Der Tod kann teu­er wer­den

Ne­ben der schmerz­haf­ten Trau­er­ar­beit müs­sen An­ge­hö­ri­ge bei ei­nem To­des­fall vie­les rund um die Be­stat­tung re­geln. Die Ver­brau­cher­zen­tra­le warnt vor Kos­ten­fal­len

Friedberger Allgemeine - - Geld & Leben - VON DA­NIE­LA HUNGBAUR

Augs­burg Auch für den ei­ge­nen Tod gibt es ei­ne Check­lis­te. Die Ver­brau­cher­zen­tra­le rät zu ihr und hat sie er­ar­bei­tet – im In­ter­net: www.vz­rat­ge­ber.de/check­lis­te-be­stat­tung.

Denn ge­ra­de bei ei­nem plötz­li­chen To­des­fall hilft es den An­ge­hö­ri­gen, wenn nicht nur wich­ti­ge Do­ku­men­te wie Tes­ta­ment und Ver­si­che­run­gen rasch ge­fun­den wer­den. Auf die­sem Weg kann zu­dem an­ge­ge­ben wer­den, wel­che Art der Be­stat­tung und Trau­er­fei­er ge­wünscht wer­den. Fa­mi­lie oder Freun­de ei­nes Ver­stor­be­nen ha­ben nicht nur die schmerz­haf­te Trau­er­ar­beit zu be­wäl­ti­gen. Auch Kos­ten kom­men auf Hin­ter­blie­be­ne zu. „Was tun, wenn je­mand stirbt? Ein Rat­ge­ber in Be­stat­tungs­fra­gen“ge­hört zu den am meis­ten nach­ge­frag­ten Bro­schü­ren bei der Ver­brau­cher­zen­tra­le. Wir fas­sen zu­sam­men, was ge­ra­ten wird, um Kos­ten im Rah­men zu hal­ten.

Be­stat­ter Oft wird die kom­plet­te Bei­set­zung ei­nem der rund 4000 Be­stat­ter in Deutsch­land über­tra­gen. Das ers­te Pro­blem se­hen die Ver­brau­cher­be­ra­ter schon dar­in, dass die Men­schen zwar beim Kauf ei­nes Au­tos oder an­de­rer teu­rer An­schaf­fun­gen die Prei­se ver­glei­chen – beim Be­stat­ter ver­zich­te­ten sie dar­auf aber oft. Ein teu­rer Feh­ler. So­wohl bei den Sär­gen, der Sar­g­aus­stat­tung als auch der Aus­schmü­ckung der Trau­er­hal­le dif­fe­rier­ten die Prei­se er­heb­lich. Auch warnt die Ver­brau­cher­zen­tra­le Nord­rheinWest­fa­len da­vor, Emp­feh­lun­gen von Mit­ar­bei­tern aus Kran­ken­häu­sern oder Al­ten­hei­men ein­fach an­zu­neh­men. Es ha­be schon Fäl­le von Ver­mitt­lungs­pro­vi­sio­nen ge­ge­ben.

Zur Vor­sicht rät sie eben­falls bei Der Na­mens­zu­satz „Dis­count“al­lein bür­ge nicht für Preis­güns­tig­keit und -wür­dig­keit, be­tont die Ver­brau­cher­zen­tra­le. Ein schrift­li­cher Kos­ten­vor­an­schlag ist auch hier un­be­dingt ein­zu­for­dern. Die­sen gel­te es im Üb­ri­gen im­mer ge­gen­zu­zeich­nen, wenn kein ei­gen­stän­di­ger Ver­trag mit al­len Leis­tun­gen vor­ge­legt wird. Auch soll man sich ei­ne Ko­pie zur spä­te­ren Rech­nungs­kon­trol­le si­chern. Se­riö­se Be­stat­ter ge­ben ih­re Prei­se vor­ab an.

Ein An­ge­bot be­inhal­te fol­gen­de Ka­te­go­ri­en: Ei­gen­leis­tun­gen und Lie­fe­run­gen; Fremd­leis­tun­gen (Dru­cke­rei, To­des­an­zei­ge, Blu­men) so­wie Fried­hofs- und sons­ti­ge Ge­büh­ren. Ris­kant sind nach Ein­schät­zung der Ver­brau­cher­be­ra­ter Pau­schal­an­ge­bo­te. Sie ver­schlei­er­ten nicht nur oft­mals Ein­zel­leis­tun­gen. Wer­de ei­ne be­stimm­te Leis­tung nicht be­nö­tigt, muss nach ei­nem Ge­richts­ur­teil den­noch die Pau­scha­le be­zahlt wer­den.

Wie bei je­der Hand­wer­ker­rech­nung rät die Ver­brau­cher­zen­tra­le bei der Be­stat­tungs­rech­nung, die­se ge­nau zu prü­fen. Gibt es Pro­ble­me, hel­fe die nächst­ge­le­ge­ne Be­ra­tungs­stel­le der Ver­brau­cher­zen­tra­le oder die Sch­lich­tungs­stel­le des Bun­des­ver­bands Deut­scher Be­stat­ter (im In­ter­net: www.be­stat­ter.de).

● Kom­mu­na­le Ge­büh­ren Der Be­reich der kom­mu­na­len Ab­ga­ben gilt als kaum über­schau­bar und von Ort zu Ort ver­schie­den. Grund­sätz­lich sind zwei Ge­büh­ren­grup­pen zu un­ter­schei­den: Gr­ab­nut­zungs- und Be­stat­tungs­ge­büh­ren. Bei den Gr­ab­nut­zungs­ge­büh­ren gilt es Fol­gen­des zu be­ach­ten: Der Kauf ei­nes Gr­a­bes ist meist nicht für die Ewi­gBe­er­di­gungs-Dis­coun­tern. keit, viel­mehr ist es ein be­fris­te­tes Nut­zungs­recht.

Die Hö­he der Gr­ab­nut­zungs­ge­bühr rich­tet sich nach An­ga­ben der Ver­brau­cher­zen­tra­le nicht nur nach der Nut­zungs­dau­er, son­dern auch nach der Art der Gr­ab­stät­te (Rei­henoder Wahl­grab­stät­te; Ur­nen­rei­henoder Ur­nen­wahl­grab­stät­te; an­ony­me oder halba­n­ony­me Gr­ab­stät­te, Asches­treu­wie­se). Es ge­be et­wa 30000 Fried­hö­fe in Deutsch­land, da­von sei­en cir­ca 28 000 in kom­mu­na­ler Hand. Die Gr­ab­prei­se er­fah­re man beim Fried­hofs­amt oder der zu­stän­di­gen Kir­chen­ge­mein­de.

Bei den Be­stat­tungs­ge­büh­ren rät die Ver­brau­cher­zen­tra­le Fol­gen­des zu be­ach­ten: Auch hier über­ra­schen die ho­hen Dif­fe­ren­zen bei den Prei­sen, die et­wa für die Be­nut­zung von Trau­er­hal­le, Lei­chen- oder Kühl­zel­le, Or­gel­spiel und Gr­ab­de­ckung er­ho­ben wer­den. So kön­ne es sein, dass die Nut­zung der Trau­er­hal­le in ei­ner Stadt 80, in ei­ner an­de­ren 250 Eu­ro kos­te. Auch kön­ne nicht pau­schal ge­sagt wer­den, dass ei­ne Ur­nen­be­stat­tung bil­li­ger ist als ei­ne im Sarg. Vie­le glaub­ten, die an­ony­me Ur­nen­be­stat­tung sei die preis­güns­tigs­te Be­stat­tungs­art. Sie sei aber oft teu­rer als die Be­stat­tung in ei­nem Ur­nen­rei­hen- oder Ur­nen­wahl­grab, da die Gr­ab­pfle­ge­kos­ten für die ge­sam­te Ru­he­zeit so­fort ge­zahlt wer­den müs­sen.

● Hil­fe Bei fol­gen­den In­ter­net­adres­sen fin­den Sie Hil­fe zum The­ma Ster­ben, Tod und Trau­er: www.ae­ter­ni­tas.de (die Ver­brau­cher­initia­ti­ve Be­stat­tungs­kul­tur); www.stif­tung-pa­ti­en­ten­schutz.de (un­ter an­de­rem Pal­lia­tiv­ver­sor­gung, Ho­s­pi­ze);

www.le­ben-oh­ne-dich.de (Fo­rum für ver­wais­te El­tern).

Fo­to: Ju­li­an Stra­ten­schul­te, dpa

Stirbt ein na­her Ver­wand­ter un­ver­mit­telt, müs­sen sich die An­ge­hö­ri­gen ne­ben ih­rer Trau­er auch dar­um küm­mern, wie die Be­er­di­gung ab­lau­fen soll. Die Ver­brau­cher­zen­tra­le rät, gut vor­zu­sor­gen und An­ge­bo­te im­mer auch zu ver­glei­chen.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.