Kein fal­scher An­reiz

Friedberger Allgemeine - - Politik - VON MAR­TIN FERBER fer@augs­bur­ger-all­ge­mei­ne.de

Kin­der kos­ten Geld. Ei­ne Bin­sen­weis­heit. Das gilt auch für Kin­der aus Haus­hal­ten, de­ren El­tern auf Hartz IV an­ge­wie­sen sind. Doch die Re­gel­sät­ze sind knapp be­mes­sen, viel zu knapp, wie nun auch die Ex­per­ten des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes amt­lich be­stä­ti­gen.

Die Leis­tun­gen für Kin­der zwi­schen sechs und 13 Jah­ren, die bis­lang bei 270 Eu­ro pro Mo­nat lie­gen, de­cken nicht den Be­darf für Lebensmittel und Ge­trän­ke. Sie sol­len da­her um 21 Eu­ro auf 291 Eu­ro pro Mo­nat stei­gen, ein Plus von fast acht Pro­zent. Eher be­schei­den fal­len nach den Be­rech­nun­gen der Sta­tis­ti­ker hin­ge­gen die Er­hö­hun­gen der Re­gel­sät­ze für al­le an­de­ren aus.

Gro­ße Sprün­ge sind für Fa­mi­li­en da­mit auch in Zu­kunft nicht drin. Aber das ist auch nicht der Sinn von Hartz IV, ob­wohl der Ruf nach deut­lich hö­he­ren Re­gel­sät­zen so alt ist wie das Ar­beits­lo­sen­geld II selbst. Doch es soll­te von ihm kein An­reiz aus­ge­hen, sich dau­er­haft dar­in ein­zu­rich­ten. Wer ar­bei­tet und so­mit aus ei­ge­ner Kraft Geld ver­dient, soll­te un­term Strich mehr ha­ben als ei­ner, der kei­nen Job hat.

Die Zei­ten sind gut, die Wirt­schaft boomt, die Zahl der so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Jobs nimmt wei­ter zu, die Löh­ne stei­gen. So ge­se­hen ist ei­ne er­folg­rei­che Wirt­schafts­po­li­tik die bes­te So­zi­al­po­li­tik.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.