Zwei Ul­mer in Lon­don

Ma­thi­as Brug­ger und Ali­na Reh sind bei der WM da­bei

Friedberger Allgemeine - - Leichtathletik Weltmeisterschaft 2017 -

Ulm Ma­thi­as Brug­ger sucht nach Wor­ten für sei­ne Vor­freu­de. Von „po­si­tiv an­ge­spannt“über „sehr auf­ge­regt“bis „rie­si­ge Freu­de“reicht sein Emp­fin­dungs­ba­ro­me­ter. Es sind die letz­ten Ta­ge vor sei­nem ers­ten WM-Start. Der Zehn­kämp­fer des SSV Ulm 1846 hat das bes­te Jahr sei­ner Lauf­bahn hin­ter sich. Mit 8249 Punk­ten hat er sich in Göt­zis für Lon­don qua­li­fi­ziert und da­mit je­nes Ziel er­reicht, das in der lang­fris­ti­gen Kar­rie­re­pla­nung fest­ge­legt war.

Da­bei ist es eher die Aus­nah­me, dass Zehn­kämp­fer-Plä­ne auf­ge­hen. Zu hoch sind die Be­las­tun­gen für die Kö­ni­ge der Leicht­ath­le­tik, zu häu­fig sor­gen Ver­let­zun­gen für Rück­schlä­ge. Auch Brug­ger ist durch Tiefs ge­gan­gen. Scham­bein­ent­zün­dung, Gelb­sucht und Pfeif­fer­sches Drü­sen­fie­ber ha­ben ihn zwei Wett­kampf­jah­re ge­kos­tet, die ihm nun in sei­ner Ent­wick­lung feh­len. Un­ter den drei deut­schen WM-Teil­neh­mern im Zehn­kampf ist er hin­ter Ri­co Frei­muth und Kai Kaz­mi­rek die Num­mer drei. An­de­rer­seits hat Brug­ger auch zwei Jah­re hin­ter sich, in de­nen er ge­sund ge­blie­ben ist und in de­nen es ste­tig berg­auf ge­gan­gen ist.

Jetzt, ei­ne Wo­che vor dem ers­ten Zehn­kampf­tag am nächs­ten Frei­tag, fühlt er sich in „Ide­al­ver­fas­sung“. Schon vor­her hat er sein Ar­beits­pen­sum als Fi­nan­z­as­sis­tent auf ei­ne Vier­tel­stel­le re­du­zie­ren kön­nen, wo­für er sei­nem Ar­beit­ge­ber, der Spar­kas­se Ulm, dank­bar ist. Als Zehn­kämp­fer hat Brug­ger sei­ne bes­ten Jah­re noch vor sich. Am Sonn­tag, ei­nen Tag vor sei­nem Ab­flug nach Lon­don, wird er 25.

Ein Al­ter, in dem die Kö­ni­ge der Leicht­ath­le­tik sich all­mäh­lich zur vol­len Rei­fe ent­wi­ckeln. Brug­ger, der mit Ma­ria Her­bin­ger, ei­ner gu­ten Ul­mer Weit­sprin­ge­rin (6,26 m) li­iert ist, sieht für sich selbst noch in vie­len Ein­zel­dis­zi­pli­nen Luft nach oben. Be­son­ders im Speer­wurf – „ei­ne sehr sen­si­ble Dis­zi­plin“–, wo er 2017 bei aus­bau­fä­hi­gen 54,06 m steht. Sein Ziel für die WM? „Das Ni­veau von Göt­zis wie­der­ho­len.“Das könn­te für ei­nen Platz un­ter den Top 12 rei­chen.

So weit wird sei­ne Ul­mer Ver­eins­kol­le­gin Ali­na Reh ver­mut­lich nicht kom­men. Die Ein­zel­han­dels­kauf­frau aus Laichin­gen läuft in Lon­don die 5000 m. Ob­wohl sie sich heu­er um ei­ne hal­be Mi­nu­te auf 15:10,57 Mi­nu­ten ge­stei­gert hat, reicht das in der Welt­rang­lis­te nur zu Platz 24. Die Mit­tel- und Langstre­cken be­herr­schen Afri­ka­ne­rin­nen. Mit ih­ren erst 20 Jah­ren hat die hoch­ge­wach­se­ne Reh aber noch reich­lich Zeit, das Feld von hin­ten auf­zu­rol­len.

Fotos: Ka­ya

Für Ulm in Lon­don am Start: Zehn­kämp fer Ma­thi­as Brug­ger und 5000 m Läu­fe rin Ali­na Reh.

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