Wie Rin­der dem Schmet­ter­ling hel­fen

Der Ar­beits­kreis Bay­ern­netz Na­tur in­for­miert sich vor Ort über die Ent­wick­lung im Pro­jekt Eck­nach­tal. Die Mit­glie­der steu­ern meh­re­re Flä­chen zwi­schen Burg­adelz­hau­sen und Aichach an. Ei­ner macht sich da­bei rar

Friedberger Allgemeine - - Aichach-friedberg - VON GERLINDE DR­EX­LER

Aichach Fried­berg Ei­ner macht sich rar beim Tref­fen des Ar­beits­krei­ses Bay­ern­netz Na­tur – Pro­jekt Eck­nach­tal: der Wie­sen­knopf-Amei­sen­bläu­ling. Ei­nes der Haupt­ge­bie­te, in dem der Schmet­ter­ling im Eck­nach­tal vor­kommt, ist ei­ne Flä­che bei Mor­abach (Ge­mein­de Sie­len­bach). Sie war ei­ner der An­lauf­punk­te beim Tref­fen des Ar­beits­krei­ses, an dem Fach­be­hör­den, Ver­bän­de und die Kom­mu­nen Aichach, Sie­len­bach und Adelz­hau­sen be­tei­ligt sind. Die Re­na­tu­rie­rung des Fluss­laufs zwi­schen Adelz­hau­sen und Aichach ist das Ziel des Ar­beits­krei­ses. Über die Ent­wick­lung des Pro­jek­tes in­for­mie­ren sich die Mit­glie­der bei ih­rem jähr­li­chen Tref­fen vor Ort.

An der Eck­nach bei Weins­bach, in der Nä­he von Burg­adelz­hau­sen (Ge­mein­de Adelz­hau­sen), er­klär­te Hil­de­gard Wes­sel, Ko­or­di­na­to­rin des Pro­jekts, die Zie­le. „Wir ver­su­chen, die Eck­nach mög­lichst na­tür­lich flie­ßen zu las­sen.“Auf ei­nem Teil­stück sind aus der Eck­nach des­halb schon Be­ton-Sohl­scha­len ent­fernt wor­den. Im Herbst sol­len auf ei­ner Stre­cke von et­wa 320 Me­tern wei­te­re Sohl­scha­len ent­nom­men wer­den. Rund 170 Me­ter sind dann noch üb­rig, die auch ir­gend­wann raus­kom­men, hofft Wes­sel.

Der Land­schafts­pfle­ge­ver­band (LPV) des Land­krei­ses will vor Be­ginn der Maß­nah­me, bei der auch das Ufer ge­stal­tet wer­den wird, noch Un­ter­su­chun­gen vor­neh­men. Wo­rum es da­bei geht, er­klär­te LPV-Ge­schäfts­füh­re­rin An­ge­la Rieb­lin­ger: „Wir wol­len un­ter­su­chen, wel­che Klein­tie­re im Ufer­be­reich vor­kom­men und in ein paar Jah­ren die Er­geb­nis­se ver­glei­chen.“

Die nächste Sta­ti­on des Ar­beits­krei­ses lag bei Mor­abach. Hier wach­sen üp­pi­ge Be­stän­de des Gro­ßen Wie­sen­knop­fes. Er ist für vie­le In­sek­ten ei­ne at­trak­ti­ve Pflan­ze, dar­un­ter Schmet­ter­lin­ge, Bie­nen und Amei­sen. Für ei­nen Schmet­ter­ling ist er so­gar le­bens­not­wen­dig: den Wie­sen­knopf-Amei­sen­bläu­ling. Er ist auf den Gro­ßen Wie­sen­knopf an­ge­wie­sen, weil er sei­ne Eier aus­schließ­lich in den Blü­ten­stän­den die­ser Pflan­zen­art plat­ziert. Aus­ge­rech­net beim Be­such der Na­tur­schüt­zer mach­te sich der eher un­schein­ba­re Schmet­ter­ling je­doch rar. Die Mit­glie­der des Ar­beits­krei­ses ent­de­cken erst am En­de ih­res Rund­gan­ges ei­nen ein­zel­nen Bläu­ling, der an ei­ner Blü­te des Wie­sen­knop­fes sitzt. Am nächs­ten Hal­te­punkt bei Ir­schen­ho­fen (Ge­mein­de Adelz­hau­sen) war­te­te Joe Engelhardt auf die Grup­pe. Ihm ge­hö­ren die rund 180 Hoch­land­rin­der, die ent­lang der Au­to­bahn A8 die Grün­flä­chen be­wei­den. Et­wa acht bis zwölf Tie­re ste­hen von No­vem­ber bis Ju­ni auf der Aus­gleichs­flä­che bei Ir­schen­ho­fen. Engelhardt er­klärt, wie sich durch Be­wei­dung und Mä­hen die Pflan­zen­viel­falt op­ti­mie­ren lässt: „Je mehr ab­ge­fres­sen oder ab­ge­mäht wird, um­so ar­ten­rei­cher wird die Wie­se.“Der Wie­sen­knopf, der hier wächst, wer­de sich auch auf die an­gren­zen­de Wie­se aus­brei­ten, hofft LPV-Ge­schäfts­füh­re­rin Rieb­lin­ger. Ih­re Über­le­gung, wie der Sa­men trans­por­tiert wer­den könn­te: „Die Tie­re ha­ben ja ein zot­te­li­ges Fell.“

Um Um­ge­stal­tung ging es beim nächs­ten Treff­punkt, ei­ner Tal­flä­che süd­lich von Schön­berg (Ge­mein­de Sie­len­bach). Bis vor we­ni­gen Jah­ren stand hier noch ein Fich­ten­wald. Jetzt ist es Grün­land. Hart­mut Dau­ner, Be­triebs­lei­ter bei der Forst­ver­wal­tung der Fug­ger’schen Stif­tun­gen, er­klär­te, wie er es ge­schafft hat, den Wald in ein Wie­sen­tal zu ver­wan­deln, das von Schaf­hau­sen bis fast zum Gol­len­hof reicht. „Wir sind land­schafts­ge­stal­te­risch tä­tig“, sagt Dau­ner. Bei der Wall­fahrts­kir­che Ma­ria Birn­baum be­sich­tig­te die Grup­pe Bra­che­s­trei­fen auf ei­ner Flä­che des Land­krei­ses.

Fo­tos: Gerlinde Dr­ex­ler

Die Bra­che­s­trei­fen auf ei­ner Flä­che bei der Wall­fahrts­kir­che Ma­ria Birn­baum (Ge­mein­de Sie­len­bach) zeig­te An­ge­la Rieb­lin­ger (Mit­te), Ge­schäfts­füh­re­rin des Land­schafts­pfle­ge­ver­ban­des, den Mit­glie­dern des Ar­beits­krei­ses.

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