Tri­but an Me­tal­li­ca

So What! stellt sich in der Kan­ti­ne vor

Friedberger Allgemeine - - Feuilleton Regional - VON ERIC ZWANG-ERIKSSON

Wie zol­len Fans ih­ren gro­ßen Vor­bil­dern wohl am wir­kungs­volls­ten Tri­but, wenn sie der In­stru­men­te mäch­tig sind? Ganz ein­fach: Sie grün­den ei­ne Band, die sich aus­schließ­lich dem Ma­te­ri­al ih­rer Leit­fi­gu­ren wid­met. So ge­sche­hen bei der Augs­bur­ger Me­tal­li­ca-Tri­bu­te Band So What!, die sich am Sams­tag­abend in der Kan­ti­ne vor­stell­te. Um ei­nen Men­schen zur Welt zu brin­gen, braucht es neun Mo­na­te. Eben­so lan­ge hat­te es ge­dau­ert, das zwei­stün­di­ge Me­tal­li­ca-Tri­bu­te-Pro­jekt auf die Bei­ne zu stel­len. Vier er­fah­re­ne Mu­si­ker der Augs­bur­ger Sze­ne hat­ten sich dar­an ge­macht, ei­ne Show zu­sam­men­zu­stel­len, die sich we­der an ei­nem Best-of ori­en­tier­te noch ei­ne per­fek­te Ko­pie der Ori­gi­na­le dar­stel­len soll­te. Bei­des wä­re oh­ne­hin ein schier un­mög­li­ches Un­ter­fan­gen ge­we­sen.

Me­tal­li­ca zählt zwei­fels­frei zu den be­kann­tes­ten Me­tal­bands der Welt – und mit über 110 Mil­lio­nen ver­kauf­ten Ton­trä­gern si­cher auch zu den er­folg­reichs­ten. Trotz neun Stu­dio-Al­ben gibt es von Me­tal­li­ca kei­ne Best-of-Ver­öf­fent­li­chung. War­um? Weil es bei die­ser Band ein Best-of im ei­gent­li­chen Sin­ne nicht gibt. Es ist al­les ei­ne Fra­ge des Ge­schmacks.

Auch das Re­per­toire von So What! ori­en­tiert sich nicht an ir­gend­wel­chen mut­maß­li­chen Gas­sen­hau­ern, ob­gleich „Not­hing El­se Mat­ters“, Me­tal­li­cas wohl ein­zi­ger all­ge­mein­gül­ti­ger Hit, na­tür­lich nicht fehl­te. Doch er­klang er wie ne­ben­her ge­spielt und er­hielt weit we­ni­ger Auf­merk­sam­keit als er­war­tet – glück­li­cher­wei­se. Denn das Kon­zept von So What! war es, den Co­vern mög­lichst viel Au­then­ti­zi­tät zu­kom­men zu las­sen. Nicht die Au­then­ti­zi­tät des Ori­gi­nals, son­dern die der ei­ge­nen mu­si­ka­li­schen Spra­che. Und das ist Front­mann Mar­tin Ke­en und sei­nen Jungs auf über­zeu­gend-fri­sche Art ge­lun­gen.

Den Be­su­chern, de­rer es trotz per­fek­ten Bier­gar­ten-Wet­ters vie­le gab, war es so­wie­so egal, wel­cher Song er­klang. Sie kann­ten je­des ein­zel­ne der zwan­zig dar­ge­bo­te­nen Stü­cke in- und aus­wen­dig, was sie durch kol­lek­ti­ves Mit­sin­gen von der ers­ten bis zur letz­ten Se­kun­de ein­drucks­voll be­wie­sen.

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