Be­trug war Tür und Tor ge­öff­net

Friedberger Allgemeine - - Erste Seite - VON RU­DI WAIS rwa@augs­bur­ger all­ge­mei­ne.de

Un­bü­ro­kra­tisch – das klingt nach schnel­ler Hil­fe, spon­tan, zu­pa­ckend, ir­gend­wie sym­pa­thisch. In dem Mo­ment je­doch, in dem ei­ne Be­hör­de wie die Bun­des­agen­tur für Ar­beit 400 Mil­lio­nen Eu­ro un­bü­ro­kra­tisch be­reit­stellt, wird es kri­tisch. Mag die Ab­sicht noch so gut ge­we­sen sein, näm­lich Deutsch­kur­se für Flücht­lin­ge zu fi­nan­zie­ren: Was der Rech­nungs­hof jetzt auf­ge­deckt hat, ist mit Ge­dan­ken­lo­sig­keit noch freund­lich be­schrie­ben. Die Ar­beits­ver­wal­tung hat dem Be­trug Tür und Tor ge­öff­net.

Wenn Säug­lin­ge als Kurs­teil­neh­mer ab­ge­rech­net, kei­ne An­we­sen­heits­lis­ten ge­führt und Lehr­kräf­te of­fen­bar nach dem Zu­falls­prin­zip aus­ge­wählt wer­den, kann die Bun­des­agen­tur das nicht mehr mit den be­son­de­ren Um­stän­den ent­schul­di­gen, die im Flücht­lings­herbst 2015 herrsch­ten. Kein Neu­an­kömm­ling ver­passt et­was, wenn er zwei oder drei Mo­na­te auf ei­nen Sprach­kurs war­ten muss. So aber ging Tem­po vor Ver­nunft, Quan­ti­tät vor Qua­li­tät und Sorg­lo­sig­keit vor So­li­di­tät.

Un­ter an­de­ren Um­stän­den müss­te der Prä­si­dent ei­ner Be­hör­de, die 400 Mil­lio­nen Eu­ro an Steu­er- und Bei­trags­mit­teln der­art un­kon­trol­liert aus­gibt, den Di­enst quit­tie­ren. Bei Frank-Jür­gen Wei­se stellt sich die­se Fra­ge nicht (mehr). Er ist ges­tern in den Ru­he­stand ge­gan­gen.

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