Sex un­ter der Brü­cke: Kei­ne Stra­fe

Ge­richt stellt Ver­fah­ren ein

Friedberger Allgemeine - - Augsburg - VON KLAUS UTZNI

Das stür­mi­sche Lie­bes­spiel ei­nes Paa­res un­ter ei­ner Fuß­gän­ger­brü­cke bei der Ci­ty-Ga­le­rie vor den Au­gen ei­ner äl­te­ren Schü­ler­grup­pe hat kei­ne straf­recht­li­chen Fol­gen. Rich­te­rin Su­san­ne Hil­le­brand, die wie be­rich­tet über den un­ge­wöhn­li­chen Fall zu ur­tei­len hat­te, stell­te das Ver­fah­ren we­gen „Er­re­gen öf­fent­li­chen Är­ger­nis­ses“ge­gen die bei­den An­ge­klag­ten jetzt ein. Und das aus zwei Grün­den.

Ein­mal ist die Frau, 42, (Ver­tei­di­ger: Mar­co Mül­ler) jetzt in ei­nem an­de­ren Pro­zess we­gen Dieb­stahls zu ei­ner Frei­heits­stra­fe von vier Mo­na­ten ver­ur­teilt wor­den. Ge­gen den Mann, 43, (An­walt: Fe­lix Hä­ge­le) lau­fen wei­te­re Ver­fah­ren. Er sitzt der­zeit oh­ne­dies in Haft. Ei­ne wei­te­re Stra­fe wä­re bei bei­den An­ge­klag­ten nicht ins Ge­wicht ge­fal­len. Der Pa­ra­graf 154 der Straf­pro­zess­ord­nung er­mög­licht des­halb ei­ne Ein­stel­lung des Ver­fah­rens. Der zwei­te Grund sind un­ter­schied­li­che po­li­zei­li­che Aus­sa­gen über das Ver­hal­ten der Schü­ler­grup­pe, die den Oral­sex un­ter der Brü­cke am hell­lich­ten Ta­ge be­ob­ach­tet hat­te.

Ob bei ei­nem der Zeu­gen tat­säch­lich ein „Är­ger­nis“aus­ge­löst wor­den war, was Vor­aus­set­zung für den Tat­be­stand ist, hät­te letzt­lich nur durch die Ver­neh­mung al­ler Schü­ler im Pro­zess fest­ge­stellt wer­den kön­nen. Das Ge­richt woll­te den Kin­dern nun die Aus­sa­ge er­spa­ren.

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