Gren­zen der Re­li­gi­ons­frei­heit

Friedberger Allgemeine - - Politik - VON BERN­HARD JUN­GIN­GER bju@augs­bur­ger all­ge­mei­ne.de

Über­ra­schend we­nig ist be­kannt über die Mo­sche­en in Deutsch­land – und das soll­te sich drin­gend än­dern. Schon über die Zahl der Ge­bets­häu­ser gibt es nur Schät­zun­gen, et­li­che Tau­send dürf­ten es sein. In der öf­fent­li­chen Dis­kus­si­on geht es meist um ei­ni­ge we­ni­ge, die als Brut­stät­ten is­la­mis­ti­schen Ter­rors gel­ten, rund 90 Mo­schee­ge­mein­den wer­den vom Ver­fas­sungs­schutz be­ob­ach­tet.

Das heißt ei­ner­seits, dass je­der Ge­ne­ral­ver­dacht ge­gen die gut fünf Mil­lio­nen in Deutsch­land le­ben­den Mus­li­me un­an­ge­bracht ist. An­de­rer­seits zeigt sich aber im­mer wie­der, dass auch in ver­meint­lich un­auf­fäl­li­gen Mo­sche­en teils ge­fähr­li­che Bot­schaf­ten ver­mit­telt wer­den. Wenn et­wa Mus­li­me an­dau­ernd da­vor ge­warnt wer­den, Freund­schaf­ten mit An­ders­gläu­bi­gen ein­zu­ge­hen, wenn der west­li­che Le­bens­stil ver­teu­felt wird und wenn die De­mo­kra­tie als nicht mit dem Koran zu ver­ein­ba­ren dar­ge­stellt wird, dann ist das zwar nicht ver­bo­ten. Doch sol­che Pre­dig­ten rich­ten sich nicht nur ge­gen die In­te­gra­ti­on, son­dern ge­gen den ge­sam­ten Wer­te­ka­non der Bun­des­re­pu­blik. Re­li­gi­ons­frei­heit ist ein ho­hes Gut, doch sie darf nicht miss­braucht wer­den, um zu Un­frie­den, Hass und Spal­tung auf­zu­ru­fen.

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