Wenn Hit­ze krank macht

Das wech­sel­haf­te Wet­ter hat un­an­ge­neh­me Fol­gen

Friedberger Allgemeine - - Augsburg - VON BE­NE­DIKT WIE­DE­MANN

Der Re­kord­som­mer 2015 führ­te mit Tem­pe­ra­tu­ren von über 40 Grad zu zahl­rei­chen Hit­ze­op­fern. Der Som­mer 2016 ge­stal­te­te sich bis­lang ver­gleichs­wei­se un­pro­ble­ma­tisch. Ob­wohl der Ju­li in Bay­ern fast zwei Grad wär­mer als im Durch­schnitt war, wech­sel­ten sich war­me und ver­reg­ne­te Ta­ge ab. Das un­be­stän­di­ge Wet­ter und die teils sehr ho­he Luft­feuch­tig­keit kön­nen zwar an­stren­gend und schweiß­trei­bend sein, laut dem Augs­bur­ger All­ge­mein­arzt Dr. Wer­ner Heyn hal­ten sich die ge­sund­heit­li­chen Fol­gen aber im Rah­men: „Kreis­lauf­be­schwer­den be­tref­fen am ehes­ten jun­ge Men­schen und Frau­en mit nied­ri­gem Blut­druck. Äl­te­re Men­schen ha­ben ver­mehrt mit Ge­lenk­be­schwer­den zu tun.“

Die Dia­gno­sen Hitz­schlag und Son­nen­stich blie­ben im bis­he­ri­gen Som­mer hin­ge­gen weit­ge­hend aus.

Män­ner ha­ben öf­ters ei­nen Son­nen­stich

Dr. Mar­kus Weh­ler, Chef der Not­auf­nah­me am Kli­ni­kum Augs­burg, sagt: „Bis­lang wa­ren die Tem­pe­ra­tu­ren zu kühl bzw. die hei­ßen Ta­ge nicht an­hal­tend ge­nug, um ty­pi­sche Hit­ze­op­fer zu for­dern.“Ganz im Ge­gen­satz zum letz­ten Jahr. Schwit­zen bis der Arzt kommt – so lässt sich der dritt­wärms­te Som­mer seit Be­ginn der Wet­ter­auf­zeich­nun­gen, be­schrei­ben. Nach Aus­kunft der Kauf­män­ni­schen Kran­ken­kas­se (KKH) muss­ten dop­pelt so vie­le Men­schen wie im Jahr zu­vor we­gen ei­nes Son­nen­bran­des, Son­nen­stichs oder Hitz­schlags ärzt­lich be­han­delt wer­den. Vor al­lem Män­ner schie­nen sich auf die Hit­ze schlecht vor­be­rei­tet zu ha­ben: Die KKH re­gis­trier­te im Mo­nat Ju­li fast drei­mal so vie­le männ­li­che wie weib­li­che Pa­ti­en­ten mit der Dia­gno­se Hitz­schlag und Son­nen­stich. Mög­li­che Sym­pto­me von Hit­ze­krank­hei­ten sind Kopf­schmerz, Schwin­del, Übel­keit, ho­he Kör­per­tem­pe­ra­tur und Seh­stö­run­gen. Be­trof­fe­ne soll­ten di­rek­te Son­nein­strah­lung ver­mei­den. Grund­sätz­lich gilt: Viel trin­ken und auf die pas­sen­de Klei­dung ach­ten.

Ar­chiv­fo­to: An­ne Wall

Viel trin­ken, ist im Som­mer be­son­ders wich­tig.

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