Bamf prüft er­neut 242 Asyl­fäl­le aus At­hen

Grie­chen­land will in Deutsch­land ab­ge­wie­se­ne Flücht­lin­ge zu­rück­schi­cken

Göttinger Tageblatt - - POLITIK -

Ber­lin. Das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um prüft die Auf­nah­me von 242 be­reits zu­rück­ge­wie­se­nen Asyl­be­wer­bern aus Grie­chen­land. Das geht aus ei­ner Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf ei­ne An­fra­ge der Fdp-bun­des­tags­frak­ti­on her­vor, die dem Re­dak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land (RND) vor­liegt. Grund­la­ge ist die im Ju­ni zwi­schen Deutsch­land und Grie­chen­land ge­trof­fe­ne Ver­wal­tungs­ver­ein­ba­rung zur Rück­nah­me von be­reits re­gis­trier­ten Flücht­lin­gen.

„Die grie­chi­sche Asyl­be­hör­de hat auf­grund der bi­la­te­ra­len Ver­ein­ba­rung zwi­schen Grie­chen­land und Deutsch­land ei­ne Lis­te von 242 Ver­fah­ren an das Bun­des­amt für Mi­gra­ti­on und Flücht­lin­ge (Bamf) ge­schickt“, heißt es in dem Schrei­ben von In­nen­staats­se­kre­tär Ste­phan May­er (CSU). „Das Bamf prüft sämt­li­che Ver­fah­ren neu und ab­schlie­ßend.“

Laut Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um wur­den be­reits elf Flücht­lin­ge wie­der in Deutsch­land auf­ge­nom­men, da die Ver­wal­tungs­ver­ein­ba­rung erst auf Asyl­be­wer­ber An­wen­dung fin­det, die nach dem 1. Ju­li 2017 in Grie­chen­land re­gis­triert wur­den. Be­trof­fen sei­en vor al­lem An­trag­stel­ler aus Sy­ri­en und Af­gha­nis­tan.

Die Ver­ein­ba­rung sieht vor, dass Deutsch­land bin­nen 48 St­un­den Mi­gran­ten von der deutsch-ös­ter­rei­chi­schen Gren­ze in die­se Län­der zu­rück­schi­cken kann, wenn sie dort zu­vor be­reits ei­nen Asyl­an­trag ge­stellt ha­ben. Fest­ge­stellt wird das über die eu­ro­päi­sche Fin­ger­ab­druck-da­ten­bank Eu­ro­dac.

Nach Be­kannt­wer­den der bis­lang un­be­kann­ten De­tails üb­te Fdp-in­nen­ex­per­tin Lin­da Teu­te­berg schar­fe Kri­tik. „Was die Bun­des­re­gie­rung hier ab­lie­fert, ist ein Stück aus Ab­sur­dis­tan. Statt Deutsch­land bei der Zu­wan­de­rung zu ent­las­ten, wer­den jetzt vor­aus­sicht­lich so­gar zu­sätz­li­che Mi­gran­ten aus Grie­chen­land über­nom­men. Die­ses Ab­kom­men ist nicht Teil der Lö­sung, son­dern des Pro­blems. Um Ver­trau­en in ein funk­tio­nie­ren­des Asyl­sys­tem zu schaf­fen, muss Se­kun­där­mi­gra­ti­on in Eu­ro­pa end­lich wirk­sam be­grenzt wer­den“, sag­te Teu­te­berg dem RND.

FO­TO: AN­NE­GRET HILSE/DPA

„Das Bamf prüft neu und ab­schlie­ßend“: In­nen­staats­se­kre­tär Ste­phan May­er (CSU).

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