Deut­sche wol­len kom­plet­te Re­gie­rung in Berlin

Friedberger Allgemeine - - Politik -

Fast drei Jahr­zehn­te nach der Wie­der­ver­ei­ni­gung wünscht sich ei­ner Um­fra­ge zu­fol­ge ei­ne Mehr­heit der Deut­schen das En­de der Auf­tei­lung der Re­gie­rungs­ar­beit zwi­schen Bonn und Berlin. Laut ei­ner Er­he­bung des Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tuts YouGov spra­chen sich 57 Pro­zent da­für aus, dass al­le Mi­nis­te­ri­en und Be­hör­den künf­tig in Berlin ih­ren Sitz ha­ben soll­ten. Da­ge­gen sag­ten 23 Pro­zent, die räum­li­che Tren­nung zwi­schen Berlin und Bonn soll­te bei­be­hal­ten wer­den. Die Auf­tei­lung der Re­gie­rungs­ar­beit ist seit der Ver­ab­schie­dung des Bonn-Berlin-Ge­set­zes in den 90er Jah­ren im­mer wie­der Ge­gen­stand po­li­ti­scher De­bat­ten. Noch im­mer ha­ben zahl­rei­che Mi­nis­te­ri­en ih­ren Sitz in Bonn, tau­sen­de Be­am­te und Po­li­ti­ker pen­deln wö­chent­lich zwi­schen bei­den Städ­ten.

Schulz: Mer­kel „Pro­fi im Ver­ta­gen von Pro­ble­men“

SPD-Kanz­ler­kan­di­dat Mar­tin Schulz hat Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) vor­ge­wor­fen, mit der Ver­wei­ge­rung ei­ner po­li­ti­schen De­bat­te die Zu­kunft des Lan­des aufs Spiel zu set­zen. „Ei­ne Kanz­le­rin, die den Wäh­lern nicht sagt, was sie vor­hat, ver­nach­läs­sigt ih­re Pflicht“, sag­te Schulz

Mer­kel sei ein „Pro­fi im Ver­ta­gen von Pro­ble­men“. Ma­ro­de Schu­len, Flücht­lings­elend, Steu­er­flucht, Fi­nanz- und Ban­ken­kri­se, Re­form der EU-In­sti­tu­tio­nen, An­grif­fe auf die De­mo­kra­tie in Un­garn und Po­len – da­zu schwei­ge die Kanz­le­rin, kri­ti­sier­te Schulz. „Sie hat so­gar die Chuz­pe zu sa­gen, sie wer­de erst nach der Wahl er­klä­ren, was sie mit Eu­ro­pa vor­hat.“

Kin­der­ar­mut nimmt 2016 we­gen Mi­gra­ti­on spür­bar zu

Vor dem Hin­ter­grund des Flücht­lings­zu­zugs hat die Kin­der­ar­mut in Deutsch­land ei­ner Stu­die der ge­werk­schafts­na­hen Hans-Böck­lerStif­tung zu­fol­ge zu­ge­nom­men. Der An­teil der Kin­der und Ju­gend­li­chen, die un­ter der Ar­muts­ge­fähr­dungs­gren­ze le­ben, sei 2016 um 0,6 Pro­zent­punk­te auf 20,3 Pro­zent ge­stie­gen. Das ent­spre­che rund 2,7 Mil­lio­nen Men­schen un­ter 18 Jah­ren. Die gro­ße Zahl der nach Deutsch­land ge­flüch­te­ten Kin­der und Ju­gend­li­chen schla­ge sich ver­stärkt in der So­zi­al­sta­tis­tik nie­der. Da­ge­gen sei­en die Ar­muts­quo­ten un­ter Kin­dern und Ju­gend­li­chen, die kei­nen Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund ha­ben oder als Kin­der von Mi­gran­ten in Deutsch­land ge­bo­ren wur­den, leicht rück­läu­fig.

Mar­tin Schulz

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