das Am­bi­en­te noch durch die Ar­beit des De­ko-Teams. Die­ses sorgt da­für, dass das Fes­ti­val nicht nur aus Büh­nen, Stän­den und Sand be­steht. 40 Hel­fer ar­bei­ten da­ran, dass al­les et­was Aus­ge­fal­le­ner und Ge­müt­li­cher wird. Da­bei wer­den nicht nur Stän­de und Büh­nen mit­ein­be­zo­gen: Das Fes­ti­val ist fast schon be­rühmt für die Kunst­wer­ke, die auf dem Ge­län­de zu fin­den sind.

Ei­nen ei­ge­nen Weg ge­hen die Ver­an­stal­ter auch bei der Be­wir­tung. Schwab­münch­ner Ver­ei­ne kön­nen sich um Stän­de be­wer­ben und ei­ge­ne Ide­en vor­schla­gen. So wer­den zehn Bu­den – mehr als die Hälf­te al­ler Stän­de – von Ver­ei­nen be­wirt­schaf­tet. Der Er­lös kommt der Nach­wuchs­ar­beit der Ver­ei­ne zu­gu­te.

Mit im Boot ist in die­sem Jahr auch un­se­re Zei­tung als Me­di­en­part­ner. So wer­den un­ter den Be­su­chern 3000 Was­ser­bäl­le ver­schenkt und Pro­mo­ti­on-Teams ver­tei­len ne­ben Gra­tis­zei­tun­gen mit ei­ner dop­pel­sei­ti­gen Gra­fik des Fest­ge­län­des auch Gut­schei­ne für das E-Pa­per und die Druck­aus­ga­be un­se­rer Zei­tung.

Der Ur­sprung des Fes­ti­vals liegt so­gar wei­ter zu­rück, als den meis­ten Gäs­ten be­wusst ist. Von 2007 an fand drei Jah­re lang das Land­luf­tFes­ti­val im Schwab­münch­ner Luit­pold­park statt. Die­ses dien­te als Vor­bild für das ers­te Fes­ti­val. Und für ei­nen Künst­ler schließt sich so auch ein Kreis. 2008 stand Oli­ver Gott­wald mit Ana­jo auf der Land­luft-Büh­ne, heu­er tritt er als So­lo­künst­ler beim Sin­gold­sand-Fes­ti­val auf.

Ar­chiv­fo­to: Chris­ti­an Kruppe

Das Sin­gold­sand-Fes­ti­val zieht die Be­su­cher auch we­gen der un­ge­wöhn­li­chen Ört­lich­kei­ten an. Ei­ne der Büh­nen wird von ei­nem Ne­ben­arm der Sin­gold vom Pu­bli­kum ge­trennt. Wenn es heiß ist, kann man auch mal ins Was­ser sprin­gen.

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