Müll ist zu wert­voll zum Ver­bren­nen

Friedberger Allgemeine - - Erste Seite - VON MAR­TIN FER­BER fer@augs­bur­ger all­ge­mei­ne.de

Die Wie­der­ver­wer­tung der Roh­stof­fe im Müll ist gut für die Um­welt – und fürs Ge­schäft. Die Re­cy­cling­wirt­schaft boomt. Kom­mu­nen wie pri­va­te Un­ter­neh­men wol­len dar­an teil­ha­ben. Der nun aus­ge­han­del­te Kom­pro­miss kommt bei­den Sei­ten ent­ge­gen. Für den Haus­müll sind die Kom­mu­nen zu­stän­dig, für die Ver­pa­ckun­gen das Dua­le Sys­tem. Be­dau­er­lich al­ler­dings, dass sich Um­welt­mi­nis­te­rin Hend­ricks nicht mit ih­rer Idee ei­ner Wert­stoff­ton­ne durch­set­zen konn­te, in der nicht nur die vom Grü­nen Punkt li­zen­zier­ten Ver­pa­ckun­gen, son­dern auch sons­ti­ge Ab­fäl­le aus Me­tall, Kunst­stoff oder Pa­pier lan­den. Das hät­te die oft­mals kom­pli­zier­te Müll­tren­nung er­leich­tert.

Und auch ein zwei­tes Pro­blem be­sei­tigt das neue Ge­setz nicht. Noch im­mer wird zu viel Müll ver­brannt statt wie­der­ver­wer­tet. Denn nach of­fi­zi­el­ler Les­art wird der Müll bei der Re­cy­cling­quo­te an­ge­rech­net, aus dem Ener­gie ge­won­nen wird. Da­her steht die vom Ge­setz­ge­ber ge­for­der­te Er­hö­hung der Re­cy­cling­quo­ten nur auf dem Pa­pier, wenn hin­ter­her doch wie­der al­les in der Ver­bren­nungs­an­la­ge lan­det. Da­für sind die im Ab­fall ent­hal­te­nen Roh­stof­fe zu wert­voll.

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