Es gibt noch so viel zu ent­de­cken

Mu­sik­som­mer Zum Auf­takt der Kon­zert­rei­he kommt Tho­mas Zol­ler mit der „Fried­ber­ger All-Star-Big­band“in die Ro­then­berg­hal­le. Hier ver­rät er, was die Jazz­freun­de da­bei er­war­tet

Friedberger Allgemeine - - Kultur -

Fried­berg Die Vor­be­rei­tun­gen für den am 30. Au­gust be­gin­nen­den 16. Fried­ber­ger Mu­sik­som­mer lau­fen auf Hoch­tou­ren. Zum Auf­takt gibt es tra­di­tio­nell ein Jazz­kon­zert. Wir spra­chen mit Tho­mas Zol­ler, dem Kopf der „Fried­ber­ger All-StarBig­band“und be­kann­ten Ar­ran­geur. Tho­mas Zol­ler: Nor­ma­ler­wei­se ist es nicht mei­ne Ge­wohn­heit, et­was zu wie­der­ho­len, das lang­weilt mich. Im spe­zi­el­len Fall Fried­ber­ger Mu­sik­som­mer ent­steht aber ei­ne im­mer wie­der le­ben­di­ge Ver­bin­dung zwi­schen der gro­ßen Gastfreundschaft der Bür­ger für Fried­berg, Karl­Heinz Stef­fens, den hand­ver­le­se­nen Mu­si­kern und mir, wo wir Ge­le­gen­heit ha­ben, Jazz im­mer wie­der in neu­en Far­ben und Kon­stel­la­tio­nen zu prä­sen­tie­ren. Le­ben­dig­keit, das in­ter­es­siert mich über al­le Ma­ßen. Die Rah­men­be­din­gun­gen in Fried­berg sind op­ti­mal, so­dass wir uns je­des Jahr ganz auf die Mu­sik kon­zen­trie­ren kön­nen und je­des Jahr ein spe­zi­ell für Fried­berg pro­du­zier­tes Pro­gramm prä­sen­tie­ren. Das ist al­les an­de­re als selbst­ver­ständ­lich.

Es ist auch der ganz spe­zi­el­le Reiz, ein groß­ar­ti­ges „Klas­sik“-Fes­ti­val mit ei­nem schnör­kel­lo­sen Jazz­kon­zert zu er­öff­nen, wo ganz of­fen­sicht­lich wird, dass Mu­sik uni­ver­sell und eins ist, oh­ne im­mer das Glei­che sein zu kön­nen. Die Kon­zer­te mit dem Orches­ter der Staats­phil­har­mo­nie Rhein­land-Pfalz und der Kam­mer­mu­sik groß­ar­ti­ger Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen hö­re ich mir auch im­mer an, die Mu­sik ist le­ben­dig und es er­ge­ben sich oft in­ter­es­san­te Ge­sprä­che. Au­ßer­dem en­det ja der Ein­fluss­be­reich der Augs­bur­ger Bi­schö­fe tra­di­tio­nell im Wit­tels­bach’schen Fried­berg.

Je­des Jahr stel­len Sie un­ter ein Mot­to. Heu­er lau­tet es „Old wi­ne in new bott­les“-New-Or­leans-Klas­si­ker. Wie sind Sie dar­auf ge­kom­men?

Zol­ler: Wenn ich jetzt sa­gen wür­de: Nach ei­nem gu­ten Glas al­ten Rot­weins oder ei­nem Jo­int kam mir die­se ge­nia­le Idee, wä­re das ge­lo­gen. Das macht man ja be­kannt­lich nicht, lü­gen. Al­so spre­che ich die Wahr- heit und sa­ge: Ich weiß es nicht. Ein­ge­bun­gen sind im­mer spon­tan, oh­ne Zeit­ver­brauch und An­stren­gung.

Auf je­den Fall steckt da wie­der mein star­kes In­ter­es­se an Jazz nicht nur im Bild, son­dern in Bild und Ton da­hin­ter. Das Be­dürf­nis, Blick­win­kel auf tra­di­tio­nel­le In­hal­te neu zu ent­de­cken, ver­bin­det uns mit den Kol­le­gen aus der „Klas­sik“. Und es gibt im­mer noch und im­mer wie­der so viel in der Mu­sik der Früh­zeit des Jazz zu ent­de­cken.

Oh­ne be­reits zu viel zu ver­ra­ten – was er­war­tet das Pu­bli­kum?

Zol­ler: New Or­leans Jazz und auch der da­mit ver­wand­te Chicago Stil sind ja im­mer erst ein­mal nur Eti­ket­ten von Mu­sik. Sie wei­sen auf et­was hin. In die­sem Fall wei­sen sie auf ur­sprüng­li­che, kraft­vol­le und trotz­dem mit Raf­fi­nes­se vor­ge­tra­ge­ne Klän­ge hin, die aber un­be­dingt im­mer wie­der neu be­lebt wer­den wol­len, wenn nicht nur das Bild der Mu­sik üb­rig blei­ben soll. Das ist ei­ne Her­aus­for­de­rung. Und kom­pro­miss­lo­ser Swing ist der Rah­men, in dem die New Or­leans Klas­si­ker prä­sen­tiert wer­den. Wir wer­den ver­su­chen, „Zeug­nis ab­zu­le­gen“über die Zeit­lo­sig­keit von Jazz.

Die „Fried­ber­ger All-Star-Big­band ist noch mal ge­wach­sen seit ver­gan­ge­nem Jahr – es wer­den 18 Mu­si­ker auf der Büh­ne ste­hen. Wie schaf­fen Sie es, die­se in so kur­zer Zeit zu ei­ner Ein­heit zu for­men?

Zol­ler: Das ist je­des Mal ein Ri­si­ko, das mich her­aus­for­dert, und will mit den hand­ver­le­se­nen Fach­kräf­ten des Jazz, die in ganz Eu­ro­pa tä­tig sind, und mit maß­ge­schnei­der­tem mu­si­ka­li­schen Ma­te­ri­al gut ge­plant sein. Ger­ne wie­der­ho­le ich es noch mal: Das ist al­les nur mög­lich, weil wir uns ganz auf die Mu­sik kon­zen­trie­ren kön­nen. Nest­wär­me durch die Stadt Fried­berg und die Bür­ger für Fried­berg ist in ge­nau rich­ti­ger Do­sie­rung und mit so viel Herz­lich­keit vor­han­den.

Und greift Karl-Heinz Stef­fens wie­der zur Kla­ri­net­te, um mit Ih­nen zu jaz­zen?

Zol­ler: Oh­ne Kal­le wä­re das Jazz­kon­zert des Fried­ber­ger Mu­sik­som­mers nicht das, was es ist. Sei­ne Prä­senz ver­leiht der Big Band et­was Ein­ma­li­ges, Be­son­de­res.

Ter­min Das Kon­zert der „Fried­ber­ger All Star Big­band“fin­det am Don­ners tag, 30. Au­gust, um 20.30 Uhr statt. Kar ten gibt es un­ter Te­le­fon 0821/609299 oder E Mail in­fo@fried­ber­ger mu­sik­som mer.de.

Archivfoto: Andre­as Schmidt

Tho­mas Zol­ler (rechts) lässt zu­sam­men mit der „Fried­ber­ger All Star Big­band“zum Auf­takt des Mu­sik­som­mers die Ro­then­berg­hal­le swin­gen.

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