Die Stadt ist am Zug

Friedberger Allgemeine - - Augsburg - VON EVA MA­RIA KNAB Bahn­park eva-ma­ria.knab@augs­bur­ger-all­ge­mei­ne.de

Augs­burg hat tol­le Denk­mä­ler, die für Tech­nik­ge­schich­te ste­hen: Das al­te Gas­werk in Ober­hau­sen ge­hört da­zu, auch der his­to­ri­sche Bahn­park im Hoch­feld. Im Prin­zip sind sol­che Area­le, in de­nen Ge­schich­te un­mit­tel­bar für je­den spür­bar wird, ein Se­gen für ei­ne Stadt. Für die Ei­gen­tü­mer sol­cher Im­mo­bi­li­en kann der Er­halt al­ler­dings zur Be­las­tungs­pro­be wer­den.

Das al­te Gas­werk ist im Ei­gen­tum der Stadt­wer­ke. Und selbst die­se fi­nanz­kräf­ti­ge städ­ti­sche Ge­sell­schaft müht sich seit Jah­ren, ei­ne neue, be­zahl­ba­re Nut­zung für das rie­si­ge Are­al und die In­dus­trie­bau­ten dar­auf zu fin­den. Un­gleich schwie­ri­ger ist die La­ge im Bahn­park. Dort hat ei­ne klei­ne ge­mein­nüt­zi­ge Fir­ma von Ei­sen­bahn­fans mit be­grenz­ten Mit­teln ein ähn­lich gro­ßes Ge­län­de neu be­lebt und hält den Bahn­park am Lau­fen. Auf Dau­er wird sie das al­lei­ne nicht mehr schaf­fen.

Her­aus­for­de­run­gen gibt es vie­le: Zum ei­nen braucht das Ei­sen­bahn­schau­ge­län­de ei­ne be­glei­ten­de Schau mit mu­sea­lem Cha­rak­ter. Sie ver­bin­det die Ak­ti­vi­tä­ten mit ei­nem ro­ten Fa­den. Und sie wird vor­aus­sicht­lich auch hel­fen, För­der­mit­tel zu ge­ne­rie­ren. Der Bahn­park ist hier schon sehr ak­tiv. Die neu­en För­der­mit­tel von Be­zirk, Stadt und Land­kreis hel­fen ein Stück wei­ter. Ganz wich­tig wä­re aber, dass Ober­bür­ger­meis­ter Gribl auch sei­ne Re­fe­ren­ten im Be­reich Kul­tur, Stadt­ent­wick­lung und Wirt­schaft ge­mein­sam auf den Bahn­park und das Um­feld an­setzt. Zwar ist die Deut­sche Bahn als Ei­gen­tü­mer gro­ßer Flä­chen in die­sem Be­reich ein schwie­ri­ger Ge­sprächs­part­ner. Ein gu­tes städ­te­bau­li­ches Zu­kunfts­kon­zept wür­de sich aber für das Hoch­feld und sei­ne Be­woh­ner loh­nen. Der Bahn­park ist wich­tig für die Iden­ti­tät des ge­sam­ten Stadt­vier­tels. Was wä­re, wenn er dicht­macht und sich statt­des­sen Groß­dis­coun­ter an­sie­deln?

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