Ried­ber­ger Horn: So geht man mit Kri­tik nicht um

Friedberger Allgemeine - - Bayern - VON MICHA­EL BÖHM bmi@augs­bur­ger all­ge­mei­ne.de

Es ist den ver­ant­wort­li­chen Po­li­ti­kern schwer vor­zu­wer­fen, dass sie die Ent­schei­dung über die um­strit­te­ne Ski­schau­kel am Ried­ber­ger Horn im stil­len Käm­mer­lein fäl­len wür­den – und doch wirkt die so­ge­nann­te Bür­ger­be­tei­li­gung wie ei­ne Ali­bi-Ver­an­stal­tung. Bei dem Bür­ger­ent­scheid vor ei­nem hal­ben Jahr durf­ten le­dig­lich die Ein­woh­ner zwei­er klei­ner Ge­mein­den ab­stim­men, ob­wohl es sich bei dem Pro­jekt um ei­nen mas­si­ven Ein­griff in die All­gäu­er Al­pen han­delt.

Und die Ein­wän­de von Kri­ti­kern und Ver­bän­den wur­den of­fen­bar recht schnell zu den Ak­ten ge­legt. Die­sen Ein­druck er­weckt je­den­falls die gest­ri­ge Ent­schei­dung des Ka­bi­netts, le­dig­lich fünf Ta­ge nach dem En­de der Ein­wen­dungs­frist und dem Ein­gang von rund 4000 Brie­fen. Ent­we­der ver­fü­gen Bay­erns Mi­nis­ter über ei­ne er­staun­lich ho­he Le­se­ge­schwin­dig­keit oder die ein­ge­reich­ten Ein­wän­de spiel­ten für die Ent­schei­dung oh­ne­hin kei­ne gro­ße Rol­le mehr. Nach dem Mot­to: Sämt­li­ches Pro und Con­tra liegt doch eh schon seit Mo­na­ten auf dem Tisch. Zu­ge­ge­ben, die­ses Ar­gu­ment ist nicht ganz von der Hand zu wei­sen – doch müss­te dann über Sinn oder Un­sinn ei­ner Bür­ger­be­tei­li­gung dis­ku­tiert wer­den, die of­fen­bar nicht mehr ist als ein rein for­ma­ler Akt.

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