War­um der Mais rot ist

Horst Man­gas­ser schreibt über Lie­be und die Ge­fahr von Um­welt­gif­ten. Wie kommt er zu sei­nen The­men?

Friedberger Allgemeine - - Mering | Merching - VON HEI­KE SCHE­RER

Mering Ein blon­des, blau­äu­gi­ges Mäd­chen lä­chelt dem Le­ser auf der Titelseite des neu­en Ro­mans „Ro­ter Mais“freund­lich ent­ge­gen. In Wirk­lich­keit ist Mais doch gold­gelb, wenn er ge­ern­tet wird, war­um lau­tet der Ti­tel des neu­en Bu­ches denn dann „Ro­ter Mais“? Wer sich für die­se Fra­ge in­ter­es­siert und nicht nur ein span­nen­des Buch, son­dern gleich­zei­tig ei­ne wun­der­ba­re Lie­bes­ge­schich­te le­sen mag, dem kann der neue Ro­man des Me­rin­ger Schrift­stel­lers emp­foh­len wer­den. Im Ju­ni er­schien die­ser zwei­te Ro­man von Horst A. Man­gas­ser, der auf­grund sei­ner auf­re­gen­den Hand­lung an ei­nem süd­baye­ri­schen See auch gut als „baye­ri­scher Kri­mi“be­zeich­net wer­den könn­te.

„Ro­ter Mais“ist ein Ro­man über die We­ge der Lie­be und ih­re Kraft, aber auch über die Rück­sichts­lo­sig­keit und Zer­stö­rung von Na­tur und Um­welt. Im Herbst 2017 wird der Au­tor sein zwei­tes Buch in Mering, der nä­he­ren Um­ge­bung und spä­ter auch lan­des­weit dem in­ter­es­sier­ten Pu­bli­kum vor­stel­len. Das Me­tier ist nicht neu für den Au­tor, seit 2016 un­ter­nahm er mit sei­nem De­büt­ro­man „Wei­ße Ad­ler“gro­ße Le­se­rei­sen durch ganz Deutsch­land.

In sei­nen Bü­chern spricht Horst Man­gas­ser zeit­ge­schicht­li­che The­men an, wie es hier der Um­gang mit Gif­ten, In­sek­ti­zi­den, Her­bi­zi­den und Fun­gi­zi­den ist. „Durch mei­ne zwölf­jäh­ri­ge Tä­tig­keit als Im­ker in Mering ha­be ich er­fah­ren, wel­che Ge­fahr die­se Gif­te für Bie­nen, die Um­welt im All­ge­mei­nen und so­mit auch für den Men­schen dar­stel­len“, er­klärt er.

Laut Um­welt­bun­des­amt sind in Deutsch­land ins­ge­samt 691 ver­schie­de­nen Pflan­zen­schutz­mit­tel mit et­wa 250 Wirk­stof­fen zu­ge­las­sen. Schon 2011 er­reich­te die Men­ge der ab­ge­setz­ten Pflan­zen­schutz­mit­tel mit 43 000 Ton­nen ein Re­kord­ni­veau, so steht es als In­for­ma­ti­on auf der letz­ten Sei­te des Bu­ches. Eben­so das Zi­tat ei­ner In­dia­ne­rin „Erst wenn der letz­te Baum ge­ro­det, der letz­te Fluss ver­gif­tet, der letz­te Fisch ge­fan­gen ist, wer­det ihr mer­ken, dass man Geld nicht es­sen kann“, wo­mit Man­gas­ser zum Nach­den­ken anregen möch­te. Wenn die Mais­kör­ner und an­de­res Saat­gut in die Er­de kom­men, sind sie mit ei­ner Bei­ze ge­gen mög­li­che Schäd­lin­ge ein­ge­färbt. „Dass die­se Bei­ze ge­fähr­lich ist, zeig­te sich be­reits im Jahr 2008, als 11 500 Bie­nen­völ­ker am Ober­rhein durch den Staub der Bei­ze ver­en­de­ten. Bei der Auf­nah­me des Gif­tes wird das Ner­ven­sys­tem der Bie­nen der­art ge­schä­digt, dass sie nicht mehr in den Stock zu­rück­fin­den und ver­en­den“, be­rich­tet der Au­tor.

Die­sen Hin­ter­grund pack­te er in die span­nen­de Ge­schich­te ei­nes fik­ti­ven Paa­res, das sich in ei­nem al­ten Forst­haus mit traum­haf­ter Sicht auf ei­nen See in Bay­ern nie­der­lässt. Es kann je­doch sein jun­ges Glück mit ei­ner klei­nen Toch­ter nicht lan­ge ge­nie­ßen. Ein schwe­rer Schick­sals­schlag trifft die Fa­mi­lie. Wäh­rend der Va­ter auf Ra­che sinnt, wird die Mut­ter schwer krank.

„Den Le­ser un­ter­hal­ten und gleich­zei­tig zum Nach­den­ken anregen“ist das Mot­to von Horst A. Man­gas­ser, und des­halb mün­det sein zwei­ter Ro­man zu­letzt doch in ein gutes En­de. Vor ei­ni­gen Jah­ren pack­te den in Land­stuhl in der Pfalz ge­bo­re­nen Au­tor das Schreib­fie­ber. Fach­be­rich­te, Re­por­ta­gen und Es­says hat­te er zwar schon für ver­schie­de­ne Zei­tun­gen und Zeit­schrif­ten oder durch sei­ne mehr­jäh­ri­ge Tä­tig­keit als Do­zent für Wirt­schafts­geo­gra­fie ver­fasst. „Aber ge­nü­gend Zeit für ei­nen Ro­man er­gab sich erst mit dem Ein­tritt in den Ru­he­stand“, er­zählt er.

Im Jahr 1990 wähl­te er nach ei­nem über vier­jäh­ri­gen Süd­see­auf­ent­halt ge­mein­sam mit sei­ner Ehe­frau die Ge­mein­de Mering als sei­ne neue Hei­mat. Über Land, Leu­te und vie­le in­ter­es­san­te Ein­zel­schick­sa­le, aber auch über die eth­no­lo­gi­schen Zu­sam­men­hän­ge in der Süd­see möch­te er ei­ne Ro­man­er­zäh­lung ver­fas­sen und hat be­reits die Kon­zep­te für zwei ganz an­de­re Ro­ma­ne klar im Kopf.

Zur­zeit ar­bei­tet und re­cher­chiert Man­gas­ser in­ten­siv an dem Ka­pi­tel „Mering im 19. Jahr­hun­dert“. Die­ses hat er auf An­fra­ge für die OrtsChro­nik zur 1000-Jahr-Fei­er der Markt­ge­mein­de über­nom­men.

Das Buch „Ro­ter Mais“von Horst A. Man­gas­ser zählt 368 Sei­ten. Es ist im Ver­lag Twen­ty­six er­schie­nen und kos­tet 14,90 Eu­ro. Ter­mi­ne für Le­sun­gen ste hen noch nicht fest. Sie wer­den recht­zei­tig be­kannt ge­ge­ben.

Fo­to: Hei­ke Sche­rer

Der Me­rin­ger Au­tor Horst A. Man­gas­ser ver­öf­fent­lich­te sei­nen zwei­ten Ro­man „Ro­ter Mais“, der sich wie ein Kri­mi liest.

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