Das En­de ist schon be­sie­gelt

Mit der tra­di­tio­nel­len Sport­gast­stät­te ver­bin­den vie­le Me­rin­ger schö­ne Er­in­ne­run­gen / Se­rie (3)

Friedberger Allgemeine - - Adelzhausen | Affing | Mering - VON PE­TER STÖBICH

Me­ring Die Ta­ge der tra­di­ti­ons­rei­chen Sport­ga­stät­te an der Trat­teil­stra­ße sind ge­zählt, denn Ar­chi­tekt Alen Jasa­re­vic plant für den Me­rin­ger Sport­ver­ein (MSV) be­reits ein 2,6 Mil­lio­nen teu­res Heim auf zwei Eta­gen. Ge­org Resch, seit 16 Jah­ren Vor­sit­zen­der und frü­her ak­ti­ver Spie­ler und Ju­gend­lei­ter, sieht den Ab­schied mit ei­nem la­chen­den und ei­nem wei­nen­den Au­ge.

Ei­ner­seits freut er sich, dass ein mo­der­nes Quar­tier den Mann­schaf­ten künf­tig aus­rei­chend Platz bie­ten wird, auf der an­de­ren Sei­te ver­bin­det er mit dem sa­nie­rungs­be­dürf­ti­gen Haus vie­le emo­tio­na­le Mo­men­te. „Hier ha­ben wir zahl­rei­che Sie­ge ge­fei­ert und Nie­der­la­gen be­trau­ert, Be­spre­chun­gen oder das Weih­nachts­es­sen des Markt­ge­mein­de­rats ver­an­stal­tet“, er­in­nert er sich mit ein we­nig Weh­mut.

Auch Reschs kom­mu­nal­po­li­ti­sche Ar­beit im Rats­gre­mi­um hat­te in der Sport­gast­stät­te ih­ren An­fang ge­nom­men; so ist es kein Wun­der, dass sein Herz an dem acht­ecki­gen Ge­bäu­de hängt, in dem er so vie­le Aben­de und Wo­che­n­en­den ver­bracht hat. Auch vie­le äl­te­re Bür­ger ver­bin­den schö­ne Er­in­ne­run­gen mit dem Haus, in dem sie sich mit ih­ren Freun­den ge­trof­fen oder Ju­bi­lä­en ge­fei­ert ha­ben.

Im Au­gust 1982 über­gab Bür­ger­meis­ter Max Sedl­meir dem da­ma­li­gen Ver­eins­vor­sit­zen­den Hans Kai­ser den Schlüs­sel zum Neu­bau, für den der SV der Ge­mein­de 7200 Qua­drat­me­ter Bau­land über­las­sen hat­te. Bis En­de 2011 war die öf­fent­li­che Sport­gast­stät­te ver­pach­tet, in der zahl­rei­che Po­ka­le von den Er­fol­gen der Me­rin­ger Mann­schaf­ten zeu­gen. Der Ver­ein be­treut in sie­ben Ab­tei­lun­gen rund 1200 Mit­glie­der. „Wenn man den Durch­lauf über meh­re­re Jahr­zehn­te be­trach­tet, dann war fast je­der Me­rin­ger ir­gend­wann ein­mal bei uns Mit­glied“, sagt Resch.

Die Ge­schich­te des al­ten Hau­ses spieg­le ge­wis­ser­ma­ßen das Le­ben in all sei­nen Fa­cet­ten wi­der: Freu­de, Hoff­nung, Trau­er, Auf- und Ab­stie­ge. Die not­wen­di­ge Sa­nie­rung wä­re un­ver­hält­nis­mä­ßig teu­er; dar­um hat der Ge­mein­de­rat den Ab­bruch des Ge­bäu­des be­schlos­sen, das ei­nem Haus zur Kin­der­be­treu­ung wei­chen soll. Der Vor­teil für den MSV: Er muss nicht mehr wie bis­her mit dem be­eng­ten Un­ter­ge­schoss aus­kom­men, son­dern er­hält ei­nen Neu­bau im Sta­di­on zwi­schen dem bis­he­ri­gen Sport­ler­ein­gang und der Tri­bü­ne. Der Me­rin­ger Ar­chi- tekt Alen Jasa­re­vic stell­te sei­nen Ent­wurf im Ge­mein­de­rat vor. Da­nach ist die ers­te Ebe­ne als Tief­par­terre halb in den Erd­bo­den ver­senkt an­ge­dacht, die zwei­te als Hoch­par­terre.

Un­ten führt ein Ein­gang vom Park­platz ins Ge­bäu­de hin­ein, es gibt aber auch ei­nen di­rek­ten Aus­gang zum Sport­platz hin. Im obe­ren Teil be­fin­det sich ein gro­ßer Übungs­raum, der aber auch ge­nug Platz für die Haupt­ver­samm­lun­gen des SV bie­tet. „Un­ser Ziel ist es, ein mög­lichst mul­ti­funk­tio­na­les Ge­bäu­de zu bau­en“, so der Ar­chi­tekt.

Not­wen­di­ge Sa­nie­rung wä­re un­ver­hält­nis­mä­ßig teu­er

Foto: Pe­ter Stöbich

Vor­sit­zen­der Ge­org Resch wird die Sport­gast­stät­te in ab­seh­ba­rer Zeit end­gül­tig zu­sper­ren.

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