Un­fai­rer Wett­be­werb

Friedberger Allgemeine - - Erste Seite - VON DETLEF DREWES dr@augs­bur­ger-all­ge­mei­ne.de

Hohn und Spott sind bei App­le an der fal­schen Adres­se. Dass der US-Kon­zern sich der steu­er­li­chen Frei­räu­me Ir­lands nur all­zu gern be­dien­te, kann nie­man­den ver­wun­dern. Wer wür­de sei­ne Ab­ga­ben­last nicht ger­ne von oh­ne­hin bei­spiel­los nied­ri­gen 12,5 Pro­zent auf 0,005 Pro­zent drü­cken? Der ei­gent­li­che Sün­der heißt Ir­land, weil die Grü­ne In­sel das Steu­er­dum­ping als sys­te­ma­ti­sches In­stru­ment zur An­wer­bung von Fir­men nutzt. Mora­lisch mag das zwei­fel­haft sein, recht­lich gibt es da­ge­gen kei­ne Hand­ha­be. Das hat so­gar der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof in Lu­xem­burg fest­ge­stellt.

So­mit blieb der Brüs­se­ler EUKom­mis­si­on le­dig­lich der Weg über das Wett­be­werbs­recht, weil App­le Vor­tei­le ent­stan­den sind, die der Kon­kur­renz nicht ein­ge­räumt wur­den. Das ist das ei­gent­lich Är­ger­li­che: Wäh­rend klei­ne und mit­tel­stän­di­sche Be­trie­be brav ih­re Steu­ern zu zah­len ha­ben, kön­nen mul­ti­na­tio­na­le Kon­zer­ne ih­re Ab­ga­ben in durch­aus un­an­stän­di­ger Wei­se mit Tricks und De­als drü­cken. Es gibt vie­le We­ge, der Wirt­schaft zu scha­den. Das ist ei­ner da­von.

Das Ver­fah­ren be­legt ein­mal mehr, wie sich die EU-Mit­glied­staa­ten ge­gen­sei­tig lu­kra­ti­ve Kun­den weg­schnap­pen, in­dem sie mit Nied­rig­steu­ern in ei­nen un­fai­ren Wett­be­werb tre­ten.

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