Sechs Zwer­ge al­lein am Berg

Klet­tern ist ein be­lieb­tes Hob­by ge­wor­den, Ver­trau­en und Te­am­geist sind da­bei be­son­ders wich­tig. K!ar.Text hat ei­ne Grup­pe jun­ger Sport­ler aus dem Land­kreis be­glei­tet

Friedberger Allgemeine - - Friedberg - VON MA­XI­MI­LI­AN VON LIN­DEN

Aichach-Fried­berg Für manch ei­nen mag es ge­fähr­lich klin­gen, Ge­sund­heit und Le­ben in luf­ti­ger Hö­he ei­nem Seil und ei­ner Hand­voll Ka­ra­bi­nern an­zu­ver­trau­en. Für fünf Jun­gen und ein Mäd­chen der Jung­mann­schaft des Deut­schen Al­pen­ver­eins (DAV) Fried­berg ge­hört es al­ler­dings schon fast zum All­tag, sich in gro­ßen Hö­hen zu be­we­gen.

Die Mann­schaft ist ziem­lich neu. Des­halb sucht sie Ju­gend­li­che ab 16 Jah­ren, die die Trup­pe ver­stär­ken. Es sind von Ex­trem­sport­lern bis zu An­fän­gern al­le will­kom­men, die mo­ti­viert sind, et­was Neu­es aus­zu­pro­bie­ren. Die Aus­rüs­tung für den Start gibt es zum Aus­lei­hen.

Die Mann­schaft hat sich auf das so­ge­nann­te Sport­klet­tern spe­zia­li­siert. Das be­deu­tet, dass die Fried­ber­ger Klet­te­rer nur ei­ne Seil­län­ge nach oben stei­gen. Sie be­fin­den sich al­so ma­xi­mal 30 Me­ter über dem Bo­den. Si­cher­heits­be­den­ken muss man nach Aus­sa­ge der jun­gen Klet­te­rer ei­gent­lich nicht ha­ben. Wenn man un­ter An­lei­tung Klet­tern ler­ne und die Klet­ter­wand mit Ver­stand die Wand hin­auf­stei­ge, dann sei es ge­fähr­lich als Mo­tor­rad­fah­ren.

Die Fried­ber­ger be­trei­ben ih­ren Sport an un­ter­schied­li­chen Or­ten, zum Bei­spiel in der Sport­an­la­ge Süd in Haun­stet­ten oder im Boul­der­raum in Fried­berg. Ein­mal im Jahr ma­chen sie ei­ne gro­ße Fahrt. Im nächs­ten Jahr wol­len sie in Süd­frank­reich die Fels­wän­de un­si­cher ma­chen.

Die Grup­pe grün­de­te sich in den Pfingst­fe­ri­en 2015. Da­mals war ei­ne Ju­gend­grup­pe des DAV Fried­berg zum Klet­tern am Gar­da­see, dar­un­ter auch die sechs Ju­gend­li­chen. Sie be­schlos­sen, ei­ne „Jung­mann­schaft“zu grün­den. We­gen ih­rer Zahl nann­ten sie sich die „sechs Zwer­ge“. Seit der Fahrt an den Gar­da­see tref­fen sich die Ju­gend­li­chen re­gel­mä­ßig zum Klet­tern. All­ge­we­ni­ger mein steht der Sport bei ih­nen im Mit­tel­punkt. Ob Raf­ting, ein Klet­ter­steig auf der Zug­spit­ze oder kürz­lich das An­schie­ben des Ka­rus­sells auf dem Alt­stadt­fest – Haupt­sa­che sport­lich.

Für die Ju­gend­li­chen ist das Klet­tern ein Aus­gleich zum All­tag. Es geht dar­um, sich mal rich­tig aus­zu­powern, sei­ne Gren­zen aus­zu­tes­ten und sie zu über­schrei­ten. Ganz wich­tig ist da­bei auch der Te­am­geist, da man sich ge­gen­sei­tig si­chert und des­halb dem an­de­ren blind ver­trau­en muss. Der Klet­ter­sport ist nicht nur in Fried­berg auf dem Vor­marsch. Vor al­lem an den Boul­der­wän­den tum­meln sich im­mer mehr Leu­te. Auch des­halb wird die Boul­der­hal­le in Augs­burg im Mo­ment aus­ge­baut. Boul­dern be­deu­tet Klet­tern oh­ne Si­che­rung in ge­rin­ger Hö­he. »Lies mich!

Klet­tern kann man nicht nur beim Al­pen­ver­ein Fried­berg, son­dern auch bei den Sek­tio­nen in Aichach und Mering, die eben­falls Ju­gend­grup­pen ha­ben und Klet­ter­fahr­ten an­bie­ten. In Aichach gibt es ei­ne Klet­ter­an­la­ge, die auch von Sport­lern ge­nutzt wer­den kann, die nicht Mit­glied im Al­pen­ver­ein sind.

Fo­tos: Ma­xi­mi­li­an von Lin­den

Bei die­sem Sport kommt es auf höchs­te Kon­zen­tra­ti­on an, das gilt an der Klet­ter­wand genau­so wie am Berg. Wenn es um die Si­cher­heit geht, kommt es auch auf Ver­trau­en und Zu­sam­men­halt an – im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes. Denn ei­ner hält da­bei das Klet­ter­seil des an­de­ren zum Schutz.

Mar­vin, Chris­ti­an, Ste­phan (hin­ten von links), Flo, Edi­tha und Lu­kas (vor­ne von links) sind als „Sechs Zwer­ge“in Klet­ter­hal­len und im Ge­bir­ge un­ter­wegs.

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