Kri­tik am Bamf: Fair blei­ben

Friedberger Allgemeine - - Erste Seite - VON SI­MON KAMINSKI ska@augs­bur­ger-all­ge­mei­ne.de

Na­tür­lich muss ein Amt, das für Mi­gra­ti­on und Flücht­lin­ge zu­stän­dig ist, bei­des kön­nen: Asyl­an­trä­ge zü­gig und ge­wis­sen­haft ab­ar­bei­ten. Ge­nau die­se Ba­lan­ce zu hal­ten, das ist dem Bamf in den letz­ten Mo­na­ten oft nicht ge­lun­gen. Da­für wird die Be­hör­de von vie­len Sei­ten hef­tig ge­schol­ten. Fair ist das nicht im­mer. Wie wür­de es in ei­nem Un­ter­neh­men aus­se­hen, das in­ner­halb ei­nes Jah­res sei­ne Per­so­nal­stär­ke von 2500 auf 9000 auf­sto­cken muss­te? Dort wür­de es hef­tig knir­schen, wahr­schein­lich wä­re die Fir­ma über län­ge­re Zeit in ers­ter Li­nie mit sich sel­ber be­schäf­tigt.

Beim Bun­des­amt kommt hin­zu, dass die An­for­de­run­gen an die Be­hör­de gleich­zei­tig ex­po­nen­ti­ell ge­wach­sen sind. Der Druck auf das Bamf baut sich an­ge­sichts der bei­spiel­lo­sen Flücht­lings­zah­len von sel­ber auf. Die Po­li­tik soll­te ihn nicht auf dem Rü­cken der Mit­ar­bei­ter ins Uner­mess­li­che stei­gern. Denn sonst kann das Amt nicht den Flücht­lin­gen ge­recht wer­den, die An­spruch auf Schutz ha­ben. Es wird dann aber auch das Ziel ver­feh­len, dass die­je­ni­gen, die die­ses Recht nicht ha­ben, das Land in ab­seh­ba­rer Zeit wie­der ver­las­sen.

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