Mut­ter­tags-Müll

Julia Ro­berts, Jen­ni­fer Anis­ton und die to­ta­le Harm­lo­sig­keit

Friedberger Allgemeine - - Kino - VON GÜN­TER H. JEKUBZIK

Wie ein lie­gen­ge­blie­be­nes Stück Ku­chen, kleb­rig und schon leicht müf­felnd, lan­det die­ser Rest vom ame­ri­ka­ni­schen Mut­ter­tag nun in un­se­ren Ki­nos. Zur De­ko­ra­ti­on gibt es mit Jen­ni­fer Anis­ton, Ka­te Hud­son, Julia Ro­berts und Ja­son Su­d­ei­kis ei­ni­ge Stars. Mit dem glei­chen Nähr­wert wie ei­ne Sei­fen­bla­se tut der Film nie­man­dem weh.

Ein Hau­fen klei­ner Dra­men, die ge­nau so aus­ta­riert sind, dass sie kei­nes­falls beim Pop­corn-Knab­bern stö­ren. Das ist das Re­zept für der­lei En­sem­ble-Fil­me, die ger­ne zu Weih­nach­ten, Os­tern oder eben zum Mut­ter­tag da­her­kom­men. „Mo­ther’s Day“ist wie Auf­zugs­mu­sik für die Au­gen: Kommt ei­nem ir­gend­wie al­les be­kannt vor, fällt nicht auf, stört nicht. Mit Aus­nah­me von Jen­ni­fer Anis­ton, die sich auch in die­ser Rol­le wie­der chao­tisch mit Selbst­ge­sprä­chen und im­mer am Ran­de des Ner­ven­zu­sam­men­bruchs gibt. Ih­re Mut­ter-Fi­gur muss die neue, sehr, sehr jun­ge Frau des Ex als Kon­kur­renz ak­zep­tie­ren. Dann gibt es denn ver­wit­we­ten Va­ter, der die bes­te Mut­ter ist, und die Toch­ter oh­ne Mut­ter, die sich nicht bin­den mag. Julia Ro­berts gibt völ­lig leb- und re­gungs­los ei­ne Shop­pin­gKa­nal-Queen, die wohl einst in jun­gen Jah­ren bes­ser Mut­ter ge­we­sen wä­re.

„Ro­man­ti­sche Ko­mö­die“nennt man so was, wo­bei der Be­griff so ste­ril wie der gan­ze Film wirkt. Wenn es ei­ne Pein­lich­keit ist, Tam­pons im Su­per­markt zu kau­fen, weiß man, wie rea­lis­tisch die­se Fi­gu­ren sind. Jen­ni­fer Anis­ton, Ka­te Hud­son und Julia Ro­berts, dro­hen nie ins rich­ti­ge Le­ben ab­zu­rut­schen. Das Pro­blem, den El­tern ei­ne les­bi­sche Be­zie­hung und ei­nen dun­kel­häu­ti­gen Part­ner zu of­fen­ba­ren, könn­te ein Dra­ma aus­fül­len. Da­zu ein paar Le­bens­weis­hei­ten und schon lö­sen sich all die klei­nen Dra­men in Wohl­ge­fäl­lig­keit, Ver­söh­nun­gen und Hoch­zeit auf. Die üb­li­che Null­sum­me sol­cher harm­lo­sen En­sem­ble-Fil­me. Sie rau­schen vor­bei und sind schnell ver­ges­sen. Ei­ne „net­te“Kleb­rig­keit, die durch­aus Übel­keit ver­ur­sa­chen kann. *

Film­start in Augs­burg, Aichach, Meit­in­gen, Neu-Ulm, Pen­zing, In­gol­stadt

Fo­to: Ron Batzdorff, Mo­thers Mo­vie LLC

Mi­ran­da (Julia Ro­berts) und San­dy (Jen­ni­fer Anis­ton) in Mo­ther’s Day – Lie­be ist kein Kin­der­spiel.

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