Fehl­alar­me ge­fähr­den al­le

Friedberger Allgemeine - - Bayern - VON SON­JA KRELL Fal­sche No­t­ru­fe sok@augs­bur­ger-all­ge­mei­ne.de

Nein, es ist kein Dum­me-Jun­gen-Streich, wenn Po­li­zei, Feu­er­wehr und No­t­ärz­te alar­miert wer­den, ob­wohl gar nichts pas­siert ist. Wer meint, Ret­tungs­kräf­te an der Na­se her­um­füh­ren zu müs­sen, han­delt schänd­lich. Denn fal­sche No­t­ru­fe blo­ckie­ren wich­ti­ge Te­le­fon­lei­tun­gen, ver­ur­sa­chen ho­he Kos­ten und bin­den Ein­satz­kräf­te, die an­dern­orts drin­gend ge­braucht wür­den. Ein ab­sicht­li­cher Fehl­alarm ge­fähr­det das Le­ben an­de­rer.

Der Ruf des Jus­tiz­mi­nis­ters nach hö­he­ren Haft­stra­fen klingt gut. Doch er greift zu kurz. Schon jetzt kön­nen Fäl­le vor­sätz­li­cher Ir­re­füh­rung straf­recht­lich ge­ahn­det wer­den, die Auf­klä­rungs­quo­te ist ver­gleichs­wei­se hoch. Und die Pa­nik­re­ak­tio­nen, die es rund um den Münch­ner Amok­lauf gab, las­sen sich auch durch schär­fe­re Ge­set­ze nicht ver­hin­dern: Denn der Groß­teil der Fal­sch­mel­dun­gen kur­sier­te in so­zia­len Netz­wer­ken und ver­brei­te­te sich dort ra­sant. Das zu un­ter­bin­den ist nicht mög­lich.

Vor al­lem aber darf in der Be­völ­ke­rung nicht der Ein­druck ent­ste­hen, dass be­straft wird, wer irr­tüm­li­cher­wei­se Po­li­zei oder Ret­tungs­kräf­te ver­stän­digt. Denn letzt­lich muss gel­ten: Lie­ber wählt man ein­mal zu oft die No­t­ruf­num­mer als ein­mal zu we­nig.

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