Eh­ren­amt nicht un­nö­tig er­schwe­ren

Friedberger Allgemeine - - Friedberg - Gth@augs­bur­ger all­ge­mei­ne.de

EVON THO­MAS GOSSNER in po­li­ti­sches Gre­mi­um als Spie­gel­bild der Ge­sell­schaft – schön wär’s, aber die­ses Ide­al lässt sich wohl nicht er­rei­chen. We­der im Bun­des­tag, der von Be­am­ten do­mi­niert wird, noch im Fried­ber­ger Stadt­rat, wo die Se­nio­ren den Ton an­ge­ben. Gera­de ei­ne Hand­voll von Mit­glie­dern hat hier die 50 noch nicht er­reicht, in den Rei­hen der SPD fin­den sich so­gar nur Män­ner und Frau­en im Ren­ten­al­ter.

Ob sich dar­an durch an­de­re Sit­zungs­zei­ten et­was än­dern lie­ße? Wer weiß. Das po­li­ti­sche Eh­ren­amt ist für die meis­ten Men­schen mehr Amt als Eh­re, mehr un­er­wünsch­te Last als Lust an Ver­ant­wor­tung und Mit­ge­stal­tung. Man muss es aber auch nicht un­nö­tig er­schwe­ren. Schon heu­te ha­ben Par­tei­en und Grup­pie­run­gen Mü­he, 30 Kan­di­da­ten für die Stadt­rats­lis­te zu fin­den. Bei künf­tig 40 wird das für man­che Or­ga­ni­sa­ti­on zu ei­ner kaum lös­ba­ren Auf­ga­be.

Es ist dar­um fahr­läs­sig, den Wunsch nach Ve­rän­de­rung mit dem Hin­weis ab­zu­bü­geln: „Das war schon im­mer so.“Die An­ge­le­gen­heit ist zu wich­tig, um in ei­ner kur­zen De­bat­te er­le­digt zu wer­den. Für die Ar­beit des neu­en Stadt­rats, der in we­ni­ger als drei Jah­ren ge­wählt wird, sind recht­zei­ti­ge Wei­chen­stel­lun­gen nö­tig.

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