Di­no­sau­ri­er­park im Alt­mühl­tal

Im Alt­mühl­tal gibt es jetzt ei­nen Di­no­sau­ri­er­park. Auf ei­nem 1,5 Ki­lo­me­ter lan­gen Rund­weg fin­den Be­su­cher rund 100 Fi­gu­ren in Le­bens­grö­ße. Und es gibt noch viel mehr zu se­hen

Friedberger Allgemeine - - Erste Seite - VON SIL­KE FEDERSEL Fo­to: Sil­ke Federsel

Denkendorf Zwar war der Bra­chio­sau­rus nur ein harm­lo­ser Pflan­zen­fres­ser, da­für konn­te der ur­zeit­li­che Rie­se ei­ne be­ein­dru­cken­de Grö­ße er­rei­chen: 13 Me­ter hoch war er ge­we­sen und soll bis zu 80 Ton­nen auf die Waa­ge ge­bracht ha­ben. Wie win­zig man sich al­lein ne­ben sei­nen me­ter­ho­hen Bei­nen vor­kommt, da­von kön­nen sich Be­su­cher seit heu­te im neu er­öff­ne­ten Di­no­sau­ri­er­park Alt­mühl­tal bei Denkendorf ein Bild ma­chen. Denn dort er­war­tet sie nicht nur die me­ter­ho­he Ech­se, son­dern noch rund 100 an­de­re ur­zeit­li­che Fi­gu­ren in Le­bens­grö­ße. Sie al­le sind ent­lang ei­nes et­wa 1,5 Ki­lo­me­ter lan­gen Rund­wegs auf­ge­reiht, der durch ein Wald­stück des 11,5 Hekt­ar gro­ßen Are­als führt.

Dort wird die Evo­lu­ti­ons­ge­schich­te an­schau­lich er­zählt: Man er­fährt vom Ur­knall, lernt die ers­ten Vor­fah­ren der Di­no­sau­ri­er wie den Pan­zer­fisch ken­nen und sieht, wie viel­fäl­tig die Sau­ri­er einst wa­ren – es reicht vom furcht­ein­flö­ßen­den T-Rex bis hin zu win­zi­gen Ex­em­pla­ren, die ge­ra­de frisch aus dem Ei ge­schlüpft sind. Feh­len darf auf die­sem Rund­gang durch die Erdge- schich­te na­tür­lich auch der Me­teo­ri­ten­ein­schlag nicht, der das En­de der Di­no­sau­ri­er be­sie­gel­te. Und die Le­be­we­sen, die ih­nen folg­ten: Säu­ge­tie­re wie das rie­si­ge Mam­mut, das Woll­nas­horn und auch der Ne­an­der­ta­ler ha­ben ih­ren Platz im Park ge­fun­den.

Den Park be­tre­ten die Be­su­cher durch das gro­ße Haupt­ge­bäu­de mit In­for­ma­ti­on, Kas­se, Mu­se­ums­shop und Re­stau­rant. Dort gibt es ne­ben Schnit­zel und Pom­mes für die Klei­nen auch Bio­ge­rich­te und ve­ge­ta­ri­sche Spei­sen – zu­be­rei­tet größ­ten­teils aus re­gio­na­len Pro­duk­ten. Denn das The­ma Nach­hal­tig­keit ist Ge­schäfts­füh­rer Micha­el Völ­ker, der ei­nen ho­hen ein­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­trag in den Park in­ves­tiert hat, wich­tig. Und so hat er auch größ­ten­teils na­tür­li­che Ma­te­ria­len aus der Re­gi­on ver­bau­en las­sen und setzt auf ei­ne CO2-neu­tra­le Hei­zung. Wie bei der Aus­stat­tung hat er ei­ge­nen An­ga­ben nach ho­he An­sprü­che an den In­halt ge­legt, der ver­mit­telt wer­den soll. Das An­ge­bot sei teil­wei­se auf die baye­ri­schen Lehr­plä­ne ab­ge­stimmt, Fi­gu­ren nach wis­sen­schaft­li­chen Stan­dards ge­fer­tigt, sagt Völ­ker. So könn­ten im Di­no­park zwei Din­ge mit­ein­an­der ver­bun­den wer­den, die sonst oft nicht so leicht un­ter ei­nen Hut zu be­kom­men sind: Ler­nen und Spaß ha­ben.

Bei den zu er­war­ten­den Be­su­cher­zah­len ori­en­tiert sich Völ­ker am Di­no­sau­ri­er-Park im nie­der­säch­si­schen Mün­che­ha­gen. Dort zählt man bis zu 180 000 Be­su­cher im Jahr. „Ich den­ke aber, wir kön­nen auf­grund der sehr gu­ten La­ge weit­aus mehr be­kom­men“, sagt er. Denn der Park lie­ge nicht nur güns­tig an der Au­to­bahn­aus­fahrt, son­dern auch re­la­tiv zen­tral in Bay­ern.

Der Ge­schäfts­füh­rer geht von ei­nem ho­hen tou­ris­ti­schen Nut­zen für die Re­gi­on aus. Das tun auch die Ver­ant­wort­li­chen des Na­tur­parks Alt­mühl­tal. Des­sen Se­hens­wür­dig­kei­ten wer­den in ei­nem ei­ge­nen Pa­vil­lon, der in der Form ei­nes lie­gen­den Am­mo­ni­ten ge­stal­tet ist, vor­ge­stellt. Au­ßer­dem kann man da­rin die ers­ten Fos­si­li­en be­wun­dern. Im Früh­jahr 2017 soll noch ei­ne gro­ße Mu­se­ums­hal­le hin­zu­kom­men.

Im Di­no­park darf man aber nicht nur stau­nen, son­dern selbst Din­ge aus­pro­bie­ren. Et­wa in der über­dach­ten Mit­mach­hal­le, in der Be­su­cher nach Hai­fisch­zäh­nen im Sand su­chen oder Di­nos kne­ten kön­nen – gut ge­schützt vor Wind und Wet­ter.

La­ge und Ein­tritt

Der Di­no­park liegt zwei Ki­lo­me­ter ent­fernt von der Au­to­bahn­aus­fahrt (A 9) Denkendorf. Er ist täg­lich von 9 bis 18 Uhr ge­öff­net.

Kin­der bis 3 Jah­ren ha­ben frei­en Ein­tritt, von 4 bis 12 Jah­re zah­len sie 9,50 Eu­ro, Er­wach­se­ne 14,50 Eu­ro. Schü­ler- und Kin­der­gar­ten­grup­pen 8,50 Eu­ro.

Hun­de dür­fen mit­ge­bracht wer­den, müs­sen aber an die Lei­ne.

Ein be­ein­dru­cken­des Tier: Der Tor­vo­sau­rus zählt zu den rund 100 ur­zeit­li­chen Fi­gu­ren im neu­en Di­no­sau­ri­er­park.

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