Kof­fer kommt spä­ter: Kein Recht auf Er­satz­klei­dung

Friedberger Allgemeine - - Reise-journal -

Trifft bei ei­ner Pau­schal­rei­se der Kof­fer erst Ta­ge nach dem Rei­sen­den am Ziel­ort ein, kann die­ser den Rei­se­preis min­dern. Der Rei­se­ver­an­stal­ter muss je­doch kei­ne Er­satz­klei­dung er­stat­ten, die der Kun­de auch nach der Rei­se im All­tag nut­zen kann. Dies ent­schied das Amts­ge­richt Köln. Nach ei­ner von Plei­ten, Pech und Pan­nen be­glei­te­ten Pau­schal­rei­se, bei der auch der Kof­fer erst drei Ta­ge spä­ter an­kam, hat­te die Ur­lau­be­rin vor Ge­richt auf Be­zah­lung der Er­satz­käu­fe im Wert von 464,74 Eu­ro ge­klagt. Der Rei­se­ver­an­stal­ter hat­te ihr nach der Rück­kehr ei­nen fi­nan­zi­el­len Aus­gleich für die Pro­ble­me bei der Rei­se an­ge­bo­ten, dar­un­ter 26 Eu­ro für die Kof­fer­ver­spä­tung und 150 Eu­ro für die Er­satz­käu­fe. Das Amts­ge­richt Köln ge­stand der Rei­sen­den zu­sätz­lich ei­ne Min­de­rung des Rei­se­prei­ses für je­den der Rei­se­män­gel zu – auch für die Ver­spä­tung des Kof­fers. Da die Klä­ge­rin al­les Nö­ti­ge ha­be kau­fen kön­nen, setz­ten die Rich­ter für je­den Tag oh­ne Kof­fer ei­ne Min­de­rung von 15 Pro­zent des auf ei­nen Tag ent­fal­len­den Rei­se­prei­ses an. Die­ser Be­trag schloss al­ler­dings die vom Ver­an­stal­ter zu­ge­stan­de­nen 26 Eu­ro be­reits ein. Ein An­spruch auf Er­stat­tung der Kos­ten für die Er­satz­klei­dung be­stand nach An­sicht des Ge­richts nicht. Scha­den­er­satz hät­te die Frau nach An­sicht des Amts­ge­richts­nur for­dern kön­nen, wenn sie ei­nen ech­ten Ver­mö­gens­nach­teil er­lit­ten hät­te – et­wa durch den Kauf von im All­tag spä­ter nicht nutz­ba­rer „Not­klei­dung“. (Az. 142 C 392/14) (li)

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.