Janker rückt in den Blick­punkt

FC Augs­burg Der 31-jäh­ri­ge Ver­tei­di­ger spielt ge­gen den VfL Wolfs­burg wohl von Be­ginn an. In der neu­en Bun­des­li­ga-Sai­son rech­net er mit ei­ner Zwei-Klas­sen-Ge­sell­schaft

Friedberger Allgemeine - - Sport Regional - VON WOLFGANG LANG­NER

Es war ein gu­ter Auf­tritt von Chris­toph Janker. Na­tür­lich ist ein Fuß­ball-Fünft­li­gist für ei­nen ge­stan­de­nen Bun­des­li­ga-Pro­fi kei­ne Mess­lat­te, aber es sah so aus, als woll­te sich Janker ei­nen et­was an­de­ren Sta­tus er­wer­ben. Nicht mehr den des „ewi­gen Er­satz­spie­lers“. Je­den­falls setz­te er beim 2:0-Sieg ge­gen Ravensburg in der 1. DFB-Po­kalHaupt­run­de das um, was ei­ne grund­sätz­li­che For­de­rung von Trai­ner Dirk Schus­ter ist: „Mehr Laut­stär­ke auf dem Platz.“

Janker war nicht zu über­hö­ren und er setz­te sich auch nach dem Aus­fall von Ka­pi­tän Paul Ver­ha­egh als Di­ri­gent der Vie­rer­ket­te durch. Viel Ges­tik und auch ein gu­tes Au­ge. Das fiel na­tür­lich auch sei­nem Trai­ner Dirk Schus­ter auf: „Janker hat ei­ne or­dent­li­che Vor­stel­lung ge­bo­ten. Er hat Blut ge­leckt und macht das sehr gut.“Klar, wenn nicht jetzt, wann dann? Der per­so­nel­le Not­stand des FC Augs­burg in der In­nen­ver­tei­di­gung könn­te auch

„Das wa­ren vie­le po­si­ti­ve Mo­men­te für mich. Das kann mir kei­ner mehr neh­men.“Chris­toph Janker über sei­ne Spie­le in Europa

für Janker das Glück sein. Ge­ra­de auf der Ver­tei­di­ger­po­si­ti­on der lin­ken In­nen­sei­te. Der „Fels in der Bran­dung“, Ra­g­nar Kla­van, wech­sel­te zum FC Li­ver­pool. Augs­burg sucht hän­de­rin­gend nach ei­nem Nach­fol­ger, aber zu­min­dest bis es so weit ist, muss hin­ten aus der der­zei­ti­gen Trup­pe ei­ner ab- und auf­räu­men. Als Op­tio­nen für Janker bie­ten sich noch Tim Rie­der und Neu­zu­gang Go­j­ko Ka­car an. Letz­te­ren sieht der Trai­ner eher „auf der Sechs“und Rie­der, wenn man es so aus dem Coach her­aus­hö­ren will, noch als „Rück­ver­si­che­rung.“

Wis­sen Sie schon, ob Sie spie­len? Janker lä­chelt: „Da müs­sen Sie den Trai­ner fra­gen. Ich weiß das nicht.“Auf ei­ne neue Chan­ce hat er schon ge­hofft, als der Trai­ner­wech­sel im Som­mer voll­zo­gen wur­de, aber da ist er nicht der Ein­zi­ge im Ka­der des FC Augs­burg. „Wenn ein neu­er Trai­ner kommt, wer­den die Kar­ten im­mer neu ge­mischt. Das hat man in der Vor­be­rei­tung auch ge­se­hen. Al­le ha­ben Gas ge­ge­ben.“

Auf sei­ne gro­ße Chan­ce war­tet Janker, der im Ja­nu­ar 2015 von Her­tha BSC Ber­lin zum FC Augs­burg wech­sel­te, schon lan­ge. Für Schus­ters Vor­gän­ger Mar­kus Wein­zierl war der mitt­ler­wei­le 31-Jäh­ri­ge ein Er­gän­zungs­spie­ler. Le­dig­lich 439 Mi­nu­ten durf­te der Ab­wehr­spie­ler beim FCA in der Bun­des­li­ga spie­len. Das sind nicht ein­mal fünf Bun­des­li­ga­spie­le. Da­ge­gen wur­de Janker bei den Spie­len des FCA im Eu­ro­pa­Cup im­mer ein­ge­setzt. Da­von zehrt Janker auch: „Das wa­ren vie­le po­si- ti­ve Mo­men­te für mich. Die mir kei­ner mehr neh­men kann.“

Wein­zierl hat Janker ge­schätzt, vor al­lem für des­sen Loya­li­tät. Janker ist eher ein lei­ser Typ, kei­ner, der auf­muckt, wenn er auf der Bank Platz neh­men muss, den­noch ei­ner, vor dem man Re­spekt hat. Den hat er sich auch in der Mann­schaft er­wor­ben. Zu­sam­men mit Ka­pi­tän Paul Ver­ha­egh, Da­ni­el Bai­er und Ha­lil Alt­in­top bil­det er dort den Mann­schafts­rat, der vom Team ge­wählt wird. „Ei­ne schö­ne Sa­che. Das freut mich auch, weil es aus der Mann­schaft kommt“, sagt Janker. Was für ei­ne Funk­ti­on er da hat, steht an­schei­nend noch nicht so ganz fest, je­den­falls zuckt er bei die­ser Fra­ge mit den Schul­tern: „Das wird sich in den nächs­ten Wo­chen im De­tail zei­gen. Wir wer­den si­cher als An­sprech­part­ner für al­le Spie­ler zur Ver­fü­gung ste­hen.“

In der Vor­be­rei­tung hat Janker kei­ne Mi­nu­te ge­fehlt, jetzt geht es end­lich wie­der los. Janker freut sich dar­auf: „Es wird ei­ne span­nen­de Sai­son. Mit dem SC Frei­burg und RB Leip­zig hat die Li­ga zwei star­ke Auf­stei­ger da­zu­be­kom­men. Leip­zig wird an­de­re Am­bi­tio­nen ha­ben als nur den Klas­sen­er­halt.“Er rech­net wie­der mit ei­ner „Zwei-Klas­senGe­sell­schaft.“Oben die üb­li­chen Ver­däch­ti­gen wie Bay­ern, Dort­mund, Le­ver­ku­sen, Schal­ke und viel­leicht noch zwei oder drei Mann­schaf­ten und dann be­ginnt der Kampf um den Klas­sen­er­halt. Auch für den FCA? „Na­tür­lich, wir müs­sen auf der Hut sein. Was pas­sie­ren kann, hat man in der ver­gan­ge­nen Sai­son ge­se­hen, oder wer hat schon da­mit ge­rech­net, dass der VfB ab­steigt?“

Vom ers­ten Geg­ner VfL Wolfs­burg hält Janker viel: „Die ha­ben viel Qua­li­tät und wer­den mit viel Gal­lig­keit kom­men.“So­fern er spielt, könn­te er es auf dem Platz even­tu­ell mit Wolfs­burgs Neu­zu­gang Ma­rio Go­mez zu tun be­kom­men. Wolfs­burgs Coach Die­ter He­cking sagt zwar, dass ein Ein­satz für Go­mez noch zu früh kä­me, aber man weiß ja nie. Mit Go­mez hat­te Janker schon ei­ni­ge Be­geg­nun­gen: „Wir sind der­sel­be Jahr­gang und ha­ben in der U-20-Na­tio­nal­mann­schaft zu­sam­men ge­spielt.“In Be­zug auf Go­mez ver­schweigt Janker auch Un­an­ge­neh­mes nicht: „Er hat schon To­re ge­gen mich ge­schos­sen.“

Trai­ner Schus­ter hat schon zu ver­ste­hen ge­ge­ben, dass er in der In­nen­ver­tei­di­gung auf Jef­frey Gou­we­lee­uw und Janker setzt. Soll­te es da noch Zwei­fel ge­ben – Janker will sie zer­streu­en: „Ich wer­de im Trai­ning kämp­fen und Gas ge­ben. Mehr steht nicht in mei­ner Macht.“

Fo­to: Ul­rich Wa­gner

Ihr Ein­satz, Chris­toph Janker: Der In­nen­ver­tei­di­ger des FC Augs­burg wird ge­gen den VfL Wolfs­burg wohl in der Start­auf­stel­lung ste­hen.

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