So funk­tio­niert das deut­sche Asyl­recht

Friedberger Allgemeine - - Die Dritte Seite -

Asyl­be­rech­ti­gung Nach Ar­ti­kel 16a des Grund­ge­set­zes sind po­li­tisch Ver­folg­te, die bei ei­ner Rück­kehr in ihr Her­kunfts­land ei­ner schwer­wie­gen den Men­schen­rechts­ver­let­zung aus­ge setzt wä­ren, asyl­be­rech­tigt. Be­rück sich­tigt wird nur staat­li­che Ver­fol­gung. Not­si­tua­tio­nen wie Ar­mut, Bür­ger krie­ge oder Na­tur­ka­ta­stro­phen sind als Asyl­grün­de aus­ge­schlos­sen. Den stren­gen Schutz durch das Grund­ge­setz er­hält nur ein sehr klei­ner Teil der Flücht­lin­ge. Haupt­grund: Wer über ei­nen si­che­ren Dritt­staat kommt, kann nicht als Asyl­be­rech­tig­ter an­er­kannt wer­den. Die meis­ten Flücht­lin­ge rei­sen aber durch an­de­re EU Län­der, be­vor sie Deutsch­land er­rei­chen.

Flücht­lings­schutz Der Flücht­lings schutz ist um­fang­rei­cher und ba­siert auf der Gen­fer Flücht­lings­kon­ven­ti­on. Sie greift auch bei der Ver­fol­gung durch nicht­staat­li­che Ak­teu­re ein. Dies gilt für al­le Men­schen, de­ren Le­ben oder Frei­heit in ih­rem Her­kunfts­land we gen ih­rer „Ras­se, Re­li­gi­on, Na­tio­na­li tät, po­li­ti­schen Über­zeu­gung oder Zu­ge hö­rig­keit zu ei­ner be­stimm­ten so­zia len Grup­pe“be­droht ist. Bis März 2016 wur­den fast al­le Men­schen aus Sy­ri­en als Flücht­lin­ge an­er­kannt. Sie er­hiel­ten ei­ne Auf­ent­halts­er­laub­nis für drei Jah re und das Recht auf Fa­mi­li­en­nach­zug. Mit dem Asyl­pa­ket II hat sich das ge­än­dert. Rund 40 Pro­zent der Sy­rer be­kom­men seit­her nur noch den

Sub­si­diä­ren Schutz Die­sen ein­ge schränk­ten Sta­tus er­hal­ten Men­schen, de­nen in ih­rer Hei­mat „ernst­haf­ter Scha den“durch Fol­ter, To­des­stra­fe oder Kriegs­hand­lun­gen droht. Ih­re Auf­ent halts­er­laub­nis gilt zu­nächst nur für ein Jahr. Zu­dem dür­fen Fa­mi­li­en­mit­glie­der zwei Jah­re lang nicht nach­zie­hen.

Ab­schie­be­ver­bot Die un­ters­te Stu­fe greift, wenn die Rück­füh­rung ei­ne Ver­let­zung der eu­ro­päi­schen Men­schen rechts­kon­ven­ti­on dar­stellt oder ei­ne „er­heb­li­che kon­kre­te Ge­fahr für Leib, Le­ben oder Frei­heit be­steht“. Be­trof fe­ne er­hal­ten ei­ne Auf­ent­halts­er­laub­nis für min­des­tens ein Jahr. (hogs)

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