Wie ge­fähr­lich ist die­se Kreu­zung wirk­lich?

Auf der Stra­ße zwi­schen Wif­ferts­hau­sen und Re­derz­hau­sen kracht es häu­fig. Über die Ur­sa­chen gibt es ver­schie­de­ne Mei­nun­gen, um­ge­baut wird die Stel­le wohl nicht

Friedberger Allgemeine - - Friedberg - VON SE­BAS­TI­AN MAYR

Fried­berg Fünf Un­fäl­le mit ins­ge­samt drei Leicht­ver­letz­ten. So liest sich die Sta­tis­tik der Po­li­zei. Doch Ru­dolf und An­ne­ro­se Schmidt ha­ben das Ge­fühl, dass es an der Kreu­zung der Staats­stra­ße 2051 mit Man­del­berg­stra­ße und Re­derz­hau­se­ner Weg viel häu­fi­ger kracht. Das Ehe­paar wohnt am süd­li­chen Orts­rand von Wif­ferts­hau­sen, mit di­rek­tem Blick auf die Kreu­zung. „Wir füh­ren da nicht Buch und sind auch nicht im­mer zu­hau­se“, be­tont An­ne­ro­se Schmidt. Den­noch se­hen die bei­den häu­fig, wie Fahr­zeu­ge zu­sam­men­sto­ßen. Oft ei­ni­gen sich die Fah­rer dann oh­ne Po­li­zei, wie die Schmidts be­ob­ach­tet ha­ben.

Aus der Sicht des Ehe­paars müss­te die Höchst­ge­schwin­dig­keit be­grenzt und am bes­ten ein Kreis­ver­kehr ein­ge­rich­tet wer­den. Nicht weit von der Kreu­zung gilt ein Tem­po­li­mit: Bei der Ein­fahrt zum Wert­stoff­hof am Lueg ins Land. Die Schmidts be­rich­ten aus ei­ge­ner Er­fah­rung, dass man­che Au­tos we­gen der Kur­ve im Wes­ten beim Über­que­ren der Staats­stra­ße nur sehr schlecht zu se­hen sei­en. Ru­dolf Schmidt glaubt, dass der nächs­te Un­fall be­reits pro­gram­miert ist, wenn an der Stel­le nichts ver­än­dert wird.

Zu­stän­dig für ei­nen Um­bau wä­re das Staat­li­che Bau­amt, das je­doch kei­ne der­ar­ti­gen Plä­ne hat. Dass ein Tem­po­li­mit die Un­fall­zahl sen­ken könn­te, glaubt Fried­bergs Po­li­zei- chef Max Bau­mann nicht, auch wenn er sagt: „Das ist mit Si­cher­heit ein Schwer­punkt in un­se­rem Di­enst­be­reich.“

Die Kreu­zung sei gut ein­seh­bar, fin­det Bau­mann. Auch Ge­schwin­dig­keits­über­tre­tun­gen sind nach den Er­kennt­nis­sen der Po­li­zei nicht für die Un­fäl­le ver­ant­wort­lich. An die­sen sei ver­mut­lich eher die tief ste­hen­den Son­ne schuld: Wenn es dort kracht, hat nach den Er­fah­run­gen der Po­li­zei meist ein Fah­rer ei­nen an­de­ren über­se­hen.

Zu­letzt hat es laut Po­li­zei­sta­tis­tik nur ver­ein­zel­te Un­fäl­le ge­ge­ben. Dass sich vie­le Un­fall­be­tei­lig­te oh­ne Po­li­zei ei­ni­gen, glaubt Bau­mann nicht. Das pas­sie­re auf ei­nem Su­per­markt­park­platz, nicht aber an ei­ner sol­chen Stra­ßen­kreu­zung. Dort wer­de durch ei­nen Un­fall schließ­lich auch der Ver­kehr be­hin­dert. An­ne­ro­se Schmidt kann ein ak­tu­el­les Ge­gen­bei­spiel nen­nen: Erst vor ein paar Ta­gen hat sie mit ei­ner Be­kann­ten ge­spro­chen, die dort ei­nen Un­fall hat­te, zu dem die Po­li­zei nicht ge­ru­fen wur­de.

Tat­säch­lich galt die Kreu­zung zeit­wei­se als Un­fall­häu­fungs­stel­le, wie es in der Be­hör­den­spra­che heißt. Al­ler­dings nicht we­gen Au­to­un­fäl­len, son­dern weil Fahr­rad­fah­rer ge­gen­ein­an­der ge­fah­ren wa­ren. Nach der ak­tu­el­len Be­wer­tung gilt die Zahl der Un­fäl­le nicht hö­her als der Durch­schnitt. In die Be­wer­tung flie­ßen die Vor­fäl­le von drei Jah­ren ein, mo­men­tan sind es die von 2012, 2013 und 2014.

Da­mit die Kreu­zung um­ge­baut wer­den kann, müss­te sie als Un­fall­häu­fungs­stel­le gel­ten. An­dern­falls nimmt das Staat­li­che Bau­amt nur klei­ne Än­de­run­gen vor. Im Fall der Kreu­zung an der Staats­stra­ße 2051 hat die Be­hör­de das Gras an den Sicht­drei­ecken ins Au­ge ge­fasst. Es soll kurz ge­hal­ten wer­den. Al­ler­dings wächst der Mais auf ei­nem an­gren­zen­den Feld mo­men­tan so hoch, dass der Rad­weg nach Hü­gels­hart von Nor­den aus nur schlecht zu se­hen ist. Rad­fah­rer und Fuß­gän­ger ha­ben an der Kreu­zung Vor­rang.

An­de­re Mög­lich­kei­ten, als das Gras re­gel­mä­ßig zu mä­hen, sieht Be­reichs­lei­ter Uwe Fritsch vom Staat­li­chen Bau­amt, nicht. „Das Ein­zi­ge, was man da ma­chen kann“, sagt er. „Die Hür­den für ei­nen Um­bau sind hoch.“»Kom­men­tar

Fo­to: Ru­dolf Schmidt

Die­sen Un­fall an der Kreu­zung der Staats­stra­ße 2051 mit dem Re­derz­hau­se­ner Weg und der Man­del­berg­stra­ße hat An­woh­ner Ru­dolf Schmidt von sei­ner Ter­ras­se aus fo­to­gra­fiert. Er be­ob­ach­tet dort re­gel­mä­ßig, wie Au­tos zu­sam­men­sto­ßen.

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