Rech­nungs­hof rügt Scheu­ers Au­to­bahn­plan

Göttinger Tageblatt - - WIRTSCHAFT -

Ber­lin. Neu­er Är­ger für Andre­as Scheu­er (CSU): In un­ge­wöhn­lich dras­ti­schen Wor­ten rügt der Bun­des­rech­nungs­hof die mil­li­ar­den­schwe­ren Plä­ne des Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ters, ein Au­to­bahn­teil­stück in Hes­sen zu pri­va­ti­sie­ren – und zu­gleich mit Steu­er­geld zu för­dern.

Das Mi­nis­te­ri­um kön­ne nicht nach­wei­sen, dass die von Scheu­er an­ge­streb­te öf­fent­lich-pri­va­te Part­ner­schaft (ÖPP) für den An­schluss der A49 an die A5 bil­li­ger sei als ein Bau in staat­li­cher Hand, er­klärt der Rech­nungs­hof dem Haus­halts­aus­schuss des Bun­des­tags in ei­nem Be­richt, der dem Re­dak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land (RND) vor­liegt. Viel­mehr wei­se die Kal­ku­la­ti­on des Mi­nis­te­ri­ums ab­sicht­li­che Lü­cken und Män­gel auf. Weil der Bau in ÖPP schön­ge­rech­net wer­den muss, liegt die Ver­mu­tung na­he, dass er nicht güns­ti­ger ist.

Zu­dem er­füllt die Rech­nung nicht die Be­din­gun­gen, un­ter de­nen der Bun­des­tag das Staats­geld von 1,1 Mil­li­ar­den Eu­ro für das Bau­pro­jekt be­wil­ligt hat. „Der Bun­des­rech­nungs­hof“, schrei­ben die Fi­nanz­prü­fer, „sieht im Vor­ge­hen ei­ne gro­be Miss­ach­tung des Par­la­ments.“

Weil „we­sent­li­che For­de­run­gen des Haus­halts­aus­schus­ses nicht um­ge­setzt und da­mit die mit der Auf­he­bung der Sper­re ver­bun­de­nen Vor­ga­ben nicht er­füllt“sei­en, müs­se der Bun­des­tag die in Aus­sicht ge­stell­ten 1,1 Mil­li­ar­den Eu­ro Steu­er­zu­schuss al­so wie­der zu­rück­zie­hen.

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