Aus Ei­fer­sucht Por­no­film mit der Ex ver­schickt

Weil sei­ne frü­he­re Freun­din ei­nen Neu­en hat, greift ein Aich­a­cher zu ra­bia­ten Mit­teln – und muss da­für zah­len

Friedberger Allgemeine - - Region Augsburg - VON GER­LIN­DE DREXLER

Aichach Ein Por­no­film­chen, das ihn zu­sam­men mit sei­ner Ex-Freun­din zeigt, ver­schick­te ein 26-jäh­ri­ger Aich­a­cher übers In­ter­net. Adres­sat war der neue Freund sei­ner Ex. Das Mo­tiv des 26-Jäh­ri­gen: Ei­fer­sucht. Ges­tern muss­te er sich vor dem Amts­ge­richt Aichach we­gen der Ver­brei­tung por­no­gra­fi­scher Schrif­ten, Ver­let­zung des per­sön­li­chen Le­bens­be­reichs und Ver­ge­hen nach dem Kun­stur­he­ber­ge­setz ver­ant­wor­ten. Es war nicht das ers­te Mal, dass der An­ge­klag­te aus Ei­fer­sucht zu ra­bia­ten Mit­teln griff.

Vor rund zwei Jah­ren lern­te der Aich­a­cher sei­ne heu­ti­ge Ex-Freun­din über ei­ne Sing­le­bör­se im Netz ken­nen. Schnell wur­den die bei­den ein Paar und zo­gen zu­sam­men. Das Vi­deo ent­stand ein paar Mo­na­te, be­vor die Be­zie­hung im Früh­jahr 2016 wie­der in die Brü­che ging. Bei­de hät­ten sie ger­ne Sex­fil­me ge­se­hen und wä­ren so auf die Idee ge­kom­men, sel­ber ei­nen zu dre­hen, sag­te der 26-Jäh­ri­ge vor Ge­richt. Ziem­lich ei­fer­süch­tig re­agier­te er aber, als er merk­te, dass „et­was im Busch“sein könn­te. Als sei­ne Freun­din ihm tat­säch­lich den Lauf­pass gab, war er nicht nur ent­täuscht. Sei­ne Ei­fer­sucht wur­de zu­sätz­lich durch Fotos an­ge­facht, die der neue Freund ihm über Facebook schick­te. Sie zeig­ten sei­ne Hand auf dem Hin­tern der Freun­din. Qua­si als Re­tour­kut­sche schick­te dar­auf­hin der 26-Jäh­ri­ge das Por­no­vi­deo an den „Neu­en“. „Das wür­de ich nicht mehr ma­chen“, sag­te er ges­tern. Er ha­be sich bei sei­ner Ex­Freun­din bei ei­nem Tref­fen be­reits ent­schul­digt. Der An­ge­klag­te wirk­te ge­knickt, als er sag­te: „Es lief al­les nicht so, wie es soll­te.“

Es war nicht das ers­te Mal, dass er bei ei­ner Ex-Freun­din ei­fer­süch­tig re­agier­te. We­gen vor­sätz­li­cher Kör­per­ver­let­zung und ver­such­ter Nö­ti­gung war er erst zu ei­ner sechs­mo­na­ti­gen Be­wäh­rungs­stra­fe ver­ur­teilt wor­den. So hat­te er vor zwei Jah­ren ei­ne frü­he­re Ex-Freun­din an den Ober­ar­men ge­packt, um sie vom Ge­hen ab­zu­hal­ten. Auch ei­nen Freund von ihr hat­te er be­droht. Er wer­de ihn um­brin­gen, wenn er sie an­fas­sen wür­de, hat­te er ihm via Kurz­mit­tei­lungs­dienst ge­schrie­ben.

Staats­an­walt Mar­kus Eber­hard hielt dem An­ge­klag­ten sein Ge­ständ­nis zu­gu­te. Das Ver­schi­cken des Por­no­fil­mes oh­ne Ein­ver­ständ­nis der Ex-Freun­din aber sei ei­ne Ver­let­zung des per­sön­li­chen Le­bens­be­reichs. Und es sei nicht die ers­te Ver­feh­lung: Er stand schon mehr­mals vor Ge­richt. An­stel­le ei­ner Auf­sto­ckung der sechs­mo­na­ti­gen Be­wäh­rungs­stra­fe plä­dier­te der Staats­an­walt für ei­ne Geld­stra­fe in Hö­he von 2400 Eu­ro (60 Ta­ges­sät­ze á 40 Eu­ro). Eber­hards Be­grün­dung: „Ich hal­te es für sinn­voll, wenn ne­ben der Be­wäh­rungs­stra­fe auch ei­ne so­fort voll­streck­ba­re Stra­fe ver­hängt wird.“

Der An­re­gung von Ver­tei­di­ger Cle­mens Sand­mei­er, das Ver­fah­ren ein­zu­stel­len, folg­te das Ge­richt nicht. Der An­walt plä­dier­te da­her da­für, die Be­wäh­rungs­stra­fe auf höchs­tens acht Mo­na­te zu er­hö­hen.

Dem schloss sich Rich­ter Wal­ter Hell we­gen Ver­brei­tung por­no­gra­fi­scher Schrif­ten, Ver­let­zung des per­sön­li­chen Le­bens­be­reichs und Ver­ge­hen nach dem Kun­stur­he­ber­ge­setz an. Als Auf­la­ge muss der An­ge­klag­te 1200 Eu­ro an den ge­mein­nüt­zi­gen Ver­ein SKM Augs­burg zah­len. Der Rich­ter zu dem An­ge­klag­ten: „Es wird lang­sam Zeit, dass Sie er­wach­sen wer­den.“Nach dem Prin­zip „Au­ge um Au­ge, Zahn um Zahn“ha­be er es sei­ner Ex-Freun­din heim­zah­len wol­len.

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