Ba­den im Ok­to­ber

Der som­mer­li­che Herbst macht es mög­lich: Mu­ti­ge Schwim­mer küh­len sich im Wen­de­bachs­tau­see ab / Vol­le Ter­ras­sen in Ca­fés und Re­stau­rants

Göttinger Tageblatt - - GÖTTINGEN - Von Andre­as Fuhr­mann

Göt­tin­gen/see­burg. Tem­pe­ra­tu­ren um die 25 Grad und Son­ne satt: Der Herbst bleibt zu­min­dest noch am Wo­che­n­en­de som­mer­lich. Das freut vor al­lem die Gas­tro­no­men in Göt­tin­gen und der Re­gi­on. Denn al­le wol­len die letz­ten Son­nen­strah­len noch ein­mal ge­nie­ßen. Manch ei­ner wagt gar noch den Sprung in ei­nen Ba­de­see.

Das je­den­falls hat Man­fred Kuhl­mann, Bür­ger­meis­ter der Ge­mein­de Glei­chen, in den ver­gan­ge­nen Ta­gen am Wen­de­bachs­tau­see be­ob­ach­tet. „Ich fah­re dort öf­ter mit dem Fahr­rad vor­bei. In den letz­ten Ta­gen war dann ei­gent­lich im­mer der ein oder an­de­re im Was­ser“, er­zählt Kuhl­mann, der sich ein we­nig wun­dert: „Ein paar Mu­ti­ge sprin­gen da im­mer noch rein und nut­zen die

Wer will, kann dort al­so ger­ne auch noch am Wo­che­n­en­de ba­den ge­hen.

Man­fred Kuhl­mann, Bür­ger­meis­ter der Ge­mein­de Glei­chen zum Schwim­men im We­de­bachs­tau­see schö­ne Wet­ter­pha­se. Mir per­sön­lich wä­re das ja zu kalt.“Das sei aber auch ein Zei­chen da­für, dass der Wen­de­bachs­tau­see als Nah­er­ho­lungs­ge­biet wei­ter­hin sehr gut an­ge­nom­men wer­de von Men­schen aus der Um­ge­bung. Und die kä­men nicht nur aus den be­nach­bar­ten Or­ten Rein­hau­sen und Nie­dern­je­sa, son­dern auch ver­mehrt aus Göt­tin­gen.

Das Ba­den im See sei üb­ri­gens auch jetzt im Ok­to­ber noch er­laubt, sagt Kuhl­mann. „Wer will, kann dort al­so ger­ne auch noch am Wo­che­n­en­de ba­den ge­hen.“Al­ler­dings legt der Ge­mein­de­bür­ger­meis­ter den hart­ge­sot­te­nen Schwim­mern ans Herz, nach dem Bad im Wen­de­bachs­tau­see Rein­hau­sen ei­nen Be­such ab­zu­stat­ten. Dort wird das ge­sam­te Wo­che­n­en­de über der Herbst­sprung ge­fei­ert – mit viel Mu­sik, Pro­gramm und Par­ty. „Beim Herbst­sprung kann man al­so sehr gut ein Bier zur Ab­küh­lung trin­ken oder sich bei gu­ter Stim­mung wie­der auf­hei­zen“, sagt Kuhl­mann.

Die Aus­wir­kun­gen des traum­haf­ten Herbs­tes sind auch in der Göt­tin­ger Tou­rist-in­fo im Al­ten Rat­haus zu spü­ren. „Wir ver­zeich­nen ein ver­stärk­tes Auf­kom­men“, sagt An­ge­li­ka Daa­men, Ge­schäfts­füh­re­rin von Göt­tin­gen Tou­ris­mus. Vie­le Aus­flüg­ler woll­ten sich der­zeit we­gen der Herbst­fe­ri­en und des Li­te­ra­tur­herbs­tes die Stadt an­se­hen. „Und da spielt na­tür­lich auch das Wet­ter ei­ne wich­ti­ge Rol­le“, sagt Daa­men. Das ha­be man vor al­lem auch im Som­mer sehr stark ge­merkt. Weil die­ser so ex­trem heiß war, sei­en die Gäs­te aus­ge­blie­ben. Jetzt aber ha­be ein Wet­ter ein­ge­setzt, „bei dem man ger­ne in die Stadt fährt“, er­klärt Daa­men. Und das mer­ke auch die Tou­rist-in­fo.

Die Gas­tro­no­men freu­en sich eben­falls über die an­ge­nehm mil­den Tem­pe­ra­tu­ren. Im Ca­fé Bo­ta­nik in Göt­tin­gen ste­hen wei­ter­hin Stüh­le und Ti­sche drau­ßen – sehr un­ge­wöhn­lich für Mit­te Ok­to­ber, sagt ei­ne Mit­ar­bei­te­rin. Sonst sä­ßen zu die­ser Zeit die Gäs­te längst al­le drin­nen. Jetzt aber, bei dem herr­li­chen Wet­ter, woll­ten al­le nach drau­ßen. „Die Ti­sche sind al­le be­setzt und die Leu­te ge­nie­ßen die Son­ne“, sagt die Mit­ar­bei­te­rin. „Das ist doch schön. Wir ha­ben al­le Hän­de voll zu tun.“

So geht es auch den Mit­ar­bei­tern des Ca­fés und Re­stau­rants Wel­len­rei­ter am See­bur­ger See. Ei­gent­lich sei die Ter­ras­sen­sai­son im Ok­to­ber längst vor­bei – nicht aber in die­sem Jahr, sagt ein Mit­ar­bei­ter. Die Ter­ras­se sei wei­ter­hin ge­öff­net und gut be­sucht. Das wer­de an­ge­sichts der präch­ti­gen Wet­ter­aus­sich­ten wohl auch noch am Wo­che­n­en­de der Fall sein. „Wir kön­nen uns über zu we­nig Ar­beit je­den­falls nicht be­kla­gen“, er­klärt der Mit­ar­bei­ter.

Der som­mer­li­che Herbst geht auch an der Gärt­ne­rei Marx in El­lie­hau­sen nicht spur­los vor­bei. „Es ver­schiebt sich al­les nach hin­ten“, sagt In­ha­ber Micha­el Marx. Die Blu­men auf Bal­ko­nen und in den Gär­ten sei­en we­gen des gu­ten Wet­ters noch so schön, dass die Herbst- und Win­ter­be­pflan­zung noch nicht stark nach­ge­fragt wer­de. Aber das kom­me schon noch, gibt sich Marx ge­las­sen. Und dann wür­den die Kun­den auch wie­der Hei­de, Chry­san­the­men, Stief­müt­ter­chen und Mi­ni-al­pen­veil­chen kau­fen. „Ir­gend­wann ma­chen wir dann schon un­ser Ge­schäft“, sagt Marx.

FO­TO: HINZMANN

Micha­el Schäfer, ei­ner der mu­ti­gen Schwim­mer im Wen­de­bachs­tau­see.

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