Ach, wie sieht es denn hier aus?

Wer sei­ne Stadt neu ent­de­cken will, kann ein­fach mal um­zie­hen. Oder Kin­der krie­gen. Dann sieht man sein Vier­tel ganz an­ders

Friedberger Allgemeine - - Augsburg -

Ver­käu­fe­rin beim Bä­cker, weiß man, wel­che Kn­ei­pe in Fuß­wei­te zu ei­nem passt und in wel­cher Rei­hen­fol­ge die Am­peln auf dem Weg zur Haupt­stra­ße Grün zei­gen. Wenn man al­le Jah­res­zei­ten in die­sem Takt durch­lebt hat, kann man oh­ne Zö­gern sa­gen: Das ist mein Vier­tel. Aber dann kommt das Kind – und al­les wird an­ders.

Plötz­lich ist die Stadt, in der man sich be­wegt, ei­ne an­de­re. Zu­erst än­dern sich die We­ge, die man nimmt: Nach ein paar Ta­gen biegt man schon oh­ne zu über­le­gen links ab statt rechts, auf den neu­en Weg zu Ta­ges­mut­ter, Krip­pe oder Kin­der­arzt. Mit den We­gen än­dert sich auch der Blick auf die Stadt: An­de­re Stra­ßen, an­de­re Häu­ser – an­de­re Staus. Wenn man im­mer wie­der an die­ser ei­nen gro­ßen Bau­stel­le vor­bei­fährt, wird man wahr­schein­lich auch Jah­re spä­ter, wenn das Haus längst steht und man wie­der dar­an vor­bei­kommt, an die­sen Ab­schnitt im Le­ben zu­rück­den­ken: Hier sind wir im­mer ent­lang, als … Mit Kind ent­deckt man auch alt­be­kann­te We­ge neu. Ent­schleu­ni­gung kann man das nen­nen. Oder Kin­der­wa­gen schie­ben. Wo man sonst im Au­to oder auf dem Rad voll­auf be­schäf­tigt ist, auf den Ver­kehr zu ach­ten, streift der Blick nun im Vor­über­ge­hen über ein Ar­ran­ge­ment von

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