Strumpf sorgt für gut sit­zen­den Pro­the­sen­schaft

In­ge­nieur Lü­der Mos­ler be­wirbt sich um den In­no­va­ti­ons­preis Göt­tin­gen

Göttinger Tageblatt - - REGIONALE WIRTSCHAFT - Von Micha­el Cas­par

Du­der­stadt. „Mehr als ei­ne Idee!“– un­ter die­sem Mot­to steht der In­no­va­ti­ons­preis 2018 des Land­krei­ses. Das Ta­ge­blatt stellt die Teil­neh­mer und de­ren In­no­va­tio­nen vor. Heu­te: Lü­der Mos­lers Ip­so Cast.

„Wenn der Schaft nicht rich­tig am Am­pu­ta­ti­ons­stumpf sitzt, nutzt ei­nem die bes­te Bein­pro­the­se nichts“, sagt Lü­der Mos­ler, der vie­le Jah­re beim Du­der­städ­ter He­alt­ca­re-un­ter­neh­men Ot­to­bock Ent­wick­lungs­lei­ter war und vor drei Jah­ren die Fir­ma works tech­no­lo­gy & in­no­va­ti­on ge­grün­det hat. Ein schlecht sit­zen­der Schaft, so der pro­mo­vier­te Ma­schi­nen­bau-in­ge­nieur, ver­ur­sa­che Schmer­zen.

„Um das zu ver­hin­dern, müs­sen Or­tho­pä­die­t­ech­ni­ker beim An­fer­ti­gen des Gips­ab­drucks gleich­mä­ßig Druck auf den Stumpf aus­üben“, führt Mos­ler aus. So fän­den sie die last­tra­gen­den Struk­tu­ren. Das ver­lan­ge Er­fah­rung. In Deutsch­land, wo die Or­tho­pä­die­t­ech­ni­ker gut aus­ge­bil­det sei­en, stel­le das in der Re­gel kein Pro­blem dar.

„An­ders ist es in vie­len Län­dern der Er­de und in Ka­ta­stro­phen­ge­bie­ten, wo in kur­zer Zeit vie­le Men­schen zu ver­sor­gen sind“, er­läu­tert der Er­fin­der. Or­tho­pä­die­t­ech­ni­ker such­ten seit Lan­gem nach ei­ner Lö­sung für das Pro­blem. Er selbst ha­be An­fang 2016 die Idee ge­habt, den gleich­mä­ßi­gen Druck mit ei­nem spe­zi­el­len, sich zu­sam­men­zie­hen­den Flecht­strumpf zu er­zeu­gen.

„So lässt sich gleich ei­ne Schaft­form fin­den, die sich an­ge­nehm tra­gen lässt“, be­rich­tet Mos­ler. Vor An­le­gen des Strump­fes wer­de ei­ne dün­ne Gips­la­ge auf den Stumpf auf­ge­tra­gen. Der Stumpf las­se sich aber auch nach Über­zie­hen des Strump­fes mit ei­nem 3D-scan­ner ver­mes­sen. Die wei­te­re Ver­ar­bei­tung kön­ne dann mit da­ten­ge­stütz­ten Fer­ti­gungs­ver­fah­ren er­fol­gen.

Ot­to­bock will Ip­so Cast 2018 auf den Markt brin­gen

Mos­ler stell­te sei­ne Ent­wick­lung, die er beim Pa­tent­amt als Ge­brauchs­mus­ter an­ge­mel­det hat, bei sei­nem frü­he­ren Ar­beit­ge­ber vor. Ot­to­bock zeig­te sich be­ein­druckt. Mit­ar­bei­ter des He­alth­ca­re-un­ter­neh­mens ent­wi­ckel­ten die Idee zu ei­nem markt­rei­fen Pro­dukt wei­ter. Im Mai war Ip­so Cast erst­mals auf ei­ner Mes­se zu se­hen. „Noch in die­sem Jahr soll es auf den Markt kom­men“, so Mos­ler, der Er­fin­der und Mi­ter­fin­der von mehr als 70 Pa­ten­ten ist.

In­fo Wei­te­re In­for­ma­tio­nen auf den Sei­ten von works tech­no­lo­gy und In­no­va­ti­ons­preis.

Lü­der Mos­ler

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